Erfahren Sie, wie Sie den Ruhezustand in Windows 11 und 10 aktivieren oder deaktivieren, Energie sparen und Startprobleme sicher beheben.

Der Ruhezustand in Windows 11 und Windows 10 ist eine praktische Funktion, um Energie zu sparen und gleichzeitig alle geöffneten Programme und Dokumente exakt an der gleichen Stelle wiederherzustellen. Im Gegensatz zum Energiesparmodus wird der aktuelle Systemzustand auf der Festplatte gespeichert, sodass kein Stromverbrauch nötig ist.
In diesem Artikel erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie den Ruhezustand aktivieren oder deaktivieren, typische Probleme beheben und die Funktion optimal konfigurieren.
Was ist der Ruhezustand in Windows?
Der Ruhezustand ist ein Energiesparmodus, bei dem Windows den aktuellen Arbeitsspeicherinhalt in eine Datei auf der Systemfestplatte schreibt und den Computer vollständig ausschaltet. Beim nächsten Einschalten wird dieser Zustand wieder geladen, sodass Sie direkt dort weiterarbeiten können, wo Sie aufgehört haben.
Unterschiede zwischen Ruhezustand, Energiesparmodus und Herunterfahren
- Ruhezustand:
Speichert den Systemzustand auf der Festplatte, kein Stromverbrauch, langsamer als Standby, aber sicherer bei Stromausfall. - Energiesparmodus (Standby):
Hält den Arbeitsspeicher unter Strom, schnelleres Aufwachen, aber geringer Stromverbrauch und Risiko bei leerem Akku. - Herunterfahren:
Alle Programme werden geschlossen, kein Speichern des aktuellen Zustands, vollständiger Neustart beim nächsten Einschalten.
Vorteile und Nachteile des Ruhezustands
Vorteile
- Kein Stromverbrauch während der Ruhephase
- Alle Programme bleiben geöffnet
- Sicher bei Stromausfall
- Ideal für längere Pausen oder den Transport von Laptops
Nachteile
- Benötigt Speicherplatz auf der Systemfestplatte
- Starten dauert länger als beim Energiesparmodus
- Kann bei sehr alten Systemen zu Kompatibilitätsproblemen führen
Voraussetzungen für den Ruhezustand
Damit der Ruhezustand funktioniert, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
- Ausreichend freier Speicherplatz auf Laufwerk C:
- Aktivierte Funktion in Windows
- Unterstützung durch BIOS/UEFI und Hardware
- Administratorrechte für Änderungen an den Energieoptionen
Ruhezustand in Windows 11 aktivieren
Methode 1: Über die Eingabeaufforderung
- Öffnen Sie das Startmenü.
- Geben Sie cmd ein.
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf „Eingabeaufforderung“ und wählen Sie „Als Administrator ausführen“.
- Geben Sie folgenden Befehl ein:
powercfg /hibernate on
- Bestätigen Sie mit Enter.
Der Ruhezustand ist nun systemweit aktiviert.
Methode 2: Über die Energieoptionen
- Öffnen Sie die Systemsteuerung.
- Navigieren Sie zu Hardware und Sound > Energieoptionen.
- Klicken Sie auf Auswählen, was beim Drücken von Netzschaltern geschehen soll.
- Wählen Sie: Einige Einstellungen sind momentan nicht verfügbar.
- Aktivieren Sie das Kontrollkästchen bei Ruhezustand.
- Speichern Sie die Änderungen.
Ruhezustand in Windows 10 aktivieren
Die Vorgehensweise ist nahezu identisch:
Per Kommandozeile
- Startmenü öffnen
- „cmd“ eingeben
- Als Administrator starten
- Befehl eingeben:
powercfg /hibernate on
Über die Systemsteuerung
- Systemsteuerung öffnen
- Energieoptionen auswählen
- „Auswählen, was beim Drücken von Netzschaltern geschehen soll“
- Einstellungen entsperren
- Haken bei Ruhezustand setzen
- Änderungen speichern
Ruhezustand im Startmenü anzeigen
Oft ist der Ruhezustand zwar aktiviert, wird aber nicht im Startmenü angezeigt. So fügen Sie ihn hinzu:
- Systemsteuerung öffnen
- Energieoptionen
- Netzschalteroptionen
- Einstellungen ändern, die derzeit nicht verfügbar sind
- Ruhezustand aktivieren
- Speichern
Danach erscheint der Ruhezustand im Ein/Aus-Menü.
Ruhezustand deaktivieren
Per Eingabeaufforderung
Wenn Sie den Ruhezustand nicht benötigen oder Speicherplatz freigeben möchten:
- Eingabeaufforderung als Administrator öffnen
- Folgenden Befehl eingeben:
powercfg /hibernate off
Dadurch wird die Ruhezustandsdatei gelöscht und mehrere Gigabyte Speicherplatz freigegeben.
Über die Energieoptionen
- Systemsteuerung öffnen
- Energieoptionen
- Netzschalteroptionen
- Einstellungen entsperren
- Haken bei Ruhezustand entfernen
- Änderungen speichern
Speicherplatz und hiberfil.sys
Die Datei hiberfil.sys speichert den Inhalt des Arbeitsspeichers. Ihre Größe hängt vom installierten RAM ab.
Speicherplatz reduzieren
Mit folgendem Befehl können Sie die Größe reduzieren:
powercfg /h /type reduced
Dadurch wird der klassische Ruhezustand deaktiviert, aber Schnellstart bleibt möglich.
Schnellstart und Ruhezustand
Der Windows-Schnellstart nutzt Teile des Ruhezustands. Wenn Sie den Ruhezustand deaktivieren, wird auch der Schnellstart automatisch abgeschaltet.
Vorteile des Schnellstarts
- Schnellere Bootzeiten
- Weniger Energieverbrauch
- Schnellere Wiederherstellung nach dem Herunterfahren
Typische Probleme mit dem Ruhezustand
Ruhezustand fehlt im Menü
- Funktion ist deaktiviert
- Energieoptionen nicht korrekt konfiguriert
- Gruppenrichtlinien verhindern die Anzeige
PC wacht sofort wieder auf
- USB-Geräte
- Netzwerkkarten
- Falsche Energieeinstellungen
Ruhezustand funktioniert nicht
- Veraltete Treiber
- BIOS-Einstellungen
- Beschädigte Systemdateien
Fehlerbehebung Schritt für Schritt
Treiber aktualisieren
Aktualisieren Sie vor allem:
- Grafiktreiber
- Chipsatz-Treiber
- Netzwerkadapter
BIOS/UEFI prüfen
Stellen Sie sicher, dass Energiesparfunktionen aktiviert sind. Achten Sie auf Optionen wie:
- ACPI
- S3/S4 Sleep States
- Modern Standby
Geräte vom Aufwecken abhalten
- Geräte-Manager öffnen
- Netzwerkadapter auswählen
- Eigenschaften
- Energieverwaltung
- Haken bei „Gerät kann den Computer aus dem Ruhezustand aktivieren“ entfernen
Ruhezustand per Tastenkombination nutzen
Sie können Verknüpfungen erstellen:
- Rechtsklick auf Desktop
- Neu > Verknüpfung
- Ziel:
shutdown /h
- Namen vergeben
- Optional: Tastenkombination festlegen
Ruhezustand bei Laptops sinnvoll nutzen
Empfohlene Einstellungen
- Beim Zuklappen: Ruhezustand
- Bei niedrigem Akkustand: Ruhezustand
- Nach längerer Inaktivität: Ruhezustand
So verhindern Sie Datenverlust und sparen Akku.
Ruhezustand und SSD
Moderne SSDs sind für die hohe Zahl von Schreibvorgängen ausgelegt. Der Ruhezustand verursacht zwar Schreibzugriffe, diese sind im Alltag unkritisch.
Vorteile auf SSD-Systemen
- Schnellere Wiederaufnahme
- Kürzere Ladezeiten
- Geringerer Energieverbrauch
Ruhezustand in Unternehmensumgebungen
In Firmennetzwerken kann der Ruhezustand durch Richtlinien deaktiviert sein. Administratoren steuern dies über:
- Gruppenrichtlinien
- Energiesparprofile
- Sicherheitsrichtlinien
Energieverbrauch und Umweltaspekte
Der Ruhezustand spart im Vergleich zum Standby nahezu 100 Prozent Strom. Gerade bei Notebooks und Desktop-PCs im Dauerbetrieb kann dies langfristig Kosten senken und die Umwelt schonen.
Ruhezustand vs. Modern Standby
Einige moderne Geräte nutzen „Modern Standby“. Dabei bleibt das System teilweise aktiv, um E-Mails oder Updates zu empfangen. Der klassische Ruhezustand ist hier oft eingeschränkt oder deaktiviert.
Sicherheit und Datenschutz
Im Ruhezustand wird der RAM-Inhalt auf der Festplatte gespeichert. Bei sensiblen Daten empfiehlt sich:
- Laufwerksverschlüsselung
- Starkes Windows-Kennwort
- Aktivierte BitLocker-Funktion
Ruhezustand automatisieren
Über Aufgabenplanung oder PowerShell lassen sich automatische Regeln erstellen, um den Ruhezustand zu festen Zeiten oder bei Inaktivität auszulösen.
Häufige Fragen zum Ruhezustand
Ist der Ruhezustand besser als Herunterfahren?
Für schnelles Weiterarbeiten ja, für einen komplett frischen Start nein.
Schadet der Ruhezustand der Hardware?
Nein, moderne Systeme sind dafür ausgelegt.
Warum dauert das Aufwachen manchmal länger?
Große RAM-Mengen, langsame Festplatten oder viele offene Programme verlängern die Ladezeit.
Empfohlene Vorgehensweisen
- Ruhezustand für längere Pausen nutzen
- Energiesparmodus für kurze Unterbrechungen
- Regelmäßig Updates installieren
- Treiber aktuell halten
Fazit
Der Ruhezustand in Windows 11 und Windows 10 ist eine leistungsstarke Funktion, um Energie zu sparen und dennoch produktiv zu bleiben.
Mit den richtigen Einstellungen profitieren Sie von schneller Wiederaufnahme, höherer Datensicherheit und geringerem Stromverbrauch.
Ob im Büro, unterwegs oder zu Hause – richtig konfiguriert ist der Ruhezustand eine sinnvolle Ergänzung zu Standby und Herunterfahren.
