Windows 11/10: Fehler „Geringer Speicherplatz“ beheben

Erfahren Sie, wie Sie den Fehler „Geringer Speicherplatz“ unter Windows 11 und 10 schnell beheben und wertvollen Speicherplatz dauerhaft freigeben.

Windows 11/10: Fehler „Geringer Speicherplatz“ beheben

Der Hinweis auf zu wenig freien Speicherplatz in Windows kann Leistung bremsen, Updates verhindern und Programme instabil machen.

Dieser Leitfaden zeigt bewährte Methoden, um Speicherplatz freizugeben, große Datenmengen aufzuspüren und das System dauerhaft sauber zu halten. Sie erhalten klare Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Hintergrundwissen und Profi-Tipps für eine nachhaltige Optimierung.

Warum erscheint die Meldung „Geringer Speicherplatz“?

Windows benötigt freien Speicher für temporäre Dateien, Auslagerungsdatei, Updates, Wiederherstellungspunkte und Systemprozesse. Wird der freie Platz knapp, warnt das System. Bleibt das Problem bestehen, drohen:

  • verlangsamte Systemleistung
  • fehlgeschlagene Windows-Updates
  • Abstürze von Programmen
  • Probleme bei der Installation neuer Software

Ein dauerhaft voller Datenträger ist also nicht nur lästig, sondern kann echte Funktionsstörungen verursachen.

Speicherfresser erkennen: Erste Analyse

Bevor Sie löschen, sollten Sie wissen, was den Platz belegt.

Speicherübersicht in den Einstellungen

  1. Öffnen Sie EinstellungenSystemSpeicher
  2. Warten Sie, bis die Analyse abgeschlossen ist
  3. Prüfen Sie die Kategorien wie:
  • Apps und Features
  • Temporäre Dateien
  • Dokumente
  • Bilder und Videos
  • System und reserviert

Hier sehen Sie sofort, wo der meiste Speicher verbraucht wird.

Temporäre Dateien löschen

Temporäre Dateien gehören zu den häufigsten Ursachen.

Über die Windows-Speicherbereinigung

  1. Öffnen Sie Einstellungen → System → Speicher
  2. Klicken Sie auf Temporäre Dateien
  3. Aktivieren Sie z. B.:
  • Temporäre Internetdateien
  • Windows-Update-Bereinigung
  • Papierkorb
  • Übermittlungsoptimierungsdateien
  1. Klicken Sie auf Dateien entfernen

⚠️ Löschen Sie Downloads nur, wenn Sie sicher sind, dass Sie nichts mehr benötigen.

Datenträgerbereinigung verwenden

Das klassische Tool ist weiterhin effektiv.

  1. Drücken Sie Windows-Taste + R
  2. Geben Sie cleanmgr ein
  3. Wählen Sie Laufwerk C:
  4. Klicken Sie auf Systemdateien bereinigen
  5. Aktivieren Sie u. a.:
  • Windows-Update-Bereinigung
  • Vorherige Windows-Installation(en)
  • Temporäre Dateien

Gerade alte Update-Reste können mehrere Gigabyte belegen.

Speicheroptimierung automatisch aktivieren

Windows kann Speicher selbstständig freigeben.

  1. Einstellungen → System → Speicher
  2. Aktivieren Sie Speicheroptimierung
  3. Klicken Sie auf „Speicheroptimierung konfigurieren“
  4. Stellen Sie ein:
  • Automatisches Löschen temporärer Dateien
  • Papierkorb nach X Tagen leeren
  • Downloads-Ordner optional bereinigen

So vermeiden Sie erneute Engpässe.

Große Dateien aufspüren

Oft sind einzelne große Dateien der Hauptgrund.

Nach Größe sortieren

  1. Öffnen Sie den Datei-Explorer
  2. Gehen Sie auf „Dieser PC“
  3. Geben Sie oben rechts ein:
   Größe:>1GB
  1. Prüfen Sie Videos, ISO-Dateien, alte Sicherungen

Externe Festplatten oder Cloud-Speicher sind gute Ausweichmöglichkeiten.

Nicht benötigte Programme deinstallieren

Viele Programme werden nie genutzt, belegen aber viel Platz.

  1. Einstellungen → Apps → Apps & Features
  2. Nach Größe sortieren
  3. Unnötige Programme auswählen → Deinstallieren

Spiele und Kreativsoftware sind häufig besonders speicherintensiv.

Windows-Update-Reste entfernen

Updates hinterlassen Sicherungsdateien, die selten noch gebraucht werden.

Nutzen Sie dafür die Datenträgerbereinigung mit der Option Windows-Update-Bereinigung. Das kann 5–20 GB freimachen.

Ordner WinSxS verkleinern

Der WinSxS-Ordner speichert alte Systemversionen.

Bereinigung per DISM

  1. Starten Sie die Eingabeaufforderung als Administrator
  2. Geben Sie ein:
   DISM /Online /Cleanup-Image /StartComponentCleanup

Das entfernt veraltete Systemkomponenten sicher.

Ruhezustand deaktivieren (spart mehrere GB)

Der Ruhezustand legt die Datei hiberfil.sys an.

Deaktivieren

  1. Eingabeaufforderung als Administrator
  2. Befehl:
   powercfg -h off

Dadurch werden oft 4–16 GB frei.

Auslagerungsdatei anpassen

Die pagefile.sys kann sehr groß werden.

Größe prüfen und anpassen

  1. Rechtsklick auf „Dieser PC“ → Eigenschaften
  2. Erweiterte Systemeinstellungen
  3. Bereich Leistung → Einstellungen
  4. Erweitert → Virtueller Arbeitsspeicher

Nur erfahrene Nutzer sollten hier Änderungen vornehmen.

Papierkorb endgültig leeren

Gelöschte Dateien bleiben oft im Papierkorb.

  1. Rechtsklick auf Papierkorb
  2. Papierkorb leeren

Bei großen Datenmengen kann das mehrere GB bringen.

Downloads-Ordner prüfen

Viele Nutzer vergessen alte Installationsdateien.

Sortieren Sie nach Größe und löschen Sie nicht mehr benötigte Dateien wie:

  • alte Installationspakete
  • Treiberarchive
  • ISO-Dateien
  • ZIP-Archive

Cloud-Speicher nutzen

Cloud-Dienste ermöglichen lokale Platzersparnis.

Mit der Funktion „Dateien bei Bedarf“ werden Dateien nur bei Nutzung heruntergeladen. So bleiben sie online gespeichert, ohne lokal Platz zu belegen.

Systemwiederherstellung begrenzen

Wiederherstellungspunkte können viel Speicher verbrauchen.

  1. Systemsteuerung → System → Computerschutz
  2. Laufwerk auswählen → Konfigurieren
  3. Maximalen Speicherplatz reduzieren

Alte Benutzerkonten entfernen

Nicht genutzte Profile enthalten oft viele Dateien.

  1. Systemsteuerung → Benutzerkonten → Anderes Konto verwalten
  2. Alte Konten löschen

Browserdaten bereinigen

Browser speichern Cache und temporäre Dateien.

In jedem Browser finden Sie unter Einstellungen → Datenschutz die Option zum Löschen von:

  • Cache
  • Verlauf
  • Cookies

Temporäre Ordner manuell leeren

  1. Windows + R
  2. %temp% eingeben → löschen
  3. Erneut Windows + R
  4. temp eingeben → löschen

Einige Dateien können in Benutzung sein – diese überspringen.

Speicherplatz durch Komprimierung gewinnen

Windows kann Dateien komprimieren.

NTFS-Komprimierung

  1. Rechtsklick auf Ordner
  2. Eigenschaften → Erweitert
  3. Inhalt komprimieren

Gut für selten genutzte Daten.

Externe Datenträger einsetzen

Wenn die interne SSD klein ist:

  • externe Festplatte
  • USB-Speicher
  • NAS-Speicherlösung

Große Medienarchive sollten ausgelagert werden.

Speicherbedarf von Spielen reduzieren

Spiele belegen oft über 100 GB.

Tipps:

  • Uninstallieren Sie nicht gespielte Titel
  • Entfernen Sie hochauflösende Texturpakete
  • Verschieben Sie Spiele auf ein anderes Laufwerk

Alte Windows-Version löschen

Nach großen Updates bleibt oft ein Ordner Windows.old.

Diesen entfernen Sie über die Datenträgerbereinigung → Vorherige Windows-Installation(en).

Automatische Downloads von Updates begrenzen

Übermittlungsoptimierung speichert Update-Daten.

  1. Einstellungen → Windows Update → Erweiterte Optionen
  2. Übermittlungsoptimierung
  3. Speicherlimit setzen oder Funktion deaktivieren

Speicher regelmäßig kontrollieren

Gewöhnen Sie sich an:

  • monatliche Bereinigung
  • Prüfung großer Dateien
  • Leeren des Papierkorbs
  • Kontrolle installierter Programme

So verhindern Sie erneute Engpässe.

Wann eine größere SSD sinnvoll ist

Wenn trotz Bereinigung dauerhaft weniger als 20 % frei sind, ist ein Upgrade oft die beste Lösung. Moderne SSDs bieten:

  • mehr Geschwindigkeit
  • geringeren Stromverbrauch
  • mehr Platz für Updates und Programme

Häufige Fehler vermeiden

❌ Systemordner manuell löschen
❌ Registry-Cleaner verwenden
❌ Unbekannte Tools aus dem Internet installieren

Setzen Sie auf integrierte Windows-Funktionen.

Fazit

Der Fehler „Geringer Speicherplatz“ ist ein Warnsignal, das Sie ernst nehmen sollten. Mit systematischen Bereinigungen, dem Entfernen unnötiger Programme, dem Löschen temporärer Dateien und der Nutzung automatischer Speicheroptimierung bleibt Ihr System stabil und schnell.

Regelmäßige Wartung verhindert Leistungsprobleme und sorgt dafür, dass Updates reibungslos installiert werden können.