Windows 11/10: Druckerspooler leeren und löschen – So geht’s

Druckerspooler leeren in Windows 11 und Windows 10: So löschen Sie hängende Druckaufträge schnell und einfach – und beheben Druckerprobleme dauerhaft.

Druckerspooler leeren und löschen: So geht’s in Windows 11 und 10

Der Druckerspooler ist ein Windows-Dienst, der Druckaufträge verwaltet und zwischenspeichert. Hängt der Drucker, druckt er nicht mehr oder zeigt Windows eine Fehlermeldung an, liegt das Problem häufig an einem vollen oder fehlerhaften Druckerwarteschlange.

Deshalb zeigt Ihnen dieser Artikel Schritt für Schritt, wie Sie den Druckspooler leeren, zurücksetzen und dauerhaft stabil halten – sowohl in Windows 11 als auch in Windows 10.

Was ist der Druckerspooler und warum hängt er sich auf?

Der Windows-Druckspooler (englisch: Print Spooler) ist ein Systemdienst, der Druckaufträge entgegennimmt, zwischenspeichert und an den Drucker weiterleitet. Technisch gesehen handelt es sich dabei um den Windows-Dienst spoolsv.exe, der im Hintergrund läuft. Dieser Dienst speichert alle anstehenden Druckjobs in einem speziellen Ordner auf dem Laufwerk C.

Jedoch kann dieser Zwischenspeicher in bestimmten Situationen zum Problem werden. Zum Beispiel können beschädigte Druckdateien, unterbrochene Verbindungen zum Drucker oder fehlerhafte Druckertreiber dazu führen, dass sich der Spooler aufhängt. Außerdem entsteht das Problem häufig, wenn ein Druckauftrag abgebrochen wird, die zugehörige Druckdatei im Spool-Ordner aber bestehen bleibt. Deshalb reagiert der Drucker nicht mehr, obwohl er eigentlich betriebsbereit ist.

Typische Symptome eines vollen oder hängenden Druckspoolers:

  • Der Drucker druckt nicht, obwohl er eingeschaltet und verbunden ist
  • Die Druckerwarteschlange lässt sich nicht leeren
  • Druckaufträge hängen dauerhaft mit dem Status „Wird gelöscht“
  • Windows meldet: „Druckspoolerdienst wird nicht ausgeführt“
  • Neue Druckaufträge werden nicht angenommen
  • Der Drucker reagiert erst nach einem Neustart des Computers wieder

Zudem tritt das Problem besonders häufig nach Windows-Updates, nach dem Wechsel des Druckers oder nach der Installation neuer Treiber auf. Ebenso können Netzwerkdrucker in Büroumgebungen betroffen sein, wenn mehrere Nutzer gleichzeitig drucken.

Druckerspooler leeren: Methode 1 – Über die Dienste-Verwaltung (empfohlene Vorgehensweise)

Die zuverlässigste Methode, den Druckspooler zu leeren, führt über die Windows-Dienste-Verwaltung. Diese Vorgehensweise funktioniert sowohl in Windows 11 als auch in Windows 10 identisch und erfordert keine Drittanbieter-Software.

Schritt 1: Druckspooler-Dienst stoppen

Drücken Sie zunächst die Tastenkombination Windows-Taste + R, um den Ausführen-Dialog zu öffnen. Geben Sie dann services.msc ein und bestätigen Sie mit Enter. Daraufhin öffnet sich das Fenster „Dienste“. Suchen Sie in der Liste den Eintrag „Druckwarteschlange“ (englisch: Print Spooler). Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie „Beenden“. Bestätigen Sie gegebenenfalls die Sicherheitsabfrage.

Wichtig: Lassen Sie das Fenster „Dienste“ geöffnet, da Sie den Dienst im letzten Schritt wieder starten müssen.

Schritt 2: Spool-Ordner öffnen und leeren

Öffnen Sie jetzt den Windows-Explorer und navigieren Sie zum folgenden Pfad:

C:\Windows\System32\spool\PRINTERS

Alternativ können Sie diesen Pfad direkt in die Adressleiste des Explorers einfügen. In diesem Ordner befinden sich alle zwischengespeicherten Druckaufträge in Form von SHD- und SPL-Dateien. Markieren Sie alle Dateien mit Strg + A und löschen Sie sie anschließend mit der Entf-Taste. Löschen Sie dabei jedoch keinesfalls die Unterordner selbst, sondern nur die Dateien darin.

Falls Windows meldet, dass eine Datei nicht gelöscht werden kann, haben Sie den Spooler-Dienst möglicherweise nicht vollständig gestoppt. Wiederholen Sie in diesem Fall Schritt 1.

Schritt 3: Druckspooler-Dienst neu starten

Wechseln Sie zurück zum Fenster „Dienste“. Klicken Sie erneut mit der rechten Maustaste auf „Druckwarteschlange“ und wählen Sie diesmal „Starten“. Außerdem empfiehlt es sich, den Starttyp auf „Automatisch“ zu setzen, damit der Dienst bei jedem Windows-Start automatisch gestartet wird. Öffnen Sie dazu die Eigenschaften des Dienstes per Doppelklick.

Druckerspooler leeren: Methode 2 – Per Eingabeaufforderung (CMD)

Eine schnellere Alternative ist die Eingabeaufforderung. Diese Methode eignet sich besonders für erfahrene Nutzer und lässt sich zudem als Batch-Datei automatisieren.

Schritt 1: CMD als Administrator öffnen

Klicken Sie in Windows 11 oder Windows 10 auf die Windows-Taste, geben Sie cmd ein und wählen Sie „Als Administrator ausführen“. Bestätigen Sie die UAC-Abfrage mit „Ja“.

Schritt 2: Druckspooler-Befehle ausführen

Geben Sie nacheinander folgende Befehle ein und bestätigen Sie jeden mit Enter:

net stop spooler
del /Q /F /S "%systemroot%\System32\spool\PRINTERS\*.*"
net start spooler

Der erste Befehl stoppt den Spooler-Dienst. Der zweite Befehl löscht alle Dateien im PRINTERS-Ordner. Der dritte Befehl startet den Dienst neu. Deshalb sind alle drei Schritte zwingend erforderlich und sollten in dieser Reihenfolge ausgeführt werden.

Batch-Datei erstellen für schnellen Zugriff

Wenn Sie den Spooler häufiger leeren müssen, empfehlen wir, die drei Befehle als BAT-Datei zu speichern. Öffnen Sie dazu den Windows-Editor (Notepad), fügen Sie die drei Befehle ein und speichern Sie die Datei mit der Endung .bat, zum Beispiel als spooler-leeren.bat. Klicken Sie künftig mit der rechten Maustaste auf diese Datei und wählen Sie „Als Administrator ausführen“, um den Spooler mit einem Klick zu leeren.

Druckerspooler leeren: Methode 3 – Über PowerShell

Ebenso können Sie den Druckspooler über PowerShell leeren. Diese Methode ist besonders in Unternehmensumgebungen nützlich, da PowerShell-Skripte zentral ausgeführt werden können.

PowerShell als Administrator starten

Drücken Sie Windows-Taste + X und wählen Sie „Windows PowerShell (Administrator)“ oder in Windows 11 „Terminal (Administrator)“. Führen Sie anschließend folgende Befehle nacheinander aus:

Stop-Service -Name Spooler -Force
Remove-Item -Path "$env:SystemRoot\System32\spool\PRINTERS\*" -Force -Recurse
Start-Service -Name Spooler

Zudem können Sie mit Get-Service -Name Spooler den aktuellen Status des Dienstes überprüfen.

Druckerspooler leeren: Methode 4 – Über den Task-Manager

Eine weitere Möglichkeit, den Druckspooler zu beenden, bietet der Task-Manager. Diese Methode ist jedoch weniger präzise als die Dienste-Verwaltung und sollte deshalb nur als Schnelllösung eingesetzt werden.

Drücken Sie Strg + Umschalt + Esc, um den Task-Manager zu öffnen. Wechseln Sie zum Reiter „Details“ und suchen Sie nach dem Prozess spoolsv.exe. Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie „Task beenden“. Anschließend müssen Sie dennoch die Dateien im PRINTERS-Ordner manuell löschen und den Dienst über services.msc neu starten.

Druckerwarteschlange in Windows 11 leeren

In Windows 11 gibt es zusätzlich einen komfortablen Weg über die Einstellungen. Öffnen Sie dazu Einstellungen → Bluetooth und Geräte → Drucker und Scanner. Klicken Sie auf den betreffenden Drucker und wählen Sie „Druckwarteschlange öffnen“. Dort können Sie einzelne Druckaufträge oder alle Aufträge auf einmal löschen, indem Sie auf „Drucker → Alle Dokumente abbrechen“ klicken.

Jedoch funktioniert das Löschen über die Druckerwarteschlange nicht immer, wenn ein Druckauftrag feststeckt. Deshalb ist die manuelle Methode über die Dienste-Verwaltung zuverlässiger.

Druckerwarteschlange in Windows 10 leeren

In Windows 10 erreichen Sie die Druckerwarteschlange über Einstellungen → Geräte → Drucker und Scanner. Klicken Sie auf den gewünschten Drucker, dann auf „Warteschlange öffnen“. Auch hier können Sie einzelne Jobs oder alle Aufträge abbrechen.

Zusätzlich finden Sie die Druckerverwaltung in der klassischen Systemsteuerung unter Hardware und Sound → Geräte und Drucker. Doppelklicken Sie auf den Drucker, um die Warteschlange zu öffnen.

Druckerspooler-Dienst fehlt oder startet nicht: Was tun?

Manchmal ist der Druckspooler-Dienst nicht gestartet oder fehlt ganz. In diesem Fall erscheint häufig die Fehlermeldung: „Der lokale Druckspoolerdienst wird nicht ausgeführt“. Deshalb können keine Druckaufträge entgegengenommen werden.

Druckspooler-Dienst manuell starten

Öffnen Sie erneut services.msc, suchen Sie „Druckwarteschlange“ und prüfen Sie den Starttyp. Ist dieser auf „Deaktiviert“ gesetzt, ändern Sie ihn auf „Automatisch“ und starten Sie den Dienst. Außerdem sollten Sie sicherstellen, dass die Abhängigkeiten des Dienstes, insbesondere Remote Procedure Call (RPC), ebenfalls laufen.

Druckspooler-Abhängigkeiten prüfen

Öffnen Sie die Eigenschaften der „Druckwarteschlange“ per Doppelklick und wechseln Sie zum Reiter „Abhängigkeiten“. Stellen Sie sicher, dass der Dienst „Remoteprozeduraufruf (RPC)“ gestartet ist. Ebenso muss der Dienst „DCOM-Server-Prozessstart“ aktiv sein.

Druckertreiber neu installieren

Ein fehlerhafter oder veralteter Druckertreiber kann ebenfalls dazu führen, dass der Spooler nicht startet oder sich regelmäßig aufhängt. Deshalb empfehlen wir, den Treiber vollständig zu deinstallieren und die aktuelle Version direkt von der Hersteller-Website herunterzuladen.

Für HP-Drucker nutzen Sie dazu am besten das offizielle Tool HP Print and Scan Doctor (kostenlos auf der HP-Website). Für Canon-Drucker steht der Canon IJ Network Tool zur Verfügung. Epson-Nutzer können das Epson Connect Printer Setup verwenden. Diese Tools erkennen automatisch Treiberprobleme und beheben sie zuverlässig.

Druckertreiber vollständig entfernen

Manchmal reicht es nicht aus, den Spooler zu leeren. Stattdessen müssen Sie den Druckertreiber vollständig entfernen, um alle beschädigten Dateien zu beseitigen.

Öffnen Sie dazu die Druckverwaltung (nur Windows 10 Pro/Enterprise und Windows 11 Pro/Enterprise) über printmanagement.msc. Navigieren Sie zu „Treiber“, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den betreffenden Treiber und wählen Sie „Treiber und Treiberpaket entfernen“.

Alternativ öffnen Sie die Systemsteuerung → Hardware und Sound → Geräte und Drucker, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Drucker und wählen Sie „Gerät entfernen“. Öffnen Sie anschließend erneut „Druckerserver-Eigenschaften“ im Menü oben, wechseln Sie zum Reiter „Treiber“ und entfernen Sie den veralteten Treiber.

Tipps zur Fehlervermeidung: Empfohlene Vorgehensweisen

Damit der Druckspooler möglichst selten Probleme verursacht, empfehlen wir folgende Maßnahmen:

Druckertreiber aktuell halten: Installieren Sie regelmäßig die neuesten Treiber vom Hersteller. Veraltete Treiber sind eine häufige Ursache für Spooler-Abstürze.

Druckaufträge nicht stapeln: Senden Sie nicht zu viele Druckaufträge gleichzeitig an einen Drucker, besonders wenn dieser über das Netzwerk verbunden ist. Außerdem sollten Sie Druckaufträge, die Sie nicht mehr benötigen, umgehend aus der Warteschlange entfernen.

Drucker ordnungsgemäß ausschalten: Schalten Sie den Drucker niemals einfach am Stecker aus, während ein Druckvorgang läuft. Deshalb empfehlen wir, den Druckvorgang immer vollständig abzuwarten oder den Auftrag vorher aus der Warteschlange zu entfernen.

Spool-Ordner regelmäßig kontrollieren: Prüfen Sie gelegentlich, ob sich im Ordner C:\Windows\System32\spool\PRINTERS alte Dateien angesammelt haben. Falls ja, können Sie diese nach dem Stoppen des Dienstes problemlos löschen.

Windows-Updates installieren: Zudem behebt Microsoft mit regelmäßigen Updates auch bekannte Druckerspooler-Bugs. Halten Sie deshalb Ihr System stets aktuell.

Druckerspooler-Probleme bei Netzwerkdruckern

In Büroumgebungen treten Spooler-Probleme bei Netzwerkdruckern besonders häufig auf. Deshalb sind dort einige Besonderheiten zu beachten.

Zunächst sollten Sie sicherstellen, dass der Drucker im Netzwerk erreichbar ist, bevor Sie den Spooler neu starten. Überprüfen Sie dazu die IP-Adresse des Druckers und führen Sie gegebenenfalls einen Ping-Test in der Eingabeaufforderung durch: ping.

Außerdem sollten Administratoren in Windows-Domänen prüfen, ob Gruppenrichtlinien die Druckerverwaltung einschränken. Ebenso kann eine Firewall die Kommunikation zwischen Computer und Netzwerkdrucker blockieren.

Für Unternehmen mit mehreren Druckern empfehlen wir den Einsatz eines dedizierten Druckservers, der die Spooler-Verwaltung zentralisiert. Dadurch lassen sich Probleme auf einzelne Arbeitsplätze eingrenzen, ohne dass alle Nutzer betroffen sind.

Windows-Problembehandlung für Drucker nutzen

Sowohl Windows 10 als auch Windows 11 enthalten eine integrierte Problembehandlung für Drucker, die viele Spooler-Probleme automatisch erkennt und behebt.

Öffnen Sie in Windows 11 die Einstellungen → System → Problembehandlung → Weitere Problembehandlungen und klicken Sie auf „Drucker → Ausführen“. In Windows 10 finden Sie diese Option unter Einstellungen → Update und Sicherheit → Problembehandlung → Drucker.

Die Problembehandlung prüft automatisch den Spooler-Dienst, sucht nach fehlerhaften Treibern und versucht, erkannte Probleme selbstständig zu beheben. Deshalb ist dies oft der einfachste erste Schritt, bevor Sie manuelle Eingriffe vornehmen.

Mario
Mario

Mario schreibt bei Tippsling.de über Technik, Spiele, DIY und digitale Alltagsthemen. Sein Schwerpunkt liegt auf verständlichen Anleitungen zu Windows, Apps und praktischen Problemlösungen – ergänzt um Ratgeber zu Gaming- und DIY-Themen.

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