AMD Adrenalin richtig nutzen: Optimieren Sie Ihre Gaming-Performance auf Windows mit den besten GPU- und Grafikkarten-Einstellungen für maximale FPS-Werte.

AMD Software: Adrenalin Edition ist die offizielle Treiberoberfläche für alle AMD-Radeon-Grafikkarten und bietet weit mehr als nur Treiberverwaltung. Mit den richtigen Einstellungen steigern Sie Ihre FPS, senken die Eingabelatenz und holen das Maximum aus Ihrer Hardware heraus.
Dieser Artikel zeigt Ihnen Schritt für Schritt, welche Funktionen wirklich wirken – und wie Sie sie korrekt konfigurieren.
Was ist AMD Software: Adrenalin Edition?
AMD Software: Adrenalin Edition ist die zentrale Schaltzentrale für alle AMD-Radeon-Grafikkarten unter Windows 10 und Windows 11. Sie ersetzt seit Jahren das alte Catalyst Control Center und wurde seitdem grundlegend modernisiert. Heute ist sie eine ausgereifte Plattform, die regelmäßig Treiber-Updates, neue Features und Bugfixes liefert.
Dabei richtet sich die Software sowohl an Einsteiger als auch an erfahrene Enthusiasten. Einerseits bietet sie einfache Ein-Klick-Lösungen wie HYPR-RX-Profile, andererseits ermöglicht sie tiefgreifendes manuelles Tuning von GPU-Takt, Spannung und Lüftersteuerung. Zudem integriert AMD seit 2026 zunehmend KI-gestützte Funktionen, die das Spielerlebnis weiter verbessern.
Die Adrenalin Edition läuft ausschließlich auf Windows-Systemen mit AMD-Radeon-Grafikkarten. Nutzer von AMD APUs (z. B. mit integrierter Radeon-Grafik) können ebenfalls auf wesentliche Funktionen der Software zugreifen, allerdings mit eingeschränktem Funktionsumfang im Bereich Performance-Tuning.
AMD Adrenalin herunterladen und installieren
Bevor Sie irgendetwas optimieren, benötigen Sie die aktuelle Version der Software. Deshalb gilt als erster Schritt: Laden Sie AMD Software: Adrenalin Edition direkt von der offiziellen AMD-Website (amd.com/de/support) herunter.
Empfohlene Vorgehensweise bei der Installation:
- Öffnen Sie die AMD-Supportseite und wählen Sie Ihre Grafikkarte aus der Liste.
- Laden Sie den aktuellen WHQL-zertifizierten Treiber herunter. WHQL steht für „Windows Hardware Quality Labs“ und bedeutet, dass Microsoft den Treiber geprüft hat – das erhöht die Stabilität erheblich.
- Entfernen Sie vorher den alten Treiber vollständig mit dem AMD Cleanup Utility. Dieses Tool finden Sie ebenfalls auf der AMD-Supportseite. Es beseitigt alle Treiber-Reste zuverlässiger als der Windows-Gerätemanager.
- Starten Sie Windows im abgesicherten Modus, führen Sie das Cleanup Utility aus und starten Sie anschließend den PC neu.
- Installieren Sie dann die neue Version. Wählen Sie dabei „Vollständige Installation“, damit alle Komponenten korrekt eingerichtet werden.
- Aktivieren Sie nach der Installation die Option „Factory Reset“, wenn Sie direkt über Adrenalin aktualisieren. Dadurch werden alte Profilkonflikte vermieden.
Außerdem sollten Sie sicherstellen, dass Windows selbst auf dem neuesten Stand ist. Treiberprobleme entstehen häufig durch Konflikte zwischen alten Windows-Komponenten und neuen GPU-Treibern.
Die wichtigsten Bereiche der Adrenalin-Oberfläche
Nach der Installation öffnet sich die Adrenalin-Oberfläche mit mehreren Reitern. Für Gaming-Optimierung sind vor allem diese Bereiche relevant:
- Gaming: Hier verwalten Sie globale Grafikeinstellungen und individuelle Spielprofile.
- Leistung: Dieser Tab enthält Performance-Tuning, Überwachung (Overlay) und Metriken.
- Anzeige: Hier konfigurieren Sie FreeSync, Bildwiederholrate und Farbeinstellungen.
- Aufzeichnen und Streamen: Dieser Bereich bietet Zugang zu AMD ReLive für Gameplay-Aufnahmen.
Zusätzlich finden Sie auf der Startseite direkt die HYPR-RX-Profile, die wir im nächsten Abschnitt ausführlich erläutern.
HYPR-RX: Ein-Klick-Performance für alle Spiele
HYPR-RX ist eine der wirkungsvollsten Funktionen in AMD Adrenalin – und gleichzeitig die am einfachsten zu aktivierende. Mit einem einzigen Klick aktiviert das System automatisch eine optimierte Kombination aus mehreren leistungssteigernden Technologien.
Konkret aktiviert HYPR-RX folgende Funktionen gleichzeitig:
- AMD Radeon Anti-Lag+ zur Reduzierung der Eingabeverzögerung
- AMD Radeon Boost zur dynamischen Auflösungsanpassung bei schnellen Kamerabewegungen
- AMD FidelityFX Super Resolution (FSR) für mehr FPS durch intelligentes Upscaling
- AMD Fluid Motion Frames (AFMF) zur Frame-Generierung (ab Version 2.1 in der Adrenalin Edition enthalten)
So aktivieren Sie HYPR-RX:
- Öffnen Sie AMD Software: Adrenalin Edition.
- Navigieren Sie zu Gaming → Globale Einstellungen.
- Aktivieren Sie den Schalter „HYPR-RX“.
Alternativ bietet die Startseite von Adrenalin direkten Zugriff auf HYPR-RX-Profile. Dabei können Sie zwischen „HYPR-RX“ (maximale Performance und minimale Latenz) und „HYPR-RX Eco“ (Energiesparmodus, ideal für Laptops) wählen.
Besonders für Besitzer einer AMD Radeon RX 7000- oder RX 9000-Serie ist HYPR-RX ein erheblicher Gewinn. Ebenso profitieren Nutzer älterer Karten wie der RX 6000-Serie, auch wenn dort nicht alle HYPR-RX-Komponenten verfügbar sind.
AMD FreeSync richtig konfigurieren
AMD FreeSync synchronisiert die Bildwiederholrate Ihrer Grafikkarte mit der des Monitors. Dadurch verschwinden Bildrisse (Screen Tearing) und Stottern, ohne die Eingabeverzögerung von klassischem VSync zu verursachen.
Allerdings funktioniert FreeSync nur dann korrekt, wenn Sie beide Seiten aktivieren – in der Software und am Monitor.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für FreeSync:
- Öffnen Sie AMD Adrenalin und navigieren Sie zu Anzeige.
- Setzen Sie „AMD FreeSync“ auf „Aktiviert“.
- Öffnen Sie anschließend das On-Screen-Display (OSD) Ihres Monitors – in der Regel über Tasten an der Unterseite oder Rückseite des Monitors.
- Aktivieren Sie dort die Funktion „FreeSync“, „Adaptive Sync“ oder „Variable Refresh Rate (VRR)“, je nach Monitorhersteller.
- Wichtig: Ohne diese Aktivierung am Monitor selbst bleibt FreeSync wirkungslos, auch wenn es in Adrenalin eingeschaltet ist.
Zudem empfiehlt sich folgende Feinabstimmung: Setzen Sie den FPS-Limiter in Adrenalin 3 FPS unterhalb der maximalen Bildwiederholrate Ihres Monitors. Bei einem 144-Hz-Monitor also auf 141 FPS. Dadurch bleibt die Framerate dauerhaft im FreeSync-Bereich, was für besonders gleichmäßige Frametimes sorgt.
AMD Anti-Lag und Anti-Lag+: Eingabelatenz senken
Radeon Anti-Lag ist eine Technologie, die die Verzögerung zwischen Ihrer Eingabe (Maus, Tastatur) und der Reaktion auf dem Bildschirm reduziert. Besonders in schnellen Shootern wie Counter-Strike 2 oder Valorant macht das einen spürbaren Unterschied.
Anti-Lag+ ist die weiterentwickelte Version und arbeitet direkt mit dem Spielcode zusammen, was eine noch präzisere Latenzreduzierung ermöglicht. Jedoch ist Anti-Lag+ aktuell nur für eine begrenzte Anzahl unterstützter Spiele verfügbar.
So aktivieren Sie Anti-Lag:
- Navigieren Sie in Adrenalin zu Gaming → Globale Grafikeinstellungen (oder zu einem einzelnen Spielprofil).
- Aktivieren Sie „Radeon Anti-Lag“.
- Für unterstützte Spiele: Aktivieren Sie zusätzlich „Radeon Anti-Lag+“.
Außerdem gilt: Deaktivieren Sie V-Sync in der Spieleinstellung selbst, wenn Sie Anti-Lag nutzen. V-Sync und Anti-Lag arbeiten gegeneinander und heben so den Latenzvorteil gegenseitig auf.
AMD FSR 4 und Radeon Super Resolution: Mehr FPS ohne sichtbaren Qualitätsverlust
AMD FidelityFX Super Resolution (FSR) ist AMDs Upscaling-Technologie. Sie rendert Spiele intern in einer niedrigeren Auflösung und skaliert das Bild anschließend hochqualitativ auf die Zielauflösung hoch. Dadurch steigt die FPS-Rate erheblich, während die Bildqualität nur minimal leidet.
FSR 4, das mit der AMD Radeon RX 9000-Serie eingeführt wurde, nutzt dabei einen KI-basierten Upscaling-Algorithmus basierend auf maschinellem Lernen – ähnlich wie NVIDIAs DLSS 4. Zudem enthält FSR 4 eine verbesserte Frame-Generierung.
Radeon Super Resolution (RSR) ist dagegen eine treiberbasierte Version des FSR-Upscalings, die in jedem Spiel funktioniert – auch ohne native FSR-Integration durch den Entwickler.
So nutzen Sie RSR/FSR in Adrenalin:
- Navigieren Sie zu Gaming → Globale Grafikeinstellungen.
- Aktivieren Sie „Radeon Super Resolution“ und wählen Sie eine Qualitätsstufe:
- Qualität: geringer FPS-Gewinn, hohe Bildqualität
- Ausgewogen: guter Kompromiss
- Performance: größter FPS-Gewinn, spürbare Qualitätsreduzierung
- Ultra-Performance: maximale FPS, nur für 4K empfohlen
- Aktivieren Sie zusätzlich „Radeon Image Sharpening“ mit etwa 50–60 %, um durch das Upscaling entstandene Weichzeichnung zu kompensieren.
Deshalb gilt: Wer FSR in einem Spiel nativ nutzen kann, sollte das in den Spieleinstellungen aktivieren – das liefert bessere Qualität als RSR. RSR hingegen eignet sich hervorragend für ältere Spiele ohne FSR-Unterstützung.
Radeon Boost: Dynamische Auflösung für höhere FPS
Radeon Boost passt die Renderauflösung dynamisch an die Kamerabewegungen im Spiel an. Beim schnellen Bewegen der Kamera – wenn Details ohnehin schwer wahrzunehmen sind – reduziert Boost kurzzeitig die Auflösung, um mehr FPS zu generieren. Sobald die Kamera stillsteht, wird die volle Auflösung wiederhergestellt.
Dieser Ansatz funktioniert besonders gut in schnellen Ego-Shootern. Für Spiele mit langsamer Kameraführung oder Strategiespiele bringt Radeon Boost hingegen wenig Mehrwert.
So aktivieren Sie Radeon Boost:
- Navigieren Sie zu Gaming → Globale Grafikeinstellungen.
- Aktivieren Sie „Radeon Boost“.
- Wählen Sie einen minimalen Auflösungswert (z. B. 50 % der nativen Auflösung als untere Grenze).
Radeon Chill: Energie sparen und Temperaturen senken
Radeon Chill ist eine oft unterschätzte Funktion. Sie begrenzt die FPS intelligenterweise in Spielsituationen, in denen keine hohe FPS-Rate benötigt wird – zum Beispiel beim Stehen in einem Menü oder beim ruhigen Erkunden einer Spielwelt.
Dadurch sinken Energieverbrauch und GPU-Temperatur erheblich, was besonders für Laptop-Nutzer attraktiv ist. Ebenso profitieren Desktop-Nutzer von weniger Lüftergeräusch in ruhigen Spielphasen.
Empfohlene Chill-Einstellungen:
- Navigieren Sie zu Gaming → Globale Grafikeinstellungen.
- Aktivieren Sie „Radeon Chill“.
- Setzen Sie einen Mindest-FPS-Wert (z. B. 60 FPS) und einen Maximal-FPS-Wert (z. B. entsprechend Ihrer Monitor-Refresh-Rate).
Dabei gilt: Aktivieren Sie Chill nicht gleichzeitig mit RTSS (RivaTuner Statistics Server) oder dem internen Spiellimiter. Mehrere aktive FPS-Limiter verursachen häufig Mikroruckler.
Performance-Tuning: Undervolting und Übertakten
Im Reiter „Leistung → Tuning“ finden Sie die leistungsfähigsten, aber auch risikoreichsten Einstellungen. Hier gilt deshalb besondere Vorsicht.
Automatisches Undervolting – die empfohlene Vorgehensweise
Statt sofort zu übertakten, empfehlen wir zunächst das automatische Undervolting. Dabei senkt Adrenalin die Spannung der GPU leicht ab, ohne die Taktfrequenzen zu reduzieren. Das Ergebnis: weniger Abwärme, geringerer Stromverbrauch und leiser Betrieb – bei nahezu identischer Spieleleistung.
Anleitung für automatisches Undervolting:
- Navigieren Sie zu Leistung → Tuning.
- Wählen Sie „Automatisches Tuning“.
- Klicken Sie auf „Undervolting für GPU“.
- Starten Sie den Prozess und warten Sie, bis Adrenalin die optimale Spannung gefunden hat (ca. 10–20 Minuten).
Die AMD Radeon RX 9070 XT ist ein gutes Beispiel: Bei einer manuellen Spannungsreduzierung auf etwa 240 Watt (statt 280 W im Auslieferungszustand) verliert die Karte lediglich 2–3 % FPS, wird jedoch deutlich kühler und leiser. Deshalb lohnt sich Undervolting besonders für Silent-Builds und kompakte Gehäuse.
Manuelles Übertakten – für Fortgeschrittene
Falls Sie mehr FPS durch Übertakten erzielen möchten, gilt folgende empfohlene Vorgehensweise:
- Wechseln Sie in „Manuelles Tuning“.
- Erhöhen Sie den GPU-Takt schrittweise um 5–10 MHz.
- Testen Sie die Stabilität mit einem Benchmark-Tool wie 3DMark (kostenlos/kostenpflichtig, via 3dmark.com) oder FurMark (kostenlos, via geeks3d.com).
- Erhöhen Sie den Takt weiter, bis das System instabil wird, und gehen Sie dann einen Schritt zurück.
Außerdem gilt: Übertakten kann die Lebensdauer der GPU verkürzen und die Garantie beeinflussen. Gehen Sie deshalb behutsam vor.
Lüftersteuerung: Kühlung nach Maß
Die Standard-Lüfterprofile in AMD-Grafikkarten sind oft konservativ eingestellt. Deshalb lohnt es sich, eine eigene Lüfterkurve zu definieren.
Empfohlene Lüfterkurve:
- Navigieren Sie zu Leistung → Tuning → Lüfter.
- Aktivieren Sie den manuellen Lüftermodus.
- Stellen Sie die Kurve so ein:
- Unter 50 °C: 0 % Lüfterdrehzahl (0-dB-Betrieb, sofern Karte das unterstützt)
- 50–60 °C: 20–30 % Drehzahl
- 60–75 °C: 30–50 % (linearer Anstieg)
- 75–85 °C: 50–80 % (steilerer Anstieg)
- Über 85 °C: 100 % als Sicherheitsstufe
Dadurch bleibt die Grafikkarte in normalen Spielsituationen leise, reagiert bei Bedarf aber schnell mit erhöhter Kühlung. Ebenso verlängern moderate Temperaturen die Lebensdauer der Hardware.
Spielprofile: Individuelle Einstellungen pro Spiel
Einer der größten Vorteile von AMD Adrenalin ist die Möglichkeit, für jedes Spiel eigene Einstellungsprofile zu erstellen. Damit müssen Sie keine Kompromisse zwischen Latenz-Optimierung für Shooter und Bildqualität für Story-Spiele eingehen.
So legen Sie ein Spielprofil an:
- Navigieren Sie in Adrenalin zu Gaming → Spiele.
- Klicken Sie auf „Spiel hinzufügen“ und wählen Sie die
.exe-Datei des Spiels. - Konfigurieren Sie anschließend die Einstellungen ausschließlich für dieses Spiel.
Empfohlene Profile nach Spieltyp:
- Esport-Titel (CS2, Valorant, Apex Legends): Aktivieren Sie Anti-Lag+, deaktivieren Sie Bildverbesserungen, setzen Sie einen FPS-Limiter knapp unter der Monitor-Refresh-Rate.
- AAA-Singleplayer-Spiele (Cyberpunk 2077, Horizon: Forbidden West): Aktivieren Sie FSR 4 oder RSR im „Qualität“-Modus, aktivieren Sie Image Sharpening bei 50 %.
- Strategie- und Simulationsspiele: Aktivieren Sie Radeon Chill, um Energie und Lärm zu sparen, da hohe FPS hier weniger kritisch sind.
AMD ReLive: Gameplay aufnehmen ohne FPS-Verlust
AMD ReLive ist AMDs integrierte Lösung für Gameplay-Aufnahmen und Streaming. Sie nutzt den dedizierten Hardware-Encoder der Radeon-GPU, was im Vergleich zu Software-Encodern kaum Performance kostet.
So aktivieren Sie ReLive:
- Navigieren Sie zu Aufzeichnen und Streamen.
- Aktivieren Sie „Instant Replay“, um die letzten Minuten des Spiels jederzeit speichern zu können.
- Legen Sie einen Tastaturkurzbefehl fest, um Clips schnell zu sichern.
- Wählen Sie eine Aufnahmequalität: Für gute Qualität bei kleiner Dateigröße empfehlen wir 1080p bei 60 FPS und 50 Mbit/s Bitrate.
Zudem lässt sich ReLive direkt mit Twitch, YouTube und weiteren Streaming-Plattformen verbinden. Deshalb benötigen viele Gamer keine zusätzliche Software wie OBS Studio, sofern keine erweiterten Streaming-Konfigurationen benötigt werden.
AMD Smart Access Memory: CPU und GPU im Verbund
AMD Smart Access Memory (SAM) ist eine Funktion, die ausschließlich auf AMD-Plattformen mit Ryzen-CPU und Radeon-GPU verfügbar ist. Sie ermöglicht der CPU, direkt auf den gesamten VRAM der Grafikkarte zuzugreifen – statt nur auf einen kleinen Puffer.
Das Ergebnis sind FPS-Gewinne von 3–15 % in vielen Spielen, abhängig vom Titel und der Systemkonfiguration. Zudem entstehen keine nennenswerten Nachteile.
So aktivieren Sie SAM:
- SAM muss im UEFI/BIOS des Mainboards aktiviert werden. Suchen Sie dort nach „Resizable BAR“ oder „Above 4G Decoding“ und aktivieren Sie beide Optionen.
- In AMD Adrenalin erscheint SAM danach automatisch als aktiv – Sie müssen dort nichts weiter einstellen.
Wichtig: SAM funktioniert nur mit AMD Ryzen 5000 oder neuer in Kombination mit AMD Radeon RX 6000 oder neuer. Außerdem muss das Mainboard SAM über ein BIOS-Update unterstützen.
Performance-Monitoring: Das Overlay nutzen
AMD Adrenalin bietet ein integriertes Performance-Overlay, das während des Spielens wichtige Metriken anzeigt – ohne zusätzliche Software.
So richten Sie das Overlay ein:
- Navigieren Sie zu Leistung → Overlay.
- Aktivieren Sie das Overlay und wählen Sie die gewünschten Metriken: FPS, GPU-Auslastung, GPU-Temperatur, CPU-Auslastung, VRAM-Nutzung und Frametimes.
- Legen Sie einen Tastaturkurzbefehl fest, um das Overlay im Spiel ein- und auszublenden.
Deshalb ist das Overlay besonders nützlich, um Engpässe zu identifizieren: Eine dauerhaft hohe GPU-Auslastung bei niedrigen FPS deutet auf einen GPU-Flaschenhals hin. Hohe CPU-Auslastung bei gleichzeitig niedriger GPU-Auslastung weist hingegen auf einen CPU-Bottleneck hin.
Treiber aktuell halten: So bleiben Sie immer auf dem neuesten Stand
AMD veröffentlicht regelmäßig neue Adrenalin-Treiber. Diese bringen häufig Optimierungen für neue Spiele, Bugfixes und gelegentlich neue Features.
Empfohlene Vorgehensweise für Treiber-Updates:
- Öffnen Sie Adrenalin und navigieren Sie zu Einstellungen → System → Treiber und Software.
- Klicken Sie auf „Nach Updates suchen“.
- Laden Sie bei Verfügbarkeit die WHQL-Version herunter (stabiler als optionale Treiber).
- Aktivieren Sie „Factory Reset“ während der Installation, um Profilkonflikte zu vermeiden.
Falls nach einem Update Instabilitäten auftreten, können Sie über Einstellungen → System → Vorherige Treiberversion wiederherstellen zum letzten stabilen Treiber zurückkehren. Diese Funktion ist häufig übersehen, aber äußerst wertvoll.
Häufige Fragen zu AMD Adrenalin
Was ist HYPR-RX und für wen lohnt es sich?
HYPR-RX ist ein Ein-Klick-Profil in AMD Adrenalin, das automatisch Anti-Lag, Radeon Boost, FSR und AMD Fluid Motion Frames aktiviert. Es lohnt sich für nahezu jeden Radeon-Nutzer, der mehr FPS und weniger Eingabeverzögerung möchte. Besonders auf der RX 7000- und RX 9000-Serie ist der Effekt deutlich spürbar.
Welche AMD-Adrenalin-Einstellungen verbessern die FPS am meisten?
Den größten FPS-Gewinn bieten HYPR-RX (Ein-Klick-Profil), AMD FSR/RSR (Upscaling), AMD Fluid Motion Frames (Frame-Generierung) und die Aktivierung von AMD Smart Access Memory bei AMD-Ryzen-Plattformen. Zudem bringt automatisches Undervolting zusätzliche Performance durch thermische Entlastung.
Ist AMD Adrenalin unter Windows 11 kompatibel?
Ja, AMD Software: Adrenalin Edition ist vollständig für Windows 11 optimiert. Außerdem empfiehlt AMD, stets die WHQL-zertifizierte Version des Treibers zu installieren, da diese besonders auf Stabilität geprüft wurde.
Was ist der Unterschied zwischen Anti-Lag und Anti-Lag+?
Radeon Anti-Lag reduziert die Latenz auf Treiberebene durch cleveres Timing der CPU-Arbeitswarteschlange. Anti-Lag+ geht einen Schritt weiter und arbeitet direkt mit dem Spielcode zusammen – dadurch ist die Latenzreduzierung noch präziser. Allerdings unterstützt Anti-Lag+ aktuell nur ausgewählte Spiele.
Sollte ich Radeon Chill aktivieren?
Radeon Chill empfiehlt sich besonders für Laptop-Nutzer und alle, die auf Lautstärke und Energieeffizienz achten. Für kompetitives Gaming, bei dem konstant hohe FPS gefordert sind, sollten Sie Chill hingegen deaktivieren.
Was ist AMD Smart Access Memory und wie aktiviere ich es?
AMD Smart Access Memory (SAM) gibt der CPU vollen Zugriff auf den VRAM der GPU. Deshalb steigen FPS in vielen Spielen um 3–15 %. SAM aktivieren Sie im UEFI/BIOS unter „Resizable BAR“ und „Above 4G Decoding“. Es funktioniert nur mit Ryzen 5000+ und Radeon RX 6000+.
Wie erstelle ich ein Spielprofil in AMD Adrenalin?
Navigieren Sie zu Gaming → Spiele → Spiel hinzufügen und wählen Sie die .exe-Datei des Spiels. Anschließend können Sie alle Grafikeinstellungen exklusiv für dieses Spiel konfigurieren – ohne andere Spiele zu beeinflussen.
Kann Undervolting meine Grafikkarte beschädigen?
Nein, Undervolting ist grundsätzlich sicher, da Sie lediglich die Spannung reduzieren – und damit Strom und Wärme senken. Das automatische Undervolting in Adrenalin ist besonders sicher, weil AMD selbst die Grenzen festlegt. Zudem verlängert weniger Abwärme sogar die Lebensdauer der Hardware.
Was ist AMD ReLive und wie unterscheidet es sich von OBS Studio?
AMD ReLive ist AMDs eingebaute Aufnahme- und Streaming-Lösung, die den Hardware-Encoder der GPU nutzt. Sie ist einfacher einzurichten als OBS Studio und verursacht weniger Performance-Einbußen. OBS Studio bietet jedoch mehr Konfigurationsoptionen für professionelle Streaming-Setups.
Wie deaktiviere ich den Autostart von AMD Adrenalin?
Navigieren Sie in Adrenalin zu Einstellungen → Allgemein und deaktivieren Sie dort die Option „App beim Start laden“. Dadurch startet die Adrenalin-Oberfläche nicht mehr automatisch beim Windows-Start – die Treiber laufen jedoch weiterhin im Hintergrund.
Fazit
AMD Software: Adrenalin Edition ist 2026 eine der leistungsfähigsten Grafiktreiberoberflächen auf dem Markt. Mit den richtigen Einstellungen – besonders HYPR-RX, automatisches Undervolting, FreeSync und spielspezifische Profile – holen Sie das Maximum aus Ihrer Radeon-Grafikkarte heraus.
Deshalb lautet unsere Empfehlung: Aktivieren Sie nach der Installation sofort HYPR-RX und automatisches Undervolting, passen Sie die Lüfterkurve an und halten Sie den Treiber stets aktuell. So spielen Sie stabiler, flüssiger und leiser – ohne einen Cent für neue Hardware auszugeben.
