Erfahren Sie, wie Sie den FritzBox-Fernzugriff sicher einrichten – mit klarer Schritt-für-Schritt-Anleitung Tipps zu VPN, MyFRITZ! und Schutz Ihrer Daten.

Der Fernzugriff auf die FritzBox ermöglicht den sicheren Zugang zum Heimnetz über das Internet. So greifen Sie unterwegs auf Dateien, Smart-Home-Geräte oder die Benutzeroberfläche des Routers zu.
Dieser Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, wie Sie den Remote-Zugang korrekt einrichten, absichern und typische Fehler vermeiden – inklusive VPN-Konfiguration, MyFRITZ-Freigabe und Sicherheitsmaßnahmen.
Warum Fernzugriff auf die FritzBox sinnvoll ist
Mit einem korrekt eingerichteten Fernzugriff nutzen Sie Ihr Heimnetz so, als wären Sie vor Ort. Das ist besonders praktisch für:
- Zugriff auf NAS-Speicher oder USB-Datenträger
- Steuerung von Smart-Home-Geräten
- Verwaltung der Router-Einstellungen unterwegs
- Nutzung des Heimnetz-Internets im Ausland
- Fernwartung für Familienmitglieder
Die FritzBox bietet dafür mehrere sichere Methoden – entscheidend ist die richtige Einrichtung.
Voraussetzungen für den sicheren Remote-Zugang
Bevor Sie beginnen, sollten folgende Punkte erfüllt sein:
- Aktuelle FritzBox-Firmware (FRITZ!OS)
- Administratorzugang zur Benutzeroberfläche
- Internetanschluss ohne dauerhafte IPv4-Sperre
- Starkes Router-Kennwort
- Zwei-Faktor-Bestätigung für wichtige Konten
Veraltete Software ist eine der häufigsten Sicherheitslücken beim Fernzugriff.
Die drei offiziellen Methoden für FritzBox-Fernzugriff
Die FritzBox unterstützt mehrere Wege für den Zugriff von außen. Jede Methode hat eigene Stärken.
MyFRITZ-Freigabe (einfachste Lösung)
Der MyFRITZ-Dienst des Herstellers AVM stellt eine sichere Verbindung zur FritzBox über einen festen Internetnamen her.
Vorteile:
- Keine komplizierte Netzwerkkonfiguration
- Funktioniert auch bei wechselnder IP-Adresse
- Schnelle Einrichtung
Nachteile:
- Direkter Zugriff auf die Benutzeroberfläche – zusätzliche Absicherung nötig
VPN-Verbindung (empfohlen)
Ein VPN-Tunnel verbindet Ihr Gerät verschlüsselt mit dem Heimnetz. Das ist die sicherste Methode für regelmäßigen Fernzugriff.
Vorteile:
- Voller Zugriff auf alle Heimnetzgeräte
- Starke Verschlüsselung
- Keine offenen Ports sichtbar
Nachteile:
- Einrichtung etwas komplexer
Portfreigaben (nur für Spezialfälle)
Dabei werden bestimmte Dienste direkt aus dem Internet erreichbar gemacht.
Risiko: Höhere Angriffsfläche – nur mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen verwenden.
MyFRITZ-Zugang einrichten – Schritt für Schritt
Diese Methode eignet sich für Nutzer, die hauptsächlich die Routeroberfläche aus der Ferne öffnen möchten.
Schritt 1: MyFRITZ aktivieren
- FritzBox-Menü öffnen
- Internet → MyFRITZ-Konto
- Neues Konto erstellen oder anmelden
- Bestätigungsmail öffnen und Aktivierung abschließen
Danach erhält Ihre FritzBox eine feste Internetadresse.
Schritt 2: Benutzerrechte prüfen
Unter System → FritzBox-Benutzer:
- Eigenen Benutzer anlegen
- Starke Passwörter verwenden
- Zugriff aus dem Internet erlauben aktivieren
- Nur notwendige Rechte vergeben
Schritt 3: HTTPS-Zugriff erzwingen
Unter Internet → Freigaben → FritzBox-Dienste:
- „Internetzugriff auf die FritzBox über HTTPS“ aktivieren
- HTTP deaktivieren
Damit wird die Verbindung verschlüsselt.
VPN auf der FritzBox einrichten (empfohlene Lösung)
Ein VPN bietet den höchsten Sicherheitsstandard für Fernzugriff.
VPN-Benutzer erstellen
- System → FritzBox-Benutzer
- Benutzer hinzufügen
- Haken bei VPN setzen
- Einstellungen speichern
Die FritzBox erstellt automatisch die nötigen VPN-Daten.
VPN auf Smartphone einrichten
Android
- VPN-Profil aus der FritzBox exportieren
- In den Android-VPN-Einstellungen importieren
- Verbindung starten
iPhone
- VPN-Konfigurationsdaten anzeigen
- Manuell in iOS eintragen
- IPSec-Verbindung herstellen
VPN auf Windows einrichten
- Neue VPN-Verbindung anlegen
- Serveradresse der FritzBox eingeben
- VPN-Typ: IPSec
- Benutzerdaten eintragen
Nach erfolgreicher Verbindung verhält sich das Gerät, als wäre es im Heimnetz.
DynDNS als Alternative zu MyFRITZ
Falls MyFRITZ nicht genutzt werden soll, kann ein DynDNS-Dienst helfen.
Vorteile
- Feste Internetadresse trotz wechselnder IP
- Flexibel für eigene Serverdienste
Einrichtung
- DynDNS-Anbieter wählen
- Zugangsdaten in Internet → Freigaben → DynDNS eintragen
- Verbindung testen
Sicherheit beim FritzBox-Fernzugriff
Fernzugriff ist nur so sicher wie seine Konfiguration.
Unbedingt aktivieren
- Starkes Router-Kennwort
- Individuelle Benutzerkonten
- Zwei-Faktor-Bestätigung für MyFRITZ
- Automatische Updates
Unbedingt vermeiden
- Standardpasswörter
- Offene Ports ohne Verschlüsselung
- Zugriff für „alle Benutzer“
- Veraltete Firmware
Häufige Probleme und Lösungen
Kein Zugriff von außen möglich
Ursachen:
- DS-Lite-Anschluss ohne öffentliche IPv4
- Firewall blockiert Verbindung
- Falsche Benutzerrechte
Lösung: VPN über IPv6 aktivieren oder Anbieter kontaktieren.
VPN verbindet, aber kein Zugriff aufs Heimnetz
- Lokales Netz kollidiert mit Heimnetz-IP
- DNS-Auflösung fehlt
Heimnetz auf anderen IP-Bereich ändern (z. B. 192.168.178.x).
MyFRITZ funktioniert nicht
- Konto nicht bestätigt
- Zeit/Datum der FritzBox falsch
- HTTPS deaktiviert
Fernzugriff auf NAS und Netzwerkspeicher
Nach VPN-Verbindung:
- NAS über lokale IP aufrufen
- Netzlaufwerk einbinden
- Medienserver nutzen
So greifen Sie weltweit sicher auf Ihre Daten zu.
Smart-Home aus der Ferne steuern
Über VPN können Sie:
- Steckdosen schalten
- Heizkörperregler anpassen
- Kameras abrufen
Direkte Portfreigaben für Kameras sind aus Sicherheitsgründen nicht empfehlenswert.
Sicherheitstipps für Profis
- VPN-Zugänge regelmäßig löschen
- Login-Versuche prüfen
- UPnP deaktivieren
- Fernzugriff nur bei Bedarf aktiv lassen
FritzBox-Fernzugriff deaktivieren
Falls kein Remote-Zugang mehr nötig ist:
- MyFRITZ deaktivieren
- VPN-Benutzer löschen
- Portfreigaben entfernen
So reduzieren Sie die Angriffsfläche erheblich.
Zusammenfassung
Der Fernzugriff auf die FritzBox ist eine komfortable Möglichkeit, das Heimnetz weltweit zu nutzen. Am sichersten ist die VPN-Verbindung, während MyFRITZ eine einfache Alternative für Routerzugriff bietet.
Wichtig sind starke Passwörter, aktuelle Firmware und eine sorgfältige Rechtevergabe. Wer unsichere Portfreigaben vermeidet und Verschlüsselung nutzt, kann den Remote-Zugang ohne erhöhtes Risiko einsetzen.
