Erfahren Sie, wie Sie Fotos und Videos unter Windows 11 und 10 sicher wiederherstellen, Datenverlust vermeiden und gelöschte Dateien schnell zurückholen.

Der Verlust von Fotos und Videos zählt zu den häufigsten und zugleich ärgerlichsten Problemen unter Windows 11 und Windows 10. Ob durch versehentliches Löschen, Systemfehler, einen defekten Datenträger oder einen Virenbefall – wertvolle Erinnerungen scheinen oft unwiederbringlich verloren. Doch in vielen Fällen besteht berechtigte Hoffnung.
Windows bietet integrierte Funktionen zur Datenrettung, und mit der richtigen Vorgehensweise lassen sich gelöschte oder verlorene Mediendateien häufig erfolgreich wiederherstellen. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, welche Möglichkeiten es gibt und wie Sie Ihre Chancen deutlich erhöhen.
Warum Fotos und Videos verloren gehen
Bevor Sie mit der Wiederherstellung beginnen, ist es wichtig zu verstehen, wie Datenverlust entsteht. Die Ursache bestimmt maßgeblich, welche Methode Aussicht auf Erfolg hat.
Häufige Ursachen für Datenverlust
- Versehentliches Löschen: Dateien werden per Tastendruck oder Kontextmenü entfernt.
- Papierkorb geleert: Gelöschte Dateien sind nicht mehr direkt sichtbar.
- Formatierung von Laufwerken: Besonders bei USB-Sticks, SD-Karten oder externen Festplatten.
- Systemabstürze und Updates: Fehler während eines Windows-Updates können Daten beschädigen.
- Defekte Datenträger: Mechanische oder elektronische Schäden.
- Malware und Viren: Schadsoftware kann Dateien löschen oder unzugänglich machen.
Wichtig: Sofortmaßnahmen nach dem Datenverlust
Sobald Sie bemerken, dass Fotos oder Videos fehlen, sollten Sie:
- den betroffenen Datenträger nicht weiter nutzen,
- keine neuen Dateien speichern,
- den Computer möglichst ausschalten, wenn es sich um ein externes Medium handelt.
So verhindern Sie, dass gelöschte Daten überschrieben werden.
Fotos und Videos aus dem Papierkorb wiederherstellen
Der Papierkorb ist die erste und einfachste Anlaufstelle.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Öffnen Sie den Papierkorb per Doppelklick.
- Suchen Sie die gewünschten Fotos oder Videos.
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Datei.
- Wählen Sie „Wiederherstellen“.
Die Dateien erscheinen anschließend wieder an ihrem ursprünglichen Speicherort.
Einschränkungen
- Dateien sind nur so lange vorhanden, bis der Papierkorb geleert wird.
- Große Videodateien können direkt gelöscht worden sein, ohne im Papierkorb zu landen.
Wiederherstellung mit „Vorherige Versionen“
Windows 10 und Windows 11 bieten eine Funktion zur Dateiwiederherstellung über frühere Versionen.
Voraussetzungen
- Die Systemschutz-Funktion muss aktiviert gewesen sein.
- Alternativ muss der Dateiversionsverlauf genutzt worden sein.
So funktioniert es
- Navigieren Sie zum ursprünglichen Ordner der Datei.
- Rechtsklick auf den Ordner → „Eigenschaften“.
- Wechseln Sie zum Tab „Vorherige Versionen“.
- Wählen Sie eine Version vor dem Datenverlust.
- Klicken Sie auf „Wiederherstellen“ oder „Öffnen“, um Inhalte zu prüfen.
Diese Methode eignet sich besonders bei versehentlichen Löschungen oder Änderungen.
Dateiversionsverlauf nutzen
Der Dateiversionsverlauf erstellt automatisch Sicherungskopien persönlicher Dateien.
Aktivierung prüfen
- Öffnen Sie die Einstellungen.
- Gehen Sie zu Update und Sicherheit → Sicherung.
- Prüfen Sie, ob der Dateiversionsverlauf aktiviert ist.
Dateien wiederherstellen
- Geben Sie in der Windows-Suche „Dateien wiederherstellen“ ein.
- Öffnen Sie den Dateiversionsverlauf.
- Navigieren Sie zum gewünschten Ordner.
- Wählen Sie die Datei und klicken Sie auf „Wiederherstellen“.
Fotos und Videos aus Backups wiederherstellen
Regelmäßige Backups sind die sicherste Methode gegen Datenverlust.
Mögliche Backup-Quellen
- Externe Festplatten
- Netzwerkspeicher (NAS)
- Cloud-Sicherungen
- Windows-Systemabbilder
Wiederherstellung aus einem Systemabbild
- Öffnen Sie die Systemsteuerung.
- Wählen Sie „Sichern und Wiederherstellen (Windows 7)“.
- Klicken Sie auf „Eigene Dateien wiederherstellen“.
- Folgen Sie dem Assistenten.
Beachten Sie, dass Systemabbilder den Zustand zu einem bestimmten Zeitpunkt widerspiegeln.
Windows File Recovery verwenden
Microsoft stellt ein kostenloses Tool zur Datenrettung bereit: Windows File Recovery.
Voraussetzungen
- Windows 10 ab Version 2004 oder Windows 11
- Installation über den Microsoft Store
- Grundkenntnisse der Eingabeaufforderung
Grundlegende Nutzung
- Starten Sie die Eingabeaufforderung als Administrator.
- Nutzen Sie folgenden Befehl:
winfr Quelllaufwerk: Ziellaufwerk: /regular
- Bestätigen Sie den Vorgang.
Unterstützte Dateisysteme
- NTFS
- FAT
- exFAT
- ReFS
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Kostenlos
- Direkt von Microsoft
Nachteile
- Keine grafische Oberfläche
- Für Einsteiger komplex
Datenrettungssoftware von Drittanbietern
Wenn Windows-Tools nicht ausreichen, können spezialisierte Programme helfen.
Wann lohnt sich externe Software?
- Papierkorb ist leer
- Kein Backup vorhanden
- Datenträger wurde formatiert
- Dateien sind beschädigt
Funktionsweise
Datenrettungsprogramme scannen den Datenträger nach:
- gelöschten Dateieinträgen
- fragmentierten Daten
- wiederherstellbaren Dateisignaturen
Wichtige Hinweise
- Installieren Sie die Software nicht auf dem betroffenen Laufwerk.
- Nutzen Sie möglichst einen anderen PC oder ein externes Laufwerk.
- Speichern Sie wiederhergestellte Dateien immer auf einem separaten Medium.
Wiederherstellung von externen Datenträgern
Fotos und Videos gehen häufig auf externen Medien verloren.
Typische Datenträger
- USB-Sticks
- SD-Karten
- externe Festplatten
- Kameraspeicher
Besonderheiten
- Entfernen Sie den Datenträger sofort nach dem Verlust.
- Nutzen Sie nach Möglichkeit einen Kartenleser.
- Vermeiden Sie Reparaturversuche mit Bordmitteln, bevor Sie Daten sichern.
Gerade bei SD-Karten aus Kameras ist die Erfolgsquote oft hoch, sofern keine neuen Aufnahmen gemacht wurden.
Wiederherstellung nach Formatierung
Auch nach einer Formatierung sind Daten nicht zwangsläufig verloren.
Schnellformatierung vs. Vollformatierung
- Schnellformatierung: Sehr gute Chancen auf Wiederherstellung.
- Vollformatierung: Deutlich geringere Erfolgsaussichten.
Vorgehensweise
- Datenträger nicht weiter verwenden
- Datenrettungssoftware im Tiefenscan-Modus einsetzen
- Geduld einplanen, da der Scan mehrere Stunden dauern kann
Beschädigte Fotos und Videos reparieren
Manchmal lassen sich Dateien zwar wiederherstellen, sind aber nicht abspielbar.
Ursachen für beschädigte Dateien
- unvollständige Wiederherstellung
- fehlerhafte Speicherbereiche
- Abbruch während der Aufnahme
Lösungsansätze
- Kopie einer funktionierenden Datei aus derselben Kamera nutzen
- Videoplayer mit Reparaturfunktion testen
- Spezialisierte Reparaturtools einsetzen
Bei Videos hilft es gelegentlich, sie mit einem Konvertierungsprogramm neu zu speichern.
Wann ein Datenrettungsdienst sinnvoll ist
Nicht jeder Datenverlust lässt sich selbst beheben.
Typische Fälle für Profis
- mechanische Schäden an Festplatten
- nicht erkannte Datenträger
- starke Geräuschentwicklung
- wichtige, einmalige Daten
Kosten und Erfolgsaussichten
- Kosten oft im dreistelligen bis vierstelligen Bereich
- Seriöse Anbieter verlangen eine Analyse vorab
- Erfolg ist nie garantiert
Datenverlust künftig vermeiden
Vorbeugung ist der beste Schutz vor verlorenen Fotos und Videos.
Bewährte Maßnahmen
- Regelmäßige Backups auf mehreren Medien
- Kombination aus lokaler und Cloud-Sicherung
- Vorsicht beim Löschen und Formatieren
- Datenträger sicher entfernen
- Aktueller Virenschutz
Backup-Strategie
Die sogenannte 3-2-1-Regel hat sich bewährt:
- 3 Kopien Ihrer Daten
- 2 verschiedene Speichermedien
- 1 Backup an einem anderen Ort
Fazit
Fotos und Videos lassen sich unter Windows 11 und Windows 10 in vielen Fällen erfolgreich wiederherstellen – selbst dann, wenn sie scheinbar endgültig gelöscht wurden. Entscheidend sind schnelles Handeln, die richtige Methode und möglichst vorhandene Sicherungen.
Windows bietet solide Bordmittel, die durch spezialisierte Software ergänzt werden können. Wer zusätzlich auf regelmäßige Backups setzt, schützt sich langfristig vor Datenverlust und vermeidet Stress, Zeitaufwand und hohe Kosten.
