Windows 11/10: WHEA_UNCORRECTABLE_ERROR-Fehler | Lösung

Erfahren Sie, wie Sie den WHEA_UNCORRECTABLE_ERROR unter Windows 11 und 10 beheben und Hardware- sowie Treiberprobleme gezielt lösen.

Windows 11/10: WHEA_UNCORRECTABLE_ERROR-Fehler | Lösung

Der Bluescreen mit dem Stoppcode WHEA_UNCORRECTABLE_ERROR deutet meist auf ein schwerwiegendes Hardwareproblem hin. Betroffen sind sowohl Windows 11 als auch Windows 10. Ursachen reichen von fehlerhaftem RAM über defekte SSDs bis zu instabilen CPU-Einstellungen.

In diesem Leitfaden erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie den Fehler analysieren, eingrenzen und dauerhaft beheben können.

Was bedeutet WHEA_UNCORRECTABLE_ERROR?

Der Fehlercode gehört zur Windows Hardware Error Architecture (WHEA). Das System meldet damit, dass ein Hardwarefehler erkannt wurde, der nicht automatisch korrigiert werden konnte. Windows stoppt daraufhin aus Sicherheitsgründen mit einem Bluescreen.

Technischer Hintergrund:
Der häufige Bugcheck-Code lautet 0x00000124. Dieser wird ausgelöst, wenn Prozessor, Cache, RAM, Mainboard oder ein anderes Kernbauteil inkorrekte oder beschädigte Daten liefert.

Typische Symptome

Bevor der Bluescreen erscheint, treten oft folgende Anzeichen auf:

  • Plötzliche Systemabstürze ohne Vorwarnung
  • Einfrieren bei hoher Last (Gaming, Rendering, Updates)
  • Neustarts während des Bootvorgangs
  • Abstürze beim Installieren von Treibern oder Windows-Updates
  • System läuft im Leerlauf stabil, stürzt aber unter Belastung ab

Häufige Ursachen

Defekte oder instabile Hardware

Die häufigste Ursache ist physische Hardware:

  • Fehlerhafter Arbeitsspeicher
  • Überhitzte oder beschädigte CPU
  • Defekte SSD oder HDD
  • Instabiles Netzteil
  • Mainboard-Probleme

Übertaktung (Overclocking)

Zu hohe Taktfrequenzen oder Spannungen führen schnell zu Rechenfehlern. Selbst leichtes Übertakten von CPU oder RAM kann den Fehler auslösen.

BIOS-/UEFI-Probleme

Veraltete Firmware oder falsche Einstellungen im BIOS bzw. UEFI können Hardware instabil machen.

Treiberfehler

Fehlerhafte oder inkompatible Treiber, besonders für:

  • Chipsatz
  • Grafikkarte
  • Speichercontroller

können ebenfalls Hardwarefehler signalisieren, obwohl die Bauteile intakt sind.

Überhitzung

Zu hohe Temperaturen von CPU oder GPU verursachen Datenfehler, die als WHEA-Fehler gemeldet werden.

Erste Sofortmaßnahmen

Bevor Sie tiefer einsteigen:

  1. Externe Geräte abziehen
  2. PC komplett herunterfahren
  3. Strom trennen und 2 Minuten warten
  4. Neu starten und prüfen, ob der Fehler erneut auftritt

Wenn der Bluescreen weiterhin erscheint, folgen Sie der strukturierten Fehlersuche.

Schritt 1: Übertaktung deaktivieren

Falls Sie Overclocking nutzen:

  1. Starten Sie ins BIOS/UEFI
  2. Setzen Sie alle Werte auf Standard/Default
  3. Deaktivieren Sie XMP/DOCP-Profile für RAM testweise
  4. Speichern und neu starten

Viele WHEA-Fehler verschwinden sofort nach Rücksetzen auf Werkseinstellungen.

Schritt 2: Windows-Ereignisanzeige prüfen

  1. Drücken Sie Windows-Taste + X
  2. Öffnen Sie die Ereignisanzeige
  3. Navigieren Sie zu Windows-Protokolle → System
  4. Suchen Sie nach WHEA-Logger-Einträgen

Wichtige Hinweise:

  • Event ID 18 deutet meist auf CPU-Probleme
  • Speicherbezogene Fehler weisen auf RAM oder Speichercontroller hin

Schritt 3: Arbeitsspeicher testen

Fehlerhafter RAM ist eine Hauptursache.

Windows-Speicherdiagnose

  1. Windows-Taste drücken
  2. „Speicherdiagnose“ eingeben
  3. Tool starten und Neustart durchführen

Erweiterter RAM-Test

Für gründliche Tests empfiehlt sich ein mehrstündiger Speichertest mit externem Tool. Bereits ein einziger Fehler weist auf defekten RAM hin.

Falls mehrere Module verbaut sind:

  • Jeweils nur einen Riegel einsetzen
  • Test wiederholen

Schritt 4: CPU-Temperatur und Stabilität prüfen

Überhitzung oder Defekte der CPU verursachen häufig diesen Fehler.

Temperaturkontrolle

  • CPU-Temperatur im Leerlauf: unter 50 °C
  • Unter Last: möglichst unter 85 °C

Maßnahmen bei hohen Temperaturen:

  • Kühler reinigen
  • Wärmeleitpaste erneuern
  • Gehäuselüftung verbessern

Stabilitätstest

Ein Belastungstest deckt Instabilitäten auf. Stürzt der PC dabei ab, ist die CPU, das Mainboard oder das Netzteil verdächtig.

Schritt 5: Festplatte oder SSD überprüfen

Defekte Speicherlaufwerke können ebenfalls WHEA-Fehler auslösen.

Datenträgerprüfung

  1. Eingabeaufforderung als Administrator öffnen
  2. Befehl ausführen:
chkdsk C: /f /r

SMART-Status prüfen

Achten Sie auf Warnwerte bei:

  • Reallocated Sectors
  • Pending Sectors
  • CRC Errors

Bei Auffälligkeiten sollte das Laufwerk ersetzt werden.

Schritt 6: Systemdateien reparieren

Beschädigte Windows-Dateien können Hardwarefehler triggern.

System File Checker

sfc /scannow

DISM-Reparatur

DISM /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth

Nach Abschluss Neustart durchführen.

Schritt 7: Treiber aktualisieren

Installieren Sie die neuesten Treiber für:

  • Chipsatz
  • Grafik
  • Storage-Controller

Verwenden Sie ausschließlich Treiber direkt vom Mainboard- oder Gerätehersteller.

Schritt 8: BIOS-/UEFI-Update

Ein Firmware-Update behebt oft Stabilitätsprobleme.

Wichtig:

  • Nur durchführen, wenn System stabil genug ist
  • Anleitung des Mainboard-Herstellers genau befolgen
  • Stromausfall während Update vermeiden

Schritt 9: Netzteil überprüfen

Ein schwaches oder defektes Netzteil kann Spannungsschwankungen verursachen, die Hardwarefehler auslösen.

Hinweise auf Netzteilprobleme:

  • Abstürze unter Last
  • Spulenfiepen
  • Unerklärliche Neustarts

Testweise ein anderes Netzteil verwenden ist oft der schnellste Weg zur Diagnose.

Schritt 10: Grafikkarte testen

Obwohl seltener, kann auch die GPU verantwortlich sein.

  • Treiber neu installieren
  • Karte in anderem System testen
  • Temperaturen prüfen

Schritt 11: Windows im abgesicherten Modus testen

Wenn der Fehler dort nicht auftritt, liegt die Ursache oft bei Treibern oder Software.

Schritt 12: Clean Boot durchführen

Ein sauberer Neustart hilft, Störprogramme auszuschließen:

  1. „msconfig“ öffnen
  2. Nicht-Microsoft-Dienste deaktivieren
  3. Autostart-Programme ausschalten
  4. Neustart durchführen

Schritt 13: Systemwiederherstellung

Falls der Fehler erst seit kurzem auftritt:

  • System auf früheren Wiederherstellungspunkt zurücksetzen

Schritt 14: Windows zurücksetzen oder neu installieren

Wenn alle Hardwaretests unauffällig sind:

  • Windows zurücksetzen
  • Oder saubere Neuinstallation durchführen

Tritt der Fehler danach weiterhin auf, ist die Hardware nahezu sicher die Ursache.

Wann Hardware ersetzt werden sollte

Ein Austausch ist wahrscheinlich nötig bei:

  • RAM-Fehlern im Test
  • SMART-Warnungen der SSD
  • CPU-Instabilität ohne Übertaktung
  • Wiederkehrenden WHEA-Logger-Ereignissen trotz Neuinstallation

Präventive Maßnahmen

Damit der Fehler nicht erneut auftritt:

  • Keine aggressive Übertaktung
  • Gute Kühlung sicherstellen
  • Markennetzteil verwenden
  • BIOS aktuell halten
  • Treiber regelmäßig prüfen
  • Staub aus dem Gehäuse entfernen

Zusammenfassung

Der WHEA_UNCORRECTABLE_ERROR ist fast immer ein Hinweis auf Hardwareinstabilität. In den meisten Fällen liegen die Ursachen bei RAM, CPU, SSD oder fehlerhaften BIOS-Einstellungen. Durch systematisches Testen und Ausschließen der Komponenten lässt sich der Fehler zuverlässig eingrenzen.

Softwarelösungen helfen nur selten dauerhaft – meist führt erst die Behebung oder der Austausch der fehlerhaften Hardware zur endgültigen Lösung.

Mit den hier beschriebenen Schritten können Sie strukturiert vorgehen und unnötige Neuinstallationen vermeiden.