Nach Windows-Update reagiert der Drucker nicht: So beheben

Erfahren Sie, warum Ihr Drucker nach einem Windows-Update nicht mehr reagiert und welche schnellen Lösungen helfen, Treiberfehler zu beheben und drucken.

Nach Windows-Update reagiert der Drucker nicht: So beheben

Ein Windows-Update hat Ihren Drucker außer Gefecht gesetzt? Das ist ein häufiges Problem, das viele Nutzer betrifft – und es lässt sich in den meisten Fällen schnell lösen. Veraltete oder inkompatible Druckertreiber sind meist die Ursache.

Deshalb zeigt dieser Artikel Schritt für Schritt, wie Sie den Drucker nach einem Windows-Update wieder zum Laufen bringen, welche Werkzeuge dabei helfen und welche Fehler Sie vermeiden sollten.

Warum reagiert der Drucker nach einem Windows-Update nicht mehr?

Wenn der Drucker nach einem Windows-Update nicht mehr reagiert, liegt das in den meisten Fällen an inkompatiblen oder überschriebenen Druckertreibern. Windows aktualisiert bei einem großen Update häufig systeminterne Komponenten – und dabei können vorhandene Treiber überschrieben, deaktiviert oder schlicht inkompatibel werden.

Zudem kann der Windows-Druckerspooler, also der Dienst, der Druckaufträge verwaltet, nach einem Update in einen fehlerhaften Zustand geraten. Ebenso können Änderungen an den Druckerports, fehlerhafte Windows-Update-Pakete oder Konflikte mit der Druckersoftware des Herstellers dafür sorgen, dass der Drucker nicht mehr ansprechbar ist. Besonders betroffen sind dabei HP-, Canon-, Epson- und Brother-Drucker, da diese Hersteller eigene Treiberpakete mitbringen, die nicht immer sofort mit neuen Windows-Versionen kompatibel sind.

Grundsätzlich gilt: Je nach Windows-Version und Druckermodell können unterschiedliche Fehlerquellen vorliegen. Deshalb ist es sinnvoll, die Ursachensuche systematisch anzugehen.

Schritt 1: Den Drucker und den Computer neu starten

So simpel es klingt – ein vollständiger Neustart des Druckers und des Computers löst in vielen Fällen das Problem. Deshalb sollte das immer der erste Schritt sein.

  1. Schalten Sie den Drucker vollständig aus – nicht nur in den Standby-Modus.
  2. Starten Sie den Computer neu, sodass alle Dienste frisch geladen werden.
  3. Schalten Sie den Drucker danach wieder ein und warten Sie, bis er vollständig hochgefahren ist.
  4. Versuchen Sie anschließend, einen Testdruck auszuführen.

Falls der Drucker nach dem Neustart immer noch nicht reagiert, fahren Sie mit den folgenden Schritten fort.

Schritt 2: Den Windows-Druckerspooler prüfen und neu starten

Der Druckerspooler (Print Spooler) ist ein Windows-Dienst, der Druckaufträge in einer Warteschlange verwaltet und an den Drucker weiterleitet. Nach einem Update kann dieser Dienst gestoppt sein oder sich in einem fehlerhaften Zustand befinden. Deshalb empfiehlt es sich, ihn manuell zu prüfen und neu zu starten.

So gehen Sie vor:

  1. Drücken Sie gleichzeitig Windows-Taste + R, geben Sie services.msc ein und bestätigen Sie mit Enter.
  2. Suchen Sie in der Liste nach „Druckwarteschlange“ (englisch: „Print Spooler“).
  3. Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie „Neu starten“.
  4. Stellen Sie außerdem sicher, dass der Starttyp auf „Automatisch“ gesetzt ist.
  5. Klicken Sie auf „Übernehmen“ und anschließend auf „OK“.

Zusätzlich sollten Sie die Druckwarteschlange leeren, falls dort fehlerhafte Aufträge stecken. Öffnen Sie dazu die Eingabeaufforderung als Administrator und geben Sie folgende Befehle nacheinander ein:

net stop spooler
del /Q /F /S "%systemroot%\System32\spool\PRINTERS\*.*"
net start spooler

Dadurch werden alle hängenden Druckaufträge gelöscht und der Spooler wird sauber neu gestartet.

Schritt 3: Druckertreiber aktualisieren oder neu installieren

Der häufigste Grund, warum der Drucker nach einem Windows-Update nicht reagiert, ist ein veralteter oder inkompatibler Treiber. Deshalb sollten Sie den Treiber zunächst vollständig deinstallieren und anschließend die aktuellste Version installieren.

Treiber über den Geräte-Manager deinstallieren

  1. Drücken Sie Windows-Taste + X und wählen Sie „Geräte-Manager“.
  2. Erweitern Sie den Eintrag „Drucker“ oder „Druckwarteschlangen“.
  3. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Ihren Drucker und wählen Sie „Gerät deinstallieren“.
  4. Aktivieren Sie das Kontrollkästchen „Treibersoftware für dieses Gerät löschen“ und bestätigen Sie.

Aktuellen Treiber vom Hersteller herunterladen

Laden Sie den Treiber direkt vom Hersteller herunter, da diese Versionen stets aktueller und kompatibler sind als die über Windows Update bereitgestellten Treiber:

  • HP: hp.com/go/support
  • Canon: canon.de/support
  • Epson: epson.de/support
  • Brother: support.brother.com

Geben Sie dort Ihr genaues Druckermodell ein, wählen Sie Ihr Betriebssystem (z. B. Windows 11 64-Bit) und laden Sie den aktuellen Treiber herunter. Installieren Sie anschließend die heruntergeladene Datei und starten Sie den Computer neu.

Automatische Treiber-Aktualisierung mit Driverscloud oder Driver Booster

Alternativ können Sie ein Tool wie IObit Driver Booster (kostenlose Version verfügbar unter iobit.com) verwenden, um veraltete Treiber automatisch zu erkennen und zu aktualisieren. So gehen Sie vor:

  1. Laden Sie Driver Booster von iobit.com herunter und installieren Sie das Programm.
  2. Starten Sie einen Scan – das Tool erkennt automatisch alle veralteten Treiber.
  3. Klicken Sie auf „Jetzt aktualisieren“ neben dem Druckertreiber.
  4. Starten Sie den Computer nach der Installation neu.

Schritt 4: Windows Update rückgängig machen

Falls der Drucker nach einem bestimmten Update nicht mehr funktioniert, können Sie das problematische Windows-Update deinstallieren. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gezeigt haben.

So deinstallieren Sie ein Windows-Update:

  1. Öffnen Sie die Einstellungen über das Startmenü (Windows-Taste + I).
  2. Gehen Sie zu „Windows Update“„Updateverlauf“.
  3. Klicken Sie unten auf „Updates deinstallieren“.
  4. Suchen Sie das zuletzt installierte Update (nach Datum sortieren).
  5. Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie „Deinstallieren“.
  6. Starten Sie den Computer anschließend neu.

Bitte beachten Sie: Das Deinstallieren eines Updates kann Sicherheitslücken öffnen. Deshalb sollten Sie anschließend prüfen, ob vom Hersteller ein aktualisierter Treiber verfügbar ist, und das Update dannach erneut installieren, sobald der Treiber kompatibel ist.

Schritt 5: Den Drucker in Windows komplett entfernen und neu hinzufügen

Manchmal hilft es, den Drucker vollständig aus Windows zu entfernen und neu einzurichten. Dadurch werden fehlerhafte Einträge in der Registry und fehlerhafte Portzuweisungen korrigiert.

Drucker vollständig entfernen:

  1. Öffnen Sie Einstellungen → Bluetooth und Geräte → Drucker und Scanner.
  2. Klicken Sie auf Ihren Drucker und wählen Sie „Entfernen“.
  3. Öffnen Sie danach die Systemsteuerung„Geräte und Drucker“.
  4. Falls der Drucker noch sichtbar ist, klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie „Gerät entfernen“.

Drucker anschließend neu hinzufügen:

  1. Gehen Sie erneut zu Einstellungen → Bluetooth und Geräte → Drucker und Scanner.
  2. Klicken Sie auf „Gerät hinzufügen“.
  3. Windows sucht nun automatisch nach verfügbaren Druckern.
  4. Wählen Sie Ihren Drucker aus und folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm.

Für Netzwerkdrucker empfiehlt sich außerdem, die IP-Adresse des Druckers manuell einzugeben, falls er nicht automatisch erkannt wird.

Schritt 6: Die Windows-Problembehandlung für Drucker nutzen

Windows bringt seit Windows 10 eine integrierte Problembehandlung für Drucker mit, die viele häufige Fehler automatisch erkennt und behebt. Deshalb lohnt es sich, dieses Werkzeug vor aufwendigeren Lösungen zu verwenden.

So starten Sie die Problembehandlung:

  1. Öffnen Sie Einstellungen → System → Problembehandlung.
  2. Klicken Sie auf „Andere Problembehandlungen“.
  3. Suchen Sie „Drucker“ und klicken Sie auf „Ausführen“.
  4. Folgen Sie den Anweisungen des Assistenten.

Unter Windows 11 befindet sich die Problembehandlung außerdem unter Einstellungen → Bluetooth und Geräte → Drucker und Scanner direkt beim jeweiligen Drucker als Option „Problembehandlung ausführen“.

Schritt 7: Druckerports und TCP/IP-Einstellungen überprüfen

Besonders bei Netzwerkdruckern und WLAN-Druckern kann nach einem Windows-Update der Druckerport fehlerhaft konfiguriert sein. Deshalb sollten Sie prüfen, ob der Port noch korrekt eingestellt ist.

So überprüfen Sie den Druckerport:

  1. Öffnen Sie die Systemsteuerung„Geräte und Drucker“.
  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Ihren Drucker und wählen Sie „Druckereigenschaften“.
  3. Wechseln Sie zur Registerkarte „Anschlüsse“.
  4. Prüfen Sie, ob der richtige Anschluss ausgewählt ist (z. B. „USB001″ für USB-Drucker oder eine IP-Adresse für Netzwerkdrucker).
  5. Bei Netzwerkdruckern: Klicken Sie auf „Anschluss konfigurieren“ und überprüfen Sie die IP-Adresse des Druckers.

Falls die IP-Adresse des Druckers sich geändert hat (was nach einem Neustart des Routers vorkommen kann), müssen Sie die neue IP-Adresse hier eintragen. Außerdem empfiehlt es sich, dem Drucker im Router eine feste IP-Adresse (statische IP) zuzuweisen, um solche Probleme dauerhaft zu vermeiden.

Schritt 8: Windows-Registrierung bereinigen (für Fortgeschrittene)

In manchen Fällen hinterlassen fehlerhafte Treiberinstallationen veraltete Einträge in der Windows-Registrierung, die den Drucker blockieren. Deshalb kann eine Bereinigung der Registry helfen – allerdings sollten Sie das nur durchführen, wenn Sie mit dem Thema vertraut sind, da fehlerhafte Änderungen das System destabilisieren können.

Empfohlen wird hierfür das kostenlose Tool CCleaner (von Piriform, verfügbar unter ccleaner.com):

  1. Laden Sie CCleaner Free herunter und installieren Sie es.
  2. Wählen Sie im linken Menü „Registrierung“.
  3. Klicken Sie auf „Nach Problemen suchen“.
  4. Klicken Sie anschließend auf „Ausgewählte Probleme beheben“.
  5. Erstellen Sie vor der Bereinigung unbedingt eine Sicherungskopie der Registry, wenn CCleaner danach fragt – stimmen Sie zu.

Zudem sollten Sie nach der Bereinigung den Computer neu starten, bevor Sie erneut versuchen, den Drucker zu verwenden.

Schritt 9: Den Print Spooler-Dienst mit dem Microsoft Fix It Tool reparieren

Microsoft stellt ein offizielles Diagnosetool bereit, das speziell für Druckerprobleme entwickelt wurde. Das Microsoft Support and Recovery Assistant (SaRA) kann viele Druckerprobleme automatisch diagnostizieren und beheben.

So verwenden Sie das SaRA-Tool:

  1. Laden Sie das Tool von aka.ms/SaRA-Setup herunter (offizielle Microsoft-Seite).
  2. Installieren und starten Sie das Programm.
  3. Wählen Sie „Drucker“ aus der Liste der verfügbaren Problembereiche.
  4. Folgen Sie den Anweisungen des Assistenten – er prüft automatisch Treiber, Spooler und Ports.

Alternativ bietet Microsoft auch das Printer Troubleshooter-Skript an, das über die Windows PowerShell ausgeführt werden kann. Deshalb eignet es sich besonders für erfahrene Nutzer, die eine tiefere Diagnose durchführen möchten.

Schritt 10: Windows auf den letzten Wiederherstellungspunkt zurücksetzen

Falls alle bisherigen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben, können Sie Windows auf einen Systemwiederherstellungspunkt zurücksetzen, der vor dem problematischen Update erstellt wurde. Dadurch werden alle Systemänderungen rückgängig gemacht, ohne dass persönliche Dateien verloren gehen.

So stellen Sie Windows wieder her:

  1. Drücken Sie Windows-Taste + R, geben Sie rstrui ein und bestätigen Sie.
  2. Wählen Sie „Anderen Wiederherstellungspunkt auswählen“ und klicken Sie auf „Weiter“.
  3. Suchen Sie in der Liste nach einem Punkt, der vor dem Update erstellt wurde.
  4. Klicken Sie auf „Weiter“ und anschließend auf „Fertig stellen“.
  5. Windows startet neu und stellt den vorherigen Zustand wieder her.

Bitte beachten Sie: Systemwiederherstellungspunkte müssen vorab aktiviert sein. Falls kein Wiederherstellungspunkt verfügbar ist, steht diese Option leider nicht zur Verfügung.

Empfohlene Vorgehensweisen zur Vorbeugung

Um Druckerprobleme nach zukünftigen Windows-Updates zu vermeiden, empfehlen sich folgende Maßnahmen:

  • Vor jedem großen Windows-Update einen Systemwiederherstellungspunkt erstellen: Öffnen Sie die Systemsteuerung, suchen Sie nach „Wiederherstellung“ und klicken Sie auf „Wiederherstellungspunkt erstellen“.
  • Druckertreiber regelmäßig aktualisieren, bevor Windows-Updates installiert werden – so verringern Sie das Risiko von Inkompatibilitäten erheblich.
  • Große Windows-Updates (Feature-Updates) zunächst einige Wochen verzögern, um abzuwarten, ob die Hersteller kompatible Treiber bereitstellen. Das lässt sich unter Einstellungen → Windows Update → Erweiterte Optionen → Updates pausieren einstellen.
  • Netzwerkdruckern eine statische IP-Adresse im Router zuweisen, sodass der Druckerport nach einem Neustart korrekt bleibt.
  • Treiber-Sicherungen erstellen – beispielsweise mit Double Driver (kostenlos, von boozet.org), das alle installierten Treiber sichert und bei Bedarf wiederherstellt.

Mario
Mario

Mario schreibt bei Tippsling.de über Technik, Spiele, DIY und digitale Alltagsthemen. Sein Schwerpunkt liegt auf verständlichen Anleitungen zu Sicherheit, Windows, Apps und praktischen Problemlösungen – ergänzt um Ratgeber zu Gaming- und DIY-Themen.

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