Windows 11/10: USB-Verlauf löschen | Anleitung

Erfahren Sie, wie Sie unter Windows 11 und 10 den USB-Verlauf sicher löschen, Spuren entfernen und Ihre Privatsphäre mit klarer Anleitung schützen.

Windows 11/10: USB-Verlauf löschen | Anleitung

Windows speichert jeden angeschlossenen USB-Datenträger, selbst wenn er nur kurz verbunden war. Diese Einträge bleiben im System und können Datenschutz, Übersichtlichkeit und teils sogar die Geräteerkennung beeinträchtigen.

In dieser Anleitung erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie den USB-Verlauf unter Windows 11 und Windows 10 sicher entfernen, alte Gerätetreiber löschen und versteckte Einträge bereinigen.

Warum speichert Windows USB-Geräte?

Sobald Sie einen USB-Stick, eine externe Festplatte oder ein anderes USB-Gerät anschließen, legt Windows Informationen dazu ab. Dazu gehören:

  • Geräte-ID
  • Seriennummer
  • Treiberzuordnung
  • Letzter Anschlusszeitpunkt
  • Laufwerksbuchstaben

Diese Daten helfen Windows, Geräte schneller wiederzuerkennen. Mit der Zeit sammelt sich jedoch ein großer Geräteverlauf an – besonders auf Systemen, die häufig mit fremden Datenträgern arbeiten.

Mögliche Folgen eines vollen USB-Verlaufs:

  • Unübersichtliche Gerätelisten
  • Falsche Laufwerkszuweisungen
  • Treiberkonflikte
  • Datenschutzrisiken bei gemeinsam genutzten Rechnern

Wann sollten Sie den USB-Verlauf löschen?

Eine Bereinigung ist sinnvoll, wenn:

  • viele alte USB-Geräte nicht mehr genutzt werden
  • ein Rechner weitergegeben wird
  • Laufwerksbuchstaben ständig wechseln
  • USB-Geräte nicht mehr korrekt erkannt werden
  • Datenschutz wichtig ist

Die folgenden Methoden funktionieren sowohl unter Windows 10 als auch unter Windows 11.

Methode 1: USB-Verlauf über den Geräte-Manager entfernen

Der Geräte-Manager zeigt auch nicht mehr angeschlossene USB-Geräte an – allerdings standardmäßig verborgen.

Schritt 1: Geräte-Manager öffnen

Drücken Sie
Windows-Taste + XGeräte-Manager

Schritt 2: Ausgeblendete Geräte anzeigen

  1. Klicken Sie oben im Menü auf Ansicht
  2. Wählen Sie Ausgeblendete Geräte anzeigen

Nun erscheinen alle jemals installierten USB-Geräte – auch inaktive.

Schritt 3: Alte USB-Geräte entfernen

Arbeiten Sie folgende Kategorien durch:

  • USB-Controller
  • Laufwerke
  • Tragbare Geräte

Graue Einträge sind nicht angeschlossen.

Rechtsklick auf jedes nicht mehr benötigte Gerät → Gerät deinstallieren

Aktivieren Sie, falls angeboten:
„Treibersoftware für dieses Gerät löschen“

Methode 2: USB-Treiberreste per Eingabeaufforderung anzeigen

Windows speichert USB-Treiber auch, wenn das Gerät längst entfernt wurde.

Schritt 1: Eingabeaufforderung als Administrator starten

  • Startmenü öffnen
  • „cmd“ eingeben
  • Rechtsklick → Als Administrator ausführen

Schritt 2: Versteckte Geräte sichtbar machen

Geben Sie nacheinander ein:

set devmgr_show_nonpresent_devices=1
start devmgmt.msc

Der Geräte-Manager öffnet sich erneut – diesmal mit vollständiger Geräteliste.

Wiederholen Sie dort die Deinstallation alter USB-Geräte wie zuvor beschrieben.

Methode 3: USB-Verlauf in der Windows-Registry löschen

Windows speichert eine detaillierte USB-Historie in der Registry. Hier ist Vorsicht geboten.

Wichtig

Vor Änderungen immer eine Registry-Sicherung erstellen:

  1. Windows-Taste + R
  2. regedit eingeben
  3. Datei → Exportieren

Speicherorte der USB-Historie

Navigieren Sie zu folgenden Schlüsseln:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Enum\USB
HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Enum\USBSTOR

Schritt 1: Besitz übernehmen

Oft ist der Zugriff gesperrt.

  1. Rechtsklick auf „USB“ oder „USBSTOR“
  2. Berechtigungen
  3. Erweitert
  4. Besitzer auf Ihr Benutzerkonto ändern
  5. Vollzugriff erlauben

Schritt 2: Alte Einträge löschen

Jeder Unterordner steht für ein USB-Gerät. Nicht mehr benötigte Einträge können gelöscht werden.

Achtung: Nur Geräte entfernen, die sicher nicht mehr gebraucht werden.

Methode 4: Laufwerkszuordnungen entfernen

Windows merkt sich auch alte Laufwerksbuchstaben.

Schritt 1: Registry öffnen

Pfad:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\MountedDevices

Schritt 2: Alte Laufwerkszuordnungen löschen

Hier sehen Sie Einträge wie:

\DosDevices\F:
\DosDevices\G:

Löschen Sie Zuordnungen, die nicht mehr existieren.

Methode 5: USB-Geräte über Datenträgerverwaltung prüfen

  1. Windows-Taste + X
  2. Datenträgerverwaltung

Nicht zugeordnete oder alte Einträge deuten auf frühere USB-Geräte hin. Diese können hier zwar nicht direkt gelöscht werden, helfen aber beim Identifizieren.

Methode 6: USB-Verlauf mit PowerShell bereinigen

PowerShell erlaubt eine gezielte Anzeige alter Geräte.

Schritt 1: PowerShell als Administrator starten

Startmenü → „PowerShell“ → Rechtsklick → Als Administrator

Schritt 2: USB-Geräte anzeigen

Get-PnpDevice -Class USB

Nicht verbundene Geräte sind als „Fehler“ oder „Unbekannt“ markiert.

Schritt 3: Geräte entfernen

pnputil /remove-device "Geräte-ID"

Die Geräte-ID erhalten Sie mit:

Get-PnpDevice -PresentOnly:$false

Methode 7: USB-Cache löschen

Windows legt temporäre Informationen in Treibercaches ab.

Schritt 1: Geräte-Manager öffnen

Schritt 2: USB-Controller auswählen

Schritt 3: Alle Einträge deinstallieren

Schritt 4: Rechner neu starten

Windows installiert nur die tatsächlich vorhandenen Geräte neu.

Methode 8: USB-Gerätehistorie im Ereignisprotokoll

Das Ereignisprotokoll speichert USB-Aktivitäten.

  1. Windows-Taste + R
  2. eventvwr.msc
  3. Windows-Protokolle → System
  4. Nach Quelle „Kernel-PnP“ filtern

Hier sehen Sie frühere USB-Verbindungen.

Unterschiede zwischen Windows 10 und Windows 11

BereichWindows 10Windows 11
Geräte-ManagerKlassischOptisch modernisiert
TreiberverwaltungIdentischIdentisch
Registry-StrukturGleichGleich
PowerShell-BefehleGleichGleich

Die USB-Verwaltung ist technisch nahezu identisch.

Datenschutzaspekte

USB-Verläufe können Hinweise geben auf:

  • verwendete externe Datenträger
  • fremde Speichergeräte
  • mögliche Datenübertragungen

Auf gemeinsam genutzten PCs ist das Löschen der Historie sinnvoll.

Typische Probleme nach dem Löschen

USB-Gerät wird nicht erkannt

Lösung:

  1. Geräte-Manager öffnen
  2. Nach neuer Hardware suchen
  3. USB-Treiber neu installieren

Laufwerksbuchstabe fehlt

Datenträgerverwaltung öffnen → Rechtsklick → Laufwerksbuchstaben zuweisen

Automatische Bereinigung per Skript

Fortgeschrittene Nutzer können regelmäßig alte Geräte entfernen.

Beispielbefehl:

pnputil /enum-devices /connected

Nicht verbundene Geräte lassen sich gezielt entfernen.

Drittanbieter-Tools (optional)

Es gibt Programme zur komfortablen USB-Bereinigung, z. B.:

  • USBDeview
  • DriveCleanup

Diese zeigen historische USB-Geräte an und ermöglichen das Entfernen mit einem Klick.

Nach der Bereinigung: System neu starten

Ein Neustart ist wichtig, damit:

  • Treibercaches neu aufgebaut werden
  • Geräte neu erkannt werden
  • Registry-Änderungen wirksam sind

Häufig gestellte Fragen

Werden aktuell angeschlossene Geräte gelöscht?

Nein, nur nicht verbundene Einträge sollten entfernt werden.

Ist das Löschen gefährlich?

Nur wenn aktive Systemgeräte entfernt werden. USB-Mäuse oder Tastaturen nicht löschen.

Kommen Einträge wieder?

Ja, sobald ein Gerät erneut angeschlossen wird.

Fazit

Das Löschen des USB-Verlaufs unter Windows 11 und Windows 10 sorgt für mehr Übersicht, weniger Treiberprobleme und besseren Datenschutz. Mit Geräte-Manager, Registry, PowerShell und Treiberbereinigung entfernen Sie alte USB-Spuren gründlich.

Wer regelmäßig fremde Datenträger nutzt oder einen PC weitergibt, sollte diese Wartung durchführen.