Windows 11/10: BIOS updaten – so geht’s Schritt für Schritt

Erfahren Sie, wie Sie unter Windows 11 und Windows 10 Ihr BIOS sicher updaten – mit klarer Schritt-für-Schritt-Anleitung für maximale Stabilität.

Windows 11/10: BIOS updaten – so geht’s Schritt für Schritt

Ein aktuelles BIOS sorgt für mehr Stabilität, bessere Hardware-Unterstützung und schließt Sicherheitslücken. Dennoch schrecken viele Anwender vor einem Update zurück, weil sie Fehler und Schäden befürchten. Mit der richtigen Vorbereitung und einer klaren Anleitung ist ein BIOS-Update jedoch sicher durchführbar.

Dieser Leitfaden zeigt Ihnen detailliert, wie Sie unter Windows 11 oder Windows 10 Ihr BIOS beziehungsweise UEFI korrekt aktualisieren.

Was ist BIOS beziehungsweise UEFI überhaupt?

Das BIOS (Basic Input Output System) ist die Firmware Ihres Mainboards. Moderne Systeme nutzen statt des klassischen BIOS meist UEFI (Unified Extensible Firmware Interface). Beide Varianten übernehmen dieselben Grundaufgaben:

  • Starten und Initialisieren der Hardware
  • Erkennen von Prozessor, RAM, Laufwerken und Grafikkarte
  • Übergabe der Kontrolle an das Betriebssystem

Hersteller wie ASUS, MSI oder Gigabyte liefern regelmäßig neue Firmware-Versionen, um:

  • neue Prozessoren zu unterstützen
  • Stabilitätsprobleme zu beheben
  • Sicherheitslücken zu schließen
  • die Systemkompatibilität zu verbessern

Wann ist ein BIOS-Update sinnvoll?

Ein Update ist nicht bei jedem System notwendig. In folgenden Fällen lohnt es sich jedoch:

Typische Gründe für ein Update

  • Einbau einer neuen CPU, die bisher nicht erkannt wird
  • RAM-Probleme oder Instabilität
  • Boot-Fehler oder Abstürze vor dem Windows-Start
  • Sicherheitsupdates gegen Firmware-Schwachstellen
  • Kompatibilitätsprobleme mit NVMe-SSDs oder Grafikkarten

Läuft Ihr Rechner stabil, gilt: Never change a running system – außer ein konkretes Problem soll behoben werden.

Risiken eines BIOS-Updates

Ein BIOS-Update ist heute deutlich sicherer als früher, dennoch bestehen Risiken:

  • Stromausfall während des Flash-Vorgangs
  • Falsche BIOS-Version installiert
  • Update wird unterbrochen
  • Beschädigter USB-Stick

Im schlimmsten Fall startet der Rechner nicht mehr. Moderne Boards besitzen allerdings oft eine Notfallfunktion wie „Dual BIOS“ oder „BIOS Flashback“.

Vorbereitung: Das sollten Sie vor dem Update tun

Gründliche Vorbereitung verhindert Fehler.

Mainboard-Modell exakt ermitteln

Drücken Sie Windows-Taste + R, geben Sie msinfo32 ein und bestätigen Sie.

Wichtige Einträge:

  • Systemmodell
  • BIOS-Version/-Datum

Alternativ helfen ein Tool wie CPU-Z oder ein Blick direkt auf das Mainboard.

Aktuelle BIOS-Version prüfen

Im Systeminformationsfenster sehen Sie:

  • BIOS-Version
  • Veröffentlichungsdatum

Vergleichen Sie diese Daten später mit der Version auf der Herstellerseite.

Richtige BIOS-Datei herunterladen

Besuchen Sie ausschließlich die Support-Seite Ihres Mainboard- oder PC-Herstellers, zum Beispiel:

  • Fertig-PCs: Dell, HP oder Lenovo
  • Mainboards: ASUS, MSI, Gigabyte

Achten Sie exakt auf:

  • Revisionsnummer des Boards
  • BIOS-Version
  • Dateiformat (meist .CAP, .ROM, .BIN)

BIOS-Datei entpacken

Geladene BIOS-Dateien sind meist ZIP-Archive. Entpacken Sie diese und merken Sie sich die enthaltene Datei.

USB-Stick vorbereiten

  • USB-Stick mit FAT32 formatieren
  • BIOS-Datei ins Hauptverzeichnis kopieren
  • Keine weiteren Dateien auf dem Stick speichern

Methoden zum BIOS-Update

Es gibt drei gängige Wege:

MethodeSicherheitEmpfehlung
Update direkt im BIOS/UEFISehr hochEmpfohlen
Hersteller-Tool unter WindowsMittelNur wenn nötig
BIOS Flashback ohne CPUSehr hochFür Notfälle

BIOS über das UEFI-Menü aktualisieren (empfohlene Methode)

Schritt 1: Ins BIOS starten

  1. Rechner neu starten
  2. Während des Starts mehrfach Entf, F2 oder F10 drücken

Schritt 2: Update-Tool im BIOS öffnen

Je nach Hersteller heißt es unterschiedlich:

HerstellerFunktion
ASUSEZ Flash
MSIM-Flash
GigabyteQ-Flash

Schritt 3: BIOS-Datei auswählen

  1. USB-Stick auswählen
  2. BIOS-Datei anklicken
  3. Update bestätigen

Schritt 4: Flash-Vorgang abwarten

Wichtig:

  • PC keinesfalls ausschalten
  • Keine Tasten drücken
  • Vorgang kann 2–10 Minuten dauern

Nach Abschluss startet der PC automatisch neu.

BIOS-Update unter Windows mit Hersteller-Software

Einige Anbieter stellen Windows-Programme bereit. Diese Methode ist komfortabel, aber anfälliger für Fehler durch Abstürze.

Ablauf

  1. Tool vom Hersteller laden
  2. Als Administrator starten
  3. BIOS-Datei auswählen
  4. Update starten
  5. Automatischer Neustart

Währenddessen dürfen keine Programme geöffnet sein.

BIOS-Flashback – Update ohne gestartetes System

High-End-Boards besitzen eine Flashback-Funktion. Damit lässt sich das BIOS sogar ohne CPU oder RAM aktualisieren.

Ablauf (Beispiel)

  1. BIOS-Datei korrekt umbenennen (Herstellerangaben beachten)
  2. Auf FAT32-USB-Stick kopieren
  3. Stick in speziellen USB-Port stecken
  4. Flashback-Taste drücken
  5. LED blinkt während Update

Ideal bei fehlgeschlagenen Updates.

Besonderheiten bei Laptops

Notebook-Hersteller liefern BIOS-Updates meist als ausführbare Dateien.

Vorgehensweise

  1. Netzteil anschließen
  2. Akku mindestens 50 % geladen
  3. Update-Datei starten
  4. Anweisungen befolgen
  5. Gerät startet neu und aktualisiert selbstständig

Hier ist besondere Vorsicht wichtig, da kein externer Flash möglich ist.

Nach dem BIOS-Update

Nach erfolgreichem Update sollten Sie:

  1. BIOS auf Werkseinstellungen laden („Load Optimized Defaults“)
  2. Datum und Uhrzeit prüfen
  3. Boot-Reihenfolge kontrollieren
  4. XMP/EXPO für RAM wieder aktivieren
  5. Windows starten und Funktion testen

Häufige Probleme und Lösungen

PC startet nicht mehr

  • CMOS-Reset durchführen (Batterie entfernen oder Jumper nutzen)
  • BIOS-Flashback versuchen
  • Service kontaktieren

Einstellungen sind zurückgesetzt

Das ist normal. BIOS-Updates setzen Konfigurationen oft zurück.

Windows bootet nicht

Boot-Modus prüfen:

  • UEFI statt Legacy
  • Richtige SSD als Boot-Laufwerk wählen

Sicherheitsaspekte moderner BIOS-Versionen

Aktuelle Firmware enthält Schutzfunktionen gegen Angriffe auf niedriger Ebene. Besonders bei Systemen mit CPUs von Intel oder AMD werden regelmäßig Microcode-Updates integriert.

Auch Firmware-Komponenten von American Megatrends (AMI) werden häufig aktualisiert.

Unterschied BIOS vs. Treiber-Update

BIOS-UpdateTreiber-Update
Aktualisiert Mainboard-FirmwareAktualisiert Windows-Software
Selten notwendigRegelmäßig sinnvoll
Höheres RisikoGeringes Risiko

Wie oft sollte man das BIOS aktualisieren?

Nur bei Bedarf. Typische Auslöser:

  • Neue Hardware
  • Bekannte Fehler
  • Kritische Sicherheitsupdates

Ein jährliches Prüfen auf neue Versionen reicht aus.

Profi-Tipps für ein sicheres Update

  • Update niemals bei Gewitter durchführen
  • Wenn möglich, USV verwenden
  • Keine Übertaktung während des Updates aktiv
  • BIOS-Datei erneut herunterladen, wenn Zweifel bestehen
  • Versionshinweise des Herstellers genau lesen

Fazit

Ein BIOS-Update unter Windows 11 oder Windows 10 ist kein Hexenwerk, erfordert jedoch sorgfältige Vorbereitung. Wer die richtige Datei nutzt, den USB-Stick korrekt vorbereitet und das Update direkt im UEFI durchführt, minimiert das Risiko erheblich.

Moderne Mainboards besitzen zudem Schutzmechanismen, die Fehler abfangen. Aktualisieren Sie Ihr BIOS nur bei echtem Bedarf – dann profitieren Sie von besserer Stabilität, höherer Sicherheit und optimaler Hardware-Unterstützung.