Erfahren Sie, wie Sie das MSI-Boot-Menü öffnen und anpassen, um Startoptionen zu wählen, Bootreihenfolge zu ändern und Probleme schnell zu lösen.

Das MSI-Boot-Menü ist ein zentrales Werkzeug, um Startreihenfolge, Boot-Geräte und spezielle Startoptionen gezielt zu steuern. Ob Neuinstallation von Windows, Start von USB oder Fehlerbehebung: Wer das Boot-Menü sicher öffnen und korrekt anpassen kann, spart Zeit und vermeidet typische Startprobleme.
Diese Anleitung erklärt verständlich und praxisnah alle Schritte – von der richtigen Taste über UEFI-Optionen bis hin zu Lösungen bei Problemen.
Grundlagen: Was ist das MSI-Boot-Menü?
Das Boot-Menü eines MSI-Mainboards erlaubt die temporäre Auswahl des Startlaufwerks, ohne die dauerhaft hinterlegte Boot-Reihenfolge zu verändern. Es unterscheidet sich vom BIOS/UEFI-Setup, in dem die Startreihenfolge und weitere Firmware-Optionen dauerhaft konfiguriert werden. Beim Boot-Menü entscheiden Sie einmalig, von welchem Medium gestartet wird (z. B. SSD, USB-Stick, DVD).
Typische Einsatzfälle
- Start von einem Installations-USB-Stick
- Auswahl eines alternativen Betriebssystems
- Diagnose- oder Rettungsmedien starten
- Testen neuer Laufwerke ohne Umbau der Reihenfolge
Voraussetzungen und wichtige Hinweise
- Ein funktionierendes MSI-Mainboard von MSI
- Tastatur (USB empfohlen; bei älteren Systemen ggf. PS/2)
- Optional: bootfähiges Medium (USB/DVD)
- Bei sehr schnellen Systemen ggf. Schnellstart deaktivieren, um das Zeitfenster zum Tastendruck zu vergrößern
MSI-Boot-Menü öffnen: Schritt für Schritt
Die richtige Taste
Bei MSI-Systemen ist die Boot-Menü-Taste F11.
So gehen Sie vor
- Computer vollständig ausschalten.
- Einschalten und sofort mehrfach F11 drücken.
- Das Boot-Menü erscheint mit einer Liste verfügbarer Startgeräte.
Tipp: Drücken Sie F11 direkt nach dem Einschalten wiederholt, nicht erst beim Logo.
Alternative Wege
- Neustart statt Kaltstart: Bei manchen Systemen reagiert F11 nach einem Neustart zuverlässiger.
- Schnellstart deaktivieren: In Windows unter Energieoptionen, damit das Boot-Fenster länger offen ist.
Unterschied: Boot-Menü vs. BIOS/UEFI
- Boot-Menü (F11): Einmalige Auswahl, keine dauerhafte Änderung.
- BIOS/UEFI (ENTF/DEL): Dauerhafte Einstellungen wie Boot-Priorität, Secure Boot, CSM, SATA-Modus.
Für wiederkehrende Starts von einem bestimmten Laufwerk ist die Änderung im BIOS/UEFI sinnvoller.
Boot-Geräte richtig verstehen
Im Boot-Menü können Einträge mehrfach erscheinen, z. B.:
- UEFI: USB-Stick
- USB-Stick (Legacy)
Empfehlung
- Moderne Systeme: UEFI-Variante wählen.
- Alte Tools/Images: ggf. Legacy/CSM erforderlich.
Boot-Menü anpassen: Temporär vs. dauerhaft
Temporäre Auswahl (Boot-Menü)
- Ideal für Installationen und Tests
- Keine Nebenwirkungen auf den Alltag
Dauerhafte Reihenfolge (BIOS/UEFI)
- Mit ENTF/DEL ins BIOS/UEFI.
- Boot-Menü öffnen.
- Bootoption #1 auf gewünschtes Laufwerk setzen.
- Änderungen speichern (F10).
UEFI-Einstellungen auf MSI-Systemen
Secure Boot
- Aktiv: Nur signierte Bootloader starten.
- Deaktivieren, wenn ältere Installationsmedien oder Tools nicht starten.
CSM (Compatibility Support Module)
- Deaktiviert für reines UEFI (empfohlen).
- Aktivieren, wenn Legacy-Medien benötigt werden.
Fast Boot
- Beschleunigt den Start, verkürzt aber das Tastatur-Zeitfenster.
- Bei Problemen vorübergehend deaktivieren.
Von USB booten: empfohlene Vorgehensweisen
- USB-Stick mit GPT/UEFI erstellen (z. B. für moderne Windows-Versionen).
- Dateisystem FAT32 für UEFI-Kompatibilität.
- Anderen USB-Port testen (Rückseite direkt am Mainboard).
- Bei Erkennungsproblemen: Secure Boot deaktivieren.
Häufige Probleme und Lösungen
F11 funktioniert nicht
- Andere Tastatur verwenden.
- Schnellstart deaktivieren.
- BIOS aufrufen (ENTF/DEL) und Boot-Menü-Taste prüfen.
USB-Stick wird nicht angezeigt
- Stick neu erstellen.
- UEFI/Legacy-Einstellung anpassen.
- Anderen Port nutzen.
System bootet immer ins falsche OS
- Dauerhafte Boot-Reihenfolge im BIOS prüfen.
- Nicht benötigte Boot-Einträge entfernen oder nach unten setzen.
Erweiterte Tipps für Fortgeschrittene
Mehrere Betriebssysteme
- Boot-Menü für gelegentliche Starts nutzen.
- Bootmanager im UEFI sauber konfigurieren.
NVMe-SSDs
- Erscheinen meist als Windows-Boot-Manager.
- Direkte Auswahl der NVMe ist oft nicht nötig.
BIOS-Update
- Kann Boot-Kompatibilität verbessern.
- Nur durchführen, wenn notwendig und nach Anleitung.
Sicherheit und Stabilität
- Änderungen dokumentieren.
- Nur Optionen ändern, deren Wirkung bekannt ist.
- Bei Unsicherheit: Optimized Defaults laden und neu konfigurieren.
Zusammenfassung
Das MSI-Boot-Menü ist ein leistungsfähiges Werkzeug für flexible Startszenarien. Mit F11 wählen Sie schnell das gewünschte Boot-Gerät, ohne die Systemkonfiguration dauerhaft zu verändern.
Für wiederkehrende Anforderungen empfiehlt sich die Anpassung im BIOS/UEFI. Wer UEFI-Optionen wie Secure Boot, CSM und Fast Boot versteht, behebt Startprobleme effizient und nutzt moderne Hardware optimal.
