Erfahren Sie, welche empfohlenen Windows-Sicherheitsmaßnahmen Windows 11 und 10 schützen und wie Sie Ihr System sicher und aktuell konfigurieren.

Windows 11 und Windows 10 bieten bereits ab Werk ein hohes Sicherheitsniveau. Dennoch melden viele Systeme den Hinweis „Maßnahmen empfohlen“ in der Windows-Sicherheit. Diese Warnung weist auf fehlende oder deaktivierte Schutzfunktionen hin, die Ihr System anfälliger für Viren, Schadsoftware, Phishing oder Datenverlust machen können.
In diesem Artikel erfahren Sie ausführlich, welche Sicherheitsmaßnahmen empfohlen werden, warum sie wichtig sind und wie Sie Ihr Windows-System optimal absichern.
Bedeutung der Meldung „Maßnahmen empfohlen“
Die Meldung „Maßnahmen empfohlen“ erscheint im Sicherheitsdashboard von Windows, wenn bestimmte Schutzfunktionen nicht aktiv sind oder nicht optimal konfiguriert wurden. Dabei handelt es sich nicht zwangsläufig um eine akute Bedrohung, sondern um einen präventiven Hinweis.
Windows verfolgt das Ziel, Benutzer frühzeitig auf Sicherheitslücken aufmerksam zu machen. Diese können durch bewusste Deaktivierung, fehlerhafte Updates, Drittanbieter-Software oder unvollständige Einrichtung entstehen. Wer die empfohlenen Maßnahmen ignoriert, setzt sein System langfristig unnötigen Risiken aus.
Überblick über die Windows-Sicherheit
Die Windows-Sicherheit ist die zentrale Schutzlösung von Microsoft und umfasst mehrere Module:
- Viren- und Bedrohungsschutz
- Kontoschutz
- Firewall- und Netzwerkschutz
- App- und Browsersteuerung
- Gerätesicherheit
- Geräteleistung und -zustand
Jedes dieser Module kann eine Empfehlung aussprechen, wenn Einstellungen fehlen oder veraltet sind.
Viren- und Bedrohungsschutz
Microsoft Defender Antivirus aktivieren
Der Microsoft Defender ist der integrierte Virenschutz von Windows. Ist er deaktiviert oder durch eine inkompatible Drittanbieter-Lösung blockiert, erscheint häufig die Empfehlung zum Handeln.
Empfohlene Maßnahmen:
- Echtzeitschutz aktivieren
- Cloudbasierter Schutz einschalten
- Automatische Beispielübermittlung zulassen
Diese Funktionen sorgen dafür, dass neue Bedrohungen schneller erkannt und blockiert werden.
Regelmäßige Systemüberprüfungen
Auch wenn der Echtzeitschutz aktiv ist, empfiehlt Windows regelmäßige Scans. Dazu zählen:
- Schnellüberprüfung für alltägliche Sicherheit
- Vollständige Überprüfung bei Verdacht auf Malware
- Offlineüberprüfung bei hartnäckigen Bedrohungen
Eine regelmäßige Überprüfung erhöht die Wahrscheinlichkeit, versteckte Schadsoftware zu entdecken.
Kontoschutz und Anmeldesicherheit
Windows Hello einrichten
Windows empfiehlt die Nutzung von Windows Hello, um die Sicherheit des Benutzerkontos zu erhöhen. Dazu gehören:
- PIN statt Passwort
- Fingerabdruck
- Gesichtserkennung
Diese Methoden sind nicht nur komfortabler, sondern auch sicherer als klassische Passwörter.
Mehrstufige Authentifizierung
Bei Microsoft-Konten wird dringend zur Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung geraten. Dadurch wird selbst bei kompromittierten Zugangsdaten ein zusätzlicher Schutzlayer aktiviert.
Empfohlene Optionen:
- Authenticator-App
- SMS-Code
- Sicherheitsschlüssel
Firewall- und Netzwerkschutz
Windows Defender Firewall aktiv halten
Eine deaktivierte Firewall ist einer der häufigsten Gründe für die Meldung „Maßnahmen empfohlen“. Die Firewall überwacht eingehende und ausgehende Netzwerkverbindungen und blockiert unerlaubte Zugriffe.
Empfehlungen:
- Firewall für private, öffentliche und Domänennetzwerke aktivieren
- Keine unnötigen Ausnahmen zulassen
Netzwerkerkennung bewusst einsetzen
Windows empfiehlt, die Netzwerkerkennung nur in vertrauenswürdigen Netzwerken zu aktivieren. In öffentlichen WLANs sollte sie deaktiviert bleiben, um Angriffe zu verhindern.
App- und Browsersteuerung
SmartScreen-Filter aktivieren
Der Microsoft Defender SmartScreen schützt vor schädlichen Webseiten, Downloads und Anwendungen. Wird er deaktiviert, erscheint häufig eine Sicherheitsempfehlung.
SmartScreen prüft:
- Websites in Microsoft Edge
- Downloads aus dem Internet
- Unbekannte Programme
Die Aktivierung reduziert das Risiko von Phishing und Malware erheblich.
Schutz vor potenziell unerwünschten Anwendungen
Windows erkennt Programme, die zwar nicht direkt schädlich sind, aber Werbung einblenden, Einstellungen ändern oder Daten sammeln. Der Schutz vor potenziell unerwünschten Anwendungen sollte aktiviert bleiben.
Gerätesicherheit
Secure Boot aktivieren
Secure Boot stellt sicher, dass beim Systemstart nur vertrauenswürdige Software geladen wird. Diese Funktion ist besonders wichtig zum Schutz vor Rootkits und Bootkits.
Voraussetzungen:
- UEFI-Modus
- Aktivierter Secure Boot im BIOS
Windows empfiehlt dringend, Secure Boot zu aktivieren, sofern die Hardware dies unterstützt.
TPM (Trusted Platform Module)
Windows 11 setzt ein TPM 2.0 voraus, Windows 10 profitiert ebenfalls davon. Das TPM speichert kryptografische Schlüssel sicher und unterstützt Funktionen wie:
- BitLocker-Laufwerksverschlüsselung
- Windows Hello
- Schutz vor Firmware-Angriffen
Ist TPM deaktiviert, weist Windows häufig auf empfohlene Maßnahmen hin.
Geräteleistung und -zustand
Windows Update aktuell halten
Veraltete Systeme stellen ein hohes Sicherheitsrisiko dar. Windows meldet empfohlene Maßnahmen, wenn Updates fehlen oder pausiert wurden.
Empfohlen wird:
- Automatische Updates aktivieren
- Optionale Sicherheitsupdates prüfen
- Neustarts zeitnah durchführen
Updates schließen bekannte Sicherheitslücken und verbessern die Stabilität.
Speicherintegrität (Core Isolation)
Die Speicherintegrität schützt wichtige Systemprozesse vor Manipulation. Sie basiert auf Virtualisierung und verhindert, dass Schadcode in geschützte Speicherbereiche eindringt.
Windows empfiehlt:
- Speicherintegrität aktivieren
- Inkompatible Treiber aktualisieren oder entfernen
Ransomware-Schutz
Überwachter Ordnerzugriff
Diese Funktion schützt wichtige Ordner vor unbefugten Änderungen durch Schadsoftware. Besonders bei Ransomware ist dieser Schutz entscheidend.
Empfohlene Ordner:
- Dokumente
- Bilder
- Desktop
- Eigene Projekte
Zugelassene Apps können individuell festgelegt werden.
Regelmäßige Backups
Windows empfiehlt ergänzend zu Schutzfunktionen regelmäßige Datensicherungen, etwa über:
- OneDrive
- Externe Festplatten
- Netzwerkspeicher
Backups sind die letzte Verteidigungslinie gegen Datenverlust.
Häufige Ursachen für die Sicherheitsmeldung
Die Meldung „Maßnahmen empfohlen“ entsteht oft durch:
- Deaktivierte Sicherheitsfunktionen
- Nutzung inkompatibler Antivirus-Programme
- Veraltete Treiber
- Fehlgeschlagene Windows-Updates
- Manuelle Änderungen an Sicherheitseinstellungen
Nicht jede Empfehlung ist zwingend kritisch, sollte aber bewusst geprüft werden.
Unterschiede zwischen Windows 10 und Windows 11
Sicherheitsarchitektur
Windows 11 legt stärkeren Fokus auf hardwarebasierte Sicherheit. Funktionen wie TPM, Secure Boot und Virtualization-Based Security sind zentraler Bestandteil.
Benutzerführung
Windows 11 stellt Sicherheitsempfehlungen übersichtlicher dar und priorisiert kritische Maßnahmen stärker als Windows 10.
Kompatibilität
Einige empfohlene Maßnahmen stehen unter Windows 10 nur eingeschränkt oder optional zur Verfügung, während sie unter Windows 11 standardmäßig erwartet werden.
Best Practices für maximale Windows-Sicherheit
- Verwenden Sie ein Microsoft-Konto mit Zwei-Faktor-Authentifizierung
- Installieren Sie Updates zeitnah
- Aktivieren Sie alle empfohlenen Sicherheitsfunktionen, sofern keine triftigen Gründe dagegen sprechen
- Nutzen Sie starke, einzigartige Passwörter
- Seien Sie vorsichtig bei E-Mail-Anhängen und Downloads
- Überprüfen Sie regelmäßig das Sicherheitsdashboard
Diese Maßnahmen reduzieren das Risiko erfolgreicher Angriffe erheblich.
Fazit
Die Meldung „Maßnahmen empfohlen“ in der Windows-Sicherheit ist kein Grund zur Panik, sondern ein wertvoller Hinweis auf Optimierungspotenzial. Windows 10 und Windows 11 bieten leistungsfähige Schutzmechanismen, die jedoch nur dann effektiv sind, wenn sie vollständig aktiviert und korrekt konfiguriert werden.
Wer die empfohlenen Maßnahmen ernst nimmt, erhöht die Sicherheit seines Systems deutlich und schützt sich zuverlässig vor modernen Bedrohungen aus dem Internet.
