Erfahren Sie, wie Sie Ihre kostenlose Schufa-Auskunft beantragen, welche Schritte nötig sind und worauf Sie achten sollten, um Ihre Bonität zu prüfen.

Die kostenlose Schufa-Auskunft ermöglicht Verbrauchern, einmal im Jahr ihre bei der Schufa gespeicherten Daten einzusehen und Fehler aufzudecken. Sie ist ein wichtiges Instrument zur Kontrolle Ihrer Bonität und hilft, negative Einträge rechtzeitig zu korrigieren.
Erfahren Sie in dieser ausführlichen Anleitung, wie Sie die kostenlose Auskunft korrekt beantragen, welche Kosten bei anderen Produkten anfallen und wie Sie Ihre Bonität aktiv verbessern.
Was ist die Schufa und warum ist sie wichtig?
Die Schutzgemeinschaft für Allgemeine Kreditsicherung (Schufa) sammelt Informationen über das Zahlungsverhalten von Privatpersonen in Deutschland. Vertragspartner aus den Bereichen Bankwesen, Telekommunikation oder Vermietung nutzen diese Daten, um die Kreditwürdigkeit potenzieller Kunden zu prüfen.
Eine korrekte Datengrundlage ist entscheidend, da falsche oder veraltete Einträge zu Ablehnungen bei Krediten, Mobilfunkverträgen oder Mietverträgen führen können. Eine regelmäßige Überprüfung Ihrer SCHUFA-Daten hilft, solche Probleme zu vermeiden.
Gesetzlicher Anspruch auf eine kostenlose Schufa-Auskunft
Gemäß Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) haben Sie das Recht, einmal jährlich eine kostenlose Auskunft über die bei der Schufa gespeicherten personenbezogenen Daten zu erhalten. Diese Datenkopie nach Art. 15 DSGVO enthält alle relevanten Informationen wie Vertragsdaten, Score-Werte und gespeicherte Anfragen. Die kostenfreie Auskunft gibt es ausschließlich als Datenkopie und nicht als zertifiziertes Dokument für Dritte.
Unterschied zwischen kostenloser Auskunft und kostenpflichtigen Produkten
Die Schufa bietet verschiedene Produkte an, die sich preislich und im Funktionsumfang unterscheiden:
- Kostenlose SCHUFA-Datenkopie: Sie ist gesetzlich garantiert und kostet 0 €. Sie dient ausschließlich Ihrer eigenen Einsicht in die gespeicherten Daten.
- Kostenpflichtige Bonitätsauskunft oder BonitätsCheck: Diese Produkte sind als offizielles Bonitäts-Zertifikat gedacht, das Sie z. B. Vermietern vorlegen können. Sie kosten in der Regel 29,95 € einmalig pro Auskunft.
Die kostenpflichtige Variante wird häufig verlangt, wenn Sie Ihre Bonität gegenüber Dritten nachweisen müssen, etwa bei einer Wohnungssuche oder Kreditverhandlungen.
Vorteile und Nachteile der kostenlosen Schufa-Auskunft
Vorteile
- Kostenfreiheit: Die Datenkopie nach DSGVO ist gratis.
- Transparenz: Sie sehen alle Daten, die über Sie gespeichert sind.
- Kontrolle: Fehlerhafte Einträge lassen sich entdecken und korrigieren.
Nachteile
- Nicht geeignet für Dritte: Vermieter oder Kreditgeber akzeptieren die kostenlose Auskunft oft nicht als offiziellen Nachweis Ihrer Bonität.
- Längere Bearbeitungszeit: Die Zustellung erfolgt oft per Post und kann mehrere Wochen dauern.
Voraussetzungen für den Antrag der kostenlosen Auskunft
Bevor Sie den Antrag stellen, sollten Sie folgende Voraussetzungen beachten:
- Volljährigkeit
- Wohnsitz in Deutschland
- Nachweis der Identität (z. B. Personalausweis oder Reisepass)
- Aktuelle Adresse, die identisch mit den bei der Schufa gespeicherten Daten ist
Durch vollständige und korrekte Angaben vermeiden Sie Verzögerungen beim Erhalt Ihrer Auskunft.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum kostenlosen Antrag
Offizielles Formular online aufrufen
Gehen Sie auf die Website der Schufa und wählen Sie die Option „Datenkopie nach Art. 15 DSGVO“, um die kostenlose Auskunft zu beantragen.
Persönliche Daten eingeben
Füllen Sie alle geforderten Angaben wie Name, Geburtsdatum, aktuelle und frühere Anschriften vollständig aus. Frühere Anschriften helfen, alle relevanten Datensätze zuordnen zu können.
Identitätsnachweis hochladen
Laden Sie eine gut lesbare Kopie Ihres Personalausweises oder Reisepasses hoch. Schwärzen Sie nicht notwendige Angaben, lassen Sie jedoch Name, Geburtsdatum und Adresse erkennbar.
Antrag absenden
Senden Sie das ausgefüllte Formular ab. Sie erhalten eine Eingangsbestätigung. Die Bearbeitungszeit beträgt üblicherweise zwei bis vier Wochen.
Inhalt der kostenlosen Schufa-Auskunft
Ihre Datenkopie enthält mehrere wichtige Abschnitte:
- Persönliche Daten: Name, Geburtsdatum und aktuelle Anschrift
- Vertragsinformationen: Konten, Kredite, Handyverträge, Leasingverträge
- Anfragen: Wer hat in der Vergangenheit Ihre Bonität abgefragt?
- Negativmerkmale: Zahlungsstörungen oder Forderungen
- Score-Werte: Basisscore und weitere branchenspezifische Scores
Diese Informationen zeigen Ihnen umfassend, wie die Schufa Sie einschätzt und welche Daten über Sie gespeichert sind.
Schufa-Score verstehen
Der Schufa-Score ist ein statistischer Wert, der die Wahrscheinlichkeit abbildet, dass Sie Zahlungsverpflichtungen zuverlässig erfüllen. Er ist für Vertragspartner ein wichtiges Entscheidungskriterium. Ein höherer Score verbessert Ihre Chancen auf günstige Kredite oder Mietverträge. Der Score berücksichtigt Vertragsverhalten, Zahlungshistorie und Anzahl der Anfragen. Er hängt nicht vom Einkommen oder Vermögen ab.
Häufige Fehler in der Schufa-Auskunft
Bei der Prüfung Ihrer Daten sollten Sie auf folgende Fehler achten:
- Doppelte Einträge
- Falsch zugeordnete Verträge
- Veraltete oder unberechtigte Negativmerkmale
Solche Fehler können Ihre Bonität negativ beeinflussen und sollten korrigiert werden.
Fehler korrigieren oder löschen lassen
Wenn Sie einen Fehler in Ihrer Auskunft finden, können Sie eine Berichtigung verlangen:
- Sachverhalt prüfen und Belege sammeln
- Schriftliche Anfrage an die Schufa, in der Sie den Fehler detailliert benennen
- Frist abwarten: Die Schufa prüft den Sachverhalt und informiert über das Ergebnis
Unberechtigte oder erledigte Einträge müssen gemäß DSGVO gelöscht oder korrigiert werden.
Speicherfristen für SCHUFA-Einträge
Einträge in der Schufa werden nicht unbegrenzt gespeichert. Typische Fristen sind:
- Erledigte Forderungen: bis zu drei Jahre nach Begleichung
- Kredite: drei Jahre nach vollständiger Rückzahlung
- Anfragen: Sichtbarkeit für Geschäftspartner in der Regel ein Jahr
Ein vorzeitiger Löschanspruch besteht nur in Ausnahmefällen.
Tipps zur Verbesserung der Bonität
Sie können aktiv zu einer besseren Bonität beitragen:
- Rechnungen immer pünktlich zahlen
- Unnötige Kreditanfragen vermeiden
- Nicht genutzte Konten schließen
- Vertragsdaten stets aktuell halten
Ein verantwortungsvoller Umgang mit finanziellen Verpflichtungen wirkt sich langfristig positiv auf Ihren Score aus.
Wie oft sollte man die Schufa-Auskunft beantragen?
Die kostenlose Auskunft können Sie einmal jährlich beantragen. Es empfiehlt sich, dies regelmäßig zu tun – etwa vor einer Wohnungssuche, vor Kreditverhandlungen oder großen Anschaffungen. Durch frühzeitige Kontrolle wissen Sie über Ihre Bonität Bescheid und können bei Bedarf rechtzeitig korrigierend eingreifen.
Kostenpflichtige SCHUFA-Produkte und Preise
Wenn Sie Ihre Bonität gegenüber Dritten nachweisen müssen, bieten sich kostenpflichtige Produkte an. Die gängigsten Produkte kosten 29,95 € einmalig:
- SCHUFA-BonitätsAuskunft per Post – offizielles Dokument zur Weitergabe an Vermieter oder Kreditgeber.
- SCHUFA-BonitätsCheck – digitaler Bonitätsnachweis, häufig akzeptiert bei Vermietern und Arbeitgebern.
Zusätzlich gibt es Abonnements, bei denen Sie gegen eine monatliche Gebühr (z. B. ab ca. 4,95 € pro Monat) Online-Zugang zu Ihren SCHUFA-Daten und Score-Berechnungen erhalten können.
Fazit
Die kostenlose Schufa-Auskunft ist ein gesetzlich verankertes Recht und ein zentrales Instrument zur Kontrolle der eigenen Bonität. Mit dem richtigen Antrag erhalten Sie einmal jährlich kostenlos Einblick in Ihre gespeicherten Daten.
Für offizielle Nachweise gegenüber Vermietern oder Kreditgebern empfiehlt sich ein kostenpflichtiges Produkt, das in der Regel 29,95 € kostet.
Regelmäßige Datenkontrolle und verantwortungsvolle Finanzentscheidungen tragen dazu bei, Ihre Bonität langfristig zu verbessern.
