Snipping Tool: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Snipping Tool: So erstellen Sie Screenshots unter Windows 10 und Windows 11 – Schritt-für-Schritt-Anleitung für Rechteck- und Vollbildaufnahmen.

Snipping Tool: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Das Snipping Tool ist das integrierte Programm von Windows, mit dem Sie Bildschirmfotos aufnehmen, bearbeiten und speichern können. Zudem bietet es unter Windows 11 mittlerweile Texterkennung, Bildschirmaufnahme und Schnellbearbeitung.

In dieser Anleitung erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie das Tool öffnen, einen Screenshot erstellen und die Ergebnisse optimal weiterverwenden – unter Windows 10, Windows 11 und alternativ auf dem Mac.

Was ist das Snipping Tool und wofür wird es genutzt?

Das Snipping Tool ist die Standard-App von Microsoft für die Bildschirmaufnahme unter Windows. Ursprünglich als einfaches Ausschneide-Werkzeug gestartet, wurde es inzwischen mit den Funktionen der früheren App „Snip & Sketch“ zusammengeführt. Dadurch entstand ein einheitliches Werkzeug für Screenshots und Bildschirmaufzeichnungen.

Mit dem Snipping Tool lassen sich folgende Aufgaben erledigen:

  • Rechteckige, freihändige, Fenster- oder Vollbildaufnahmen erstellen
  • Screenshots direkt nach der Aufnahme bearbeiten und markieren
  • Text aus einem Bild per OCR-Texterkennung extrahieren
  • Bildschirmaufzeichnungen als Video anfertigen
  • Persönliche Daten wie E-Mail-Adressen automatisch unkenntlich machen

Aus diesem Grund ersetzt das Tool für viele Nutzerinnen und Nutzer inzwischen externe Programme. Dennoch lohnt sich für professionelle Anforderungen ein Blick auf Alternativen, worauf später noch eingegangen wird.

Snipping Tool öffnen: So gelingt der Einstieg

Bevor Sie einen Screenshot erstellen können, müssen Sie das Snipping Tool zunächst öffnen. Dafür gibt es mehrere Wege, die sich sowohl unter Windows 11 als auch unter Windows 10 anwenden lassen.

Über das Startmenü öffnen

Klicken Sie zunächst auf die Windows-Taste und geben Sie „Ausschnitte“ oder „Snipping Tool“ in die Suche ein. Anschließend erscheint das Programm in den Suchergebnissen. Ein Klick darauf öffnet die App sofort.

Über die Tastenkombination öffnen

Deutlich schneller gelingt der Start über eine Tastenkombination. Drücken Sie gleichzeitig Windows + Umschalt + S. Dadurch öffnet sich unmittelbar die Aufnahmeleiste am oberen Bildschirmrand, ohne dass Sie zuerst die App suchen müssen.

Über die Taskleiste anheften

Damit Sie zukünftig noch schneller zugreifen können, empfiehlt es sich, das Snipping Tool an die Taskleiste anzuheften. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf das Programmsymbol und wählen Sie „An Taskleiste anheften“ aus. Somit ist die App fortan nur noch einen Klick entfernt.

Screenshot erstellen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Sobald das Snipping Tool geöffnet ist, können Sie mit der eigentlichen Aufnahme beginnen. Folgen Sie dazu diesen Schritten:

  1. Öffnen Sie das Snipping Tool über Windows + Umschalt + S oder über das Startmenü.
  2. Wählen Sie oben in der Leiste den gewünschten Aufnahmemodus aus: rechteckig, freihändig, Fenster oder Vollbild.
  3. Markieren Sie anschließend den Bereich, den Sie festhalten möchten, indem Sie mit der Maus darüberziehen.
  4. Der Screenshot wird danach automatisch in die Zwischenablage kopiert.
  5. Zusätzlich öffnet sich eine Benachrichtigung, über die Sie das Bild direkt im Editor öffnen können.
  6. Fügen Sie den Screenshot mit Strg + V an beliebiger Stelle ein oder bearbeiten Sie ihn zunächst weiter.

Auf diese Weise gelingt die Aufnahme in wenigen Sekunden, selbst ohne Vorkenntnisse.

Die vier Aufnahmemodi im Überblick

Damit Sie den passenden Modus für Ihre Situation wählen, lohnt sich ein genauerer Blick auf die verfügbaren Optionen:

  • Rechteckausschnitt: Ideal für einen klar definierten Bereich, beispielsweise ein Formular oder eine Fehlermeldung.
  • Freihandausschnitt: Geeignet, wenn Sie eine unregelmäßige Form, etwa ein rundes Symbol, exakt nachzeichnen möchten.
  • Fensterausschnitt: Praktisch, sobald ein komplettes Programmfenster erfasst werden soll, ohne den Hintergrund einzubeziehen.
  • Vollbildausschnitt: Nützlich für die gesamte Bildschirmansicht, beispielsweise bei einer Präsentation oder Anleitung.

Verzögerte Aufnahme: Menüs und Tooltips festhalten

Ein häufiges Problem besteht darin, dass sich Kontextmenüs oder Tooltips schließen, sobald Sie zum Snipping Tool wechseln. Aus diesem Grund bietet die App eine verzögerte Aufnahme an.

Gehen Sie dazu folgendermaßen vor:

  1. Öffnen Sie das Snipping Tool und klicken Sie oben auf das Uhrsymbol für die Verzögerung.
  2. Wählen Sie eine Verzögerung von drei oder zehn Sekunden aus.
  3. Öffnen Sie anschließend das gewünschte Menü oder Fenster, bevor der Countdown abläuft.
  4. Nach Ablauf der Zeit erscheint automatisch das Fadenkreuz zur Auswahl des Bereichs.

Dadurch lassen sich auch flüchtige Bildschirminhalte zuverlässig dokumentieren.

Screenshot bearbeiten: Der integrierte Editor

Nachdem die Aufnahme abgeschlossen ist, öffnet sich der Editor des Snipping Tools. Dort stehen Ihnen mehrere Bearbeitungswerkzeuge zur Verfügung, mit denen sich Screenshots direkt anpassen lassen.

Quick Markup nutzen

Seit einem der neueren Updates bietet das Snipping Tool die Funktion „Quick Markup“ an. Damit lässt sich ein Screenshot unmittelbar nach der Aufnahme markieren, ohne den Editor separat zu öffnen. Drücken Sie dafür die Tastenkombination Strg + E oder klicken Sie direkt auf den entsprechenden Button in der Benachrichtigung.

Text, Pfeile und Formen einfügen

Im Editor stehen Ihnen zudem folgende Werkzeuge bereit:

  • Stift und Textmarker für handschriftliche Anmerkungen
  • Lineal für gerade Linien
  • Formen wie Pfeile und Rechtecke, um wichtige Bereiche hervorzuheben
  • Zuschneiden-Funktion, um überflüssige Ränder zu entfernen

Anschließend speichern Sie das bearbeitete Bild über das Diskettensymbol oder exportieren es direkt per Freigabe-Button.

Text aus Screenshots per OCR extrahieren

Eine besonders praktische Funktion ist die Texterkennung, auch OCR genannt. Damit können Sie geschriebenen Text aus einem Bild kopieren, ohne ihn manuell abzutippen. Klicken Sie dazu im Editor auf den Button „Textaktionen“ und markieren Sie anschließend den gewünschten Textbereich. Der erkannte Text lässt sich danach direkt in ein anderes Programm einfügen.

Diese Funktion spart insbesondere bei Fehlermeldungen oder gescannten Dokumenten erheblich Zeit.

Persönliche Daten automatisch schwärzen

Zusätzlich erkennt das Snipping Tool automatisch E-Mail-Adressen und Telefonnummern innerhalb eines Screenshots. Über die Schnell-Schwärzen-Option lassen sich diese Angaben mit einem einzigen Klick unkenntlich machen. Dadurch eignet sich das Tool auch für die sichere Weitergabe sensibler Informationen.

Bildschirmaufzeichnung mit dem Snipping Tool

Neben Standbildern beherrscht das Snipping Tool inzwischen ebenso die Videoaufnahme des Bildschirms. Diese Funktion ersetzt in vielen Fällen zusätzliche Aufnahmeprogramme.

So gehen Sie vor:

  1. Öffnen Sie das Snipping Tool und wählen Sie oben das Kamerasymbol aus.
  2. Klicken Sie auf „Neu“, um den Aufnahmebereich festzulegen.
  3. Markieren Sie den Bildschirmbereich, der aufgezeichnet werden soll.
  4. Starten Sie die Aufnahme über den Start-Button.
  5. Beenden Sie die Aufzeichnung, sobald Sie fertig sind, über das Stopp-Symbol in der Menüleiste.
  6. Speichern Sie das Video anschließend im gewünschten Ordner.

Somit lassen sich Tutorials, Fehlerberichte oder kurze Erklärvideos ohne Zusatzsoftware erstellen.

Snipping Tool unter Windows 10 verwenden

Zwar unterscheidet sich das Aussehen unter Windows 10 leicht von der aktuellen Version, jedoch funktionieren die grundlegenden Schritte ähnlich. Öffnen Sie das Tool über die Suche oder über die Tastenkombination Windows + Umschalt + S. Anschließend wählen Sie den Aufnahmemodus aus und markieren den gewünschten Bereich.

Allerdings fehlen unter älteren Windows-10-Versionen einige neuere Funktionen wie Quick Markup oder die automatische Schwärzung. Aus diesem Grund lohnt sich ein Update auf die aktuelle Version, sofern die Systemvoraussetzungen es erlauben.

Screenshot am Mac erstellen: Die Alternative zum Snipping Tool

Da macOS über kein „Snipping Tool“ im eigentlichen Sinn verfügt, kommt dort ein vergleichbares Bordmittel namens „Bildschirmfoto“ zum Einsatz. Die Bedienung ähnelt dem Windows-Pendant, verwendet jedoch andere Tastenkombinationen.

  • Cmd + Umschalt + 3: Nimmt den gesamten Bildschirm auf.
  • Cmd + Umschalt + 4: Öffnet ein Fadenkreuz zur Auswahl eines Bereichs.
  • Cmd + Umschalt + 5: Öffnet die vollständige Bildschirmfoto-Werkzeugleiste inklusive Videoaufnahme.

Anschließend landet der Screenshot standardmäßig auf dem Schreibtisch und lässt sich über die Miniaturvorschau direkt bearbeiten. Somit erhalten auch Mac-Nutzerinnen und -Nutzer eine vollwertige Lösung, ohne zusätzliche Software installieren zu müssen.

Snipping Tool funktioniert nicht: Häufige Ursachen und Lösungen

Gelegentlich lässt sich das Snipping Tool nicht öffnen oder die Tastenkombination reagiert nicht. Deshalb folgen hier die gängigsten Lösungsansätze:

  • App-Update prüfen: Öffnen Sie den Microsoft Store und suchen Sie nach verfügbaren Updates für das Snipping Tool.
  • Tastenkombination neu zuweisen: Prüfen Sie unter den Windows-Einstellungen, ob die Kombination Windows + Umschalt + S von einem anderen Programm blockiert wird.
  • Druck-Taste alternativ nutzen: Sollte die Tastenkombination nicht reagieren, verwenden Sie stattdessen die Druck-Taste (PrtScn), die inzwischen ebenfalls das Snipping Tool öffnen kann.
  • Neustart durchführen: Manchmal genügt bereits ein einfacher Neustart des Systems, damit die App wieder reagiert.
  • Berechtigungen kontrollieren: Prüfen Sie unter den Datenschutzeinstellungen, ob dem Snipping Tool der Zugriff auf den Bildschirm erlaubt ist.

Sollte das Problem weiterhin bestehen, hilft häufig eine Neuinstallation über den Microsoft Store.

Snipping Tool im Vergleich zur Druck-Taste

Grundsätzlich unterscheiden sich beide Methoden deutlich in ihrem Funktionsumfang. Die Druck-Taste erstellt lediglich ein rohes Abbild des gesamten Bildschirms, ohne Bearbeitungsmöglichkeiten. Das Snipping Tool hingegen bietet volle Kontrolle über den Aufnahmebereich sowie zahlreiche Nachbearbeitungsoptionen.

Somit eignet sich die Druck-Taste eher für schnelle, unkomplizierte Aufnahmen, während das Snipping Tool bei detaillierten Anforderungen klar im Vorteil ist.

Alternativen zum Snipping Tool

Obwohl das Snipping Tool für die meisten Alltagsaufgaben ausreicht, stoßen professionelle Anwenderinnen und Anwender gelegentlich an dessen Grenzen. Insbesondere fehlen erweiterte Kommentierungsoptionen sowie eine direkte Cloud-Freigabe. Aus diesem Grund lohnt sich für regelmäßige Nutzung ein Blick auf folgende Alternativen:

  • Greenshot: Ein kostenloses Programm mit erweiterten Bearbeitungswerkzeugen, Weichzeichnungs-Effekten und direkter Word- oder E-Mail-Anbindung.
  • ShareX: Eine leistungsstarke Open-Source-Lösung mit automatischem Upload, umfangreichen Freigabeoptionen und zahlreichen Aufnahmemodi.
  • Snagit: Ein kostenpflichtiges Programm von TechSmith, das sich besonders für Dokumentationsteams eignet, die regelmäßig Anleitungen mit vielen Screenshots erstellen.

Für den gelegentlichen Gebrauch reicht das integrierte Snipping Tool jedoch vollkommen aus. Erst bei täglicher, professioneller Nutzung zahlt sich eine zusätzliche Software tatsächlich aus.

Praktische Tipps für den täglichen Gebrauch

Damit Sie das Snipping Tool noch effizienter nutzen, helfen folgende Hinweise:

  • Screenshots sofort umbenennen: Anstelle generischer Namen wie „Screenshot (1)“ empfiehlt sich ein aussagekräftiger Dateiname, beispielsweise „anmeldefehler-2026-03″.
  • Automatisches Speichern aktivieren: Legen Sie in den Einstellungen einen festen Speicherordner fest, damit Screenshots nicht ausschließlich in der Zwischenablage landen.
  • Tastenkombinationen einprägen: Wer die wichtigsten Kürzel wie Windows + Umschalt + S kennt, spart im Alltag erheblich Zeit.
  • Mehrfachaufnahmen nutzen: Über die Mehrfachauswahl lassen sich mehrere Bereiche nacheinander erfassen, ohne den Vorgang jedes Mal neu zu starten.

Dadurch wird das Snipping Tool nicht nur schneller, sondern auch deutlich übersichtlicher im täglichen Einsatz.

Häufige Fragen zur Nutzung des Snipping Tools

Wie öffne ich das Snipping Tool am schnellsten?

Am schnellsten gelingt der Start über die Tastenkombination Windows + Umschalt + S. Dadurch öffnet sich sofort die Aufnahmeleiste, ohne dass Sie zusätzlich das Startmenü verwenden müssen.

Wo werden die Screenshots gespeichert?

Standardmäßig landet der Screenshot zunächst in der Zwischenablage. Zusätzlich speichert das Snipping Tool die Aufnahme automatisch in einem Temp-Ordner, sofern diese Einstellung aktiviert wurde.

Warum funktioniert die Tastenkombination nicht?

Häufig blockiert ein anderes Programm die Tastenkombination. Deshalb sollten Sie zunächst überprüfen, ob eine andere Anwendung dieselbe Kombination nutzt, und alternativ die Druck-Taste verwenden.

Kann ich mit dem Snipping Tool auch Videos aufnehmen?

Ja, seit einem Update unterstützt das Snipping Tool zusätzlich die Bildschirmaufzeichnung. Dafür klicken Sie im Programm auf das Kamerasymbol und starten die Aufnahme über den Start-Button.

Gibt es das Snipping Tool auch für Mac?

Nein, macOS verwendet stattdessen die integrierte App „Bildschirmfoto“. Diese lässt sich über die Tastenkombination Cmd + Umschalt + 5 öffnen und bietet ähnliche Funktionen wie das Windows-Pendant.

Wie erkenne ich Text in einem Screenshot?

Öffnen Sie den Screenshot im Editor und klicken Sie anschließend auf „Textaktionen“. Danach markieren Sie den gewünschten Bereich, woraufhin der erkannte Text kopiert werden kann.

Was ist der Unterschied zwischen Snipping Tool und Druck-Taste?

Die Druck-Taste erstellt lediglich ein unbearbeitetes Vollbild, während das Snipping Tool gezielte Ausschnitte sowie umfangreiche Bearbeitungsmöglichkeiten bietet. Somit eignet sich das Snipping Tool besser für detaillierte Aufnahmen.

Kann das Snipping Tool persönliche Daten automatisch verbergen?

Ja, die App erkennt automatisch E-Mail-Adressen und Telefonnummern innerhalb eines Screenshots. Über die Schnell-Schwärzen-Funktion lassen sich diese mit einem Klick unkenntlich machen.

Welche Alternativen gibt es zum Snipping Tool?

Zu den bekanntesten Alternativen zählen Greenshot, ShareX und Snagit. Diese bieten insbesondere für professionelle Anwenderinnen und Anwender zusätzliche Funktionen wie Cloud-Freigabe oder erweiterte Kommentierung.

Funktioniert das Snipping Tool auch unter Windows 10?

Ja, das Snipping Tool steht ebenfalls unter Windows 10 zur Verfügung. Allerdings fehlen dort einige neuere Funktionen wie Quick Markup, weshalb sich ein Update auf eine aktuelle Version empfiehlt.

Fazit

Das Snipping Tool bietet unter Windows 11 und Windows 10 eine vollständige Lösung für Screenshots, Bearbeitung und Bildschirmaufzeichnung. Zudem ergänzen Funktionen wie OCR und automatische Schwärzung den Alltag spürbar.

Für einfache Aufgaben reicht das Bordmittel völlig aus. Lediglich bei professionellen Anforderungen lohnt sich zusätzlich ein Blick auf Programme wie Greenshot oder Snagit.

Mario
Mario

Mario schreibt bei tippsling.de über Technik, Spiele, DIY und digitale Alltagsthemen. Sein Schwerpunkt liegt auf verständlichen Anleitungen zu Windows, Apps und praktischen Problemlösungen – ergänzt um Ratgeber zu Gaming- und DIY-Themen.

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