Was ist eigentlich Kodi? Einfach erklärt

Erfahren Sie, was Kodi ist, wie die kostenlose Mediacenter-Software funktioniert und auf welchen Geräten wie PC, Smart-TV oder Fire TV Sie sie nutzen.

Was ist überhaupt Kodi? Einfach erklärt

Kodi ist eine kostenlose Open-Source-Media-Center-Software, mit der Sie Filme, Serien, Musik und Fotos zentral verwalten und wiedergeben. Ursprünglich als XBMC für die Xbox entwickelt, läuft Kodi heute auf nahezu jedem Gerät.

Nachfolgend erfahren Sie, wie die Software funktioniert und wofür sie sich eignet.

Kodi einfach erklärt: Die Grundlagen

Kodi ist im Kern ein Media Player mit Entertainment-Hub-Funktion, der sämtliche digitalen Medieninhalte an einem Ort bündelt. Statt Filme, Serien, Musik und Fotos in verschiedenen Apps oder Ordnern zu suchen, organisiert die Software alles in einer einheitlichen Oberfläche. Zudem wurde die sogenannte „10-Fuß-Benutzeroberfläche“ gezielt für die Bedienung per Fernbedienung entwickelt, weshalb sich Kodi besonders für den Fernseher im Wohnzimmer eignet.

Der Name XBMC (Xbox Media Center) ist vielen Nutzern noch ein Begriff, da die Software daraus hervorgegangen ist. Heute steht Kodi jedoch für deutlich mehr als nur eine Xbox-Anwendung, denn die Media-Center-Software läuft mittlerweile plattformübergreifend. Außerdem handelt es sich bei Kodi um freie Software, die unter der GNU General Public License (GPL) veröffentlicht wird. Das bedeutet, dass der Quellcode öffentlich einsehbar ist und jeder Entwickler zur Weiterentwicklung beitragen kann.

Wichtig zu wissen ist zudem: Die offizielle Kodi-Version enthält keinerlei eigene Inhalte. Kodi liefert also weder Filme noch Serien mit, sondern dient ausschließlich als Wiedergabeplattform für Medien, die Sie selbst besitzen oder über legale Quellen beziehen. Deshalb ist Kodi an sich auch nicht illegal, auch wenn die Software in der Vergangenheit oft mit illegalen Streaming-Add-ons in Verbindung gebracht wurde.

Woher kommt Kodi? Die Geschichte von XBMC bis heute

Die Wurzeln von Kodi reichen bis ins Jahr 2002 zurück, als die Software zunächst als Xbox Media Player für die erste Microsoft-Xbox-Konsole entstand. Bereits ein Jahr später, im Jahr 2003, wurde daraus Xbox Media Center, kurz XBMC. Die Entwicklergemeinschaft wuchs stetig, sodass die Software schließlich auch für Windows, Linux und macOS portiert wurde.

Im Jahr 2014 erfolgte dann die Umbenennung in Kodi, um deutlich zu machen, dass die Software längst nicht mehr auf die Xbox beschränkt ist. Seitdem wird das Projekt von der gemeinnützigen Kodi Foundation betreut, die die Weiterentwicklung koordiniert. Ebenso wichtig ist, dass Kodi bis heute komplett kostenlos bleibt, da sich das Projekt über Spenden finanziert und keine Werbung einblendet.

Die aktuelle stabile Version trägt den Beinamen 21 Omega und wird seit dem Release kontinuierlich mit Wartungsupdates versorgt, zuletzt mit Version 21.3. Parallel dazu arbeitet die Kodi Foundation bereits an der nächsten großen Versionsreihe Kodi 22, die aktuell als Beta zum Testen zur Verfügung steht. Wenn Sie also von „Kodi“ sprechen, ist in der Regel diese Omega-Version gemeint, auch wenn ältere Bezeichnungen wie XBMC gelegentlich noch in Foren oder älteren Anleitungen auftauchen.

Wie funktioniert Kodi? Aufbau und Funktionsweise

Kodi organisiert Medieninhalte in einer sogenannten Bibliothek. Dabei scannt die Software Ordner auf der Festplatte, im Netzwerk oder auf externen Datenträgern und erkennt automatisch Filme, Serien und Musiktitel. Zusätzlich lädt Kodi passende Metadaten wie Cover, Beschreibungen und Bewertungen aus Online-Datenbanken nach, wodurch die Bibliothek optisch ansprechend und übersichtlich wirkt.

Die Bedienung erfolgt über ein Menüsystem, das komplett mit Pfeiltasten, Maus, Touchscreen oder Fernbedienung navigierbar ist. Deshalb eignet sich Kodi besonders gut für den sogenannten HTPC (Home Theater PC), also einen Computer, der direkt am Fernseher betrieben wird. Ebenso lässt sich Kodi jedoch auf einem klassischen Windows-PC, einem Tablet oder einem kleinen Einplatinencomputer wie dem Raspberry Pi nutzen.

Ein zentraler Bestandteil der Funktionsweise ist zudem die Add-on-Architektur. Kodi selbst bringt zunächst nur die Grundfunktionen mit, lässt sich jedoch durch Erweiterungen nahezu beliebig ausbauen. Auf diese Weise können Nutzer beispielsweise Wetter-Widgets, Podcast-Clients oder Schnittstellen zu Cloud-Speichern hinzufügen. Genau diese Erweiterbarkeit macht Kodi so populär, da sich die Software an individuelle Bedürfnisse anpassen lässt.

Für welche Plattformen ist Kodi verfügbar?

Da im Titel keine bestimmte Plattform genannt wird, lohnt sich ein Blick auf alle relevanten Systeme, auf denen Kodi läuft. Die Software ist bewusst plattformübergreifend konzipiert, wodurch sie auf einer Vielzahl von Geräten funktioniert.

  • Windows: Kodi läuft ab Windows 10 aufwärts, sowohl in einer 32-Bit- als auch in einer 64-Bit-Version. Zudem steht die Software auch über den Microsoft Store bereit.
  • macOS: Auf Apple-Rechnern setzt Kodi mindestens macOS Mojave 10.14 voraus und ist sowohl für Intel- als auch für Apple-Silicon-Prozessoren (ARM) verfügbar.
  • Linux: Für zahlreiche Linux-Distributionen gibt es Kodi zudem über offizielle Pakete sowie über Flathub, wodurch die Installation besonders einfach ausfällt.
  • Android: Auf Smartphones, Tablets und Android-TV-Geräten lässt sich Kodi direkt über den Google Play Store installieren.
  • iOS und iPadOS: Auch für iPhone und iPad steht eine Kodi-Version zur Verfügung, wobei die Installation aufgrund der Apple-Richtlinien teils über alternative Wege wie AltStore erfolgen muss.
  • tvOS (Apple TV): Ebenso existiert eine Version für das Apple-TV-Betriebssystem.
  • Amazon Fire TV: Kodi zählt zu den beliebtesten Apps für den Fire TV Stick, da sich die Installation über die integrierte App-Funktion oder über Sideloading realisieren lässt.
  • Raspberry Pi: Über spezielle Distributionen wie LibreELEC oder OSMC läuft Kodi zudem hervorragend auf dem kleinen Einplatinencomputer.
  • Xbox: Historisch bedingt gibt es außerdem weiterhin Versionen für Xbox One sowie Xbox Series X/S.
  • Nvidia Shield: Als beliebte Streaming-Box wird die Nvidia Shield ebenfalls offiziell unterstützt.

Somit deckt Kodi praktisch jedes gängige Endgerät ab, wodurch sich die Software unabhängig vom bereits vorhandenen technischen Ökosystem einsetzen lässt.

Die wichtigsten Funktionen von Kodi im Überblick

Damit Sie einschätzen können, was Kodi tatsächlich leistet, folgt ein Überblick über die zentralen Funktionen der Software.

  • Medienbibliothek: Kodi katalogisiert Filme, Serien, Musik und Fotos automatisch inklusive Cover, Inhaltsangaben und Bewertungen.
  • Wiedergabe zahlreicher Formate: Die Software unterstützt eine breite Palette an Video-, Audio- und Bildformaten, wodurch sich zusätzliche Konvertierungen meist erübrigen.
  • Streaming-Unterstützung: Über Add-ons lassen sich zudem legale Streaming-Dienste sowie Internetradio- und IPTV-Quellen einbinden.
  • PVR-Funktion: Kodi kann außerdem als digitaler Videorekorder fungieren und über einen sogenannten PVR-Backend-Server Fernsehsendungen aufzeichnen.
  • Fernsteuerung: Über eine kostenlose Begleit-App für iOS und Android lässt sich Kodi bequem vom Smartphone aus steuern.
  • Skins: Das Erscheinungsbild der Oberfläche lässt sich mit unterschiedlichen Skins individuell gestalten.
  • Mehrsprachigkeit: Dank Add-ons ist Kodi in 77 Sprachen verfügbar, wodurch sich die Software international nutzen lässt.
  • Netzwerkfähigkeit: Ebenso lassen sich Mediendateien von Netzwerklaufwerken, NAS-Systemen oder Servern einbinden.

Add-ons und Skins: Kodi individuell anpassen

Ein wesentlicher Vorteil von Kodi liegt in der Erweiterbarkeit durch Add-ons. Diese Zusatzprogramme lassen sich über den integrierten Add-on-Browser installieren und decken verschiedenste Bereiche ab, beispielsweise Wettervorhersagen, Podcast-Zugriffe oder Schnittstellen zu Cloud-Diensten. Da Add-ons entweder in C++ oder in Python geschrieben werden, steht Entwicklern zudem eine breite technische Basis zur Verfügung.

Grundsätzlich sollten Sie jedoch ausschließlich Add-ons aus dem offiziellen Kodi-Repository installieren, da Erweiterungen aus inoffiziellen Quellen oft mit rechtlichen Risiken verbunden sind. Zusätzlich zu Add-ons lässt sich auch das komplette Erscheinungsbild von Kodi über sogenannte Skins verändern. Auf diese Weise können Sie die Oberfläche beispielsweise auf eine reine Filmbibliothek, ein minimalistisches Design oder eine besonders fernbedienungsfreundliche Ansicht umstellen.

Wichtig ist außerdem, dass installierte Add-ons und Einstellungen bei einem Kodi-Update in der Regel erhalten bleiben. Deshalb spricht nichts dagegen, regelmäßig zu prüfen, ob eine neuere Version verfügbar ist, um von Verbesserungen bei Stabilität und Formatunterstützung zu profitieren.

Ist Kodi kostenlos und legal?

Kodi selbst ist zu 100 Prozent kostenlos und wird ohne versteckte Kosten oder Werbeeinblendungen angeboten. Da es sich um Open-Source-Software handelt, finanziert sich das Projekt ausschließlich über Spenden der Community. Somit entstehen für Sie zu keinem Zeitpunkt Lizenzgebühren.

Auch die Legalität der Software an sich ist eindeutig geklärt: Kodi ist vollkommen legal, da die Software selbst keine urheberrechtlich geschützten Inhalte bereitstellt oder verbreitet. Kritisch wird es hingegen erst dann, wenn Nutzer inoffizielle Add-ons installieren, die illegal auf geschützte Inhalte zugreifen. Deshalb gilt: Solange Sie ausschließlich eigene Medien, legale Streaming-Add-ons oder offiziell lizenzierte Quellen nutzen, bewegen Sie sich zu jedem Zeitpunkt im legalen Rahmen.

Kodi im Vergleich zu Plex und Jellyfin

Neben Kodi existieren weitere bekannte Media-Center-Lösungen, weshalb sich ein direkter Vergleich anbietet.

KriteriumKodiPlexJellyfin
LizenzmodellKostenlos, Open SourceTeilweise kostenpflichtig (Plex Pass)Kostenlos, Open Source
BedienkonzeptLokal auf dem Gerät, kein Server-ZwangClient-Server-Modell mit zentralem ServerClient-Server-Modell mit zentralem Server
AnpassbarkeitSehr hoch durch Add-ons und SkinsEingeschränkt, geschlosseneres SystemHoch, ebenfalls Open Source
FernzugriffNur mit zusätzlicher KonfigurationStandardmäßig integriertStandardmäßig integriert
ZielgruppeTechnikaffine Nutzer, HTPC-FansEinsteigerfreundlich, FamilienNutzer mit Fokus auf Datenschutz

Während Kodi vor allem durch seine Flexibilität und die direkte lokale Nutzung punktet, setzen Plex und Jellyfin stärker auf ein zentrales Server-Modell, über das mehrere Geräte gleichzeitig zugreifen können. Wenn Ihnen jedoch maximale Anpassbarkeit und volle Kontrolle über die eigenen Daten wichtig sind, ist Kodi die passendere Wahl.

Für wen eignet sich Kodi?

Kodi richtet sich in erster Linie an Nutzer, die eine eigene Medienbibliothek zentral verwalten möchten. Besonders geeignet ist die Software zudem für Menschen mit einem HTPC oder einer Streaming-Box am Fernseher, da sich Kodi vollständig per Fernbedienung bedienen lässt. Ebenso profitieren technikaffine Anwender, die gerne mit Add-ons experimentieren und die Oberfläche individuell gestalten möchten.

Weniger geeignet ist Kodi hingegen für Nutzer, die eine reine Plug-and-play-Lösung ohne jegliche Konfiguration suchen. Da die Software zunächst eingerichtet werden muss, bevor sie ihr volles Potenzial entfaltet, empfiehlt sich Kodi vor allem für Anwender, die etwas Zeit in die Einrichtung investieren möchten.

Kodi installieren: Kurzer Überblick

Die Installation von Kodi gestaltet sich auf den meisten Plattformen unkompliziert. Nachfolgend finden Sie die grundlegenden Schritte am Beispiel von Windows.

  1. Rufen Sie die offizielle Website kodi.tv auf und wählen Sie dort Ihre Plattform aus.
  2. Laden Sie die passende Version herunter, also entweder die 32-Bit- oder die 64-Bit-Variante für Windows.
  3. Starten Sie die heruntergeladene Installationsdatei und folgen Sie dem Einrichtungsassistenten.
  4. Öffnen Sie Kodi nach Abschluss der Installation und richten Sie im Menü Einstellungen Ihre Medienquellen ein.
  5. Fügen Sie anschließend über den Add-on-Browser gewünschte Erweiterungen hinzu.

Auf mobilen Geräten wie Android oder Fire TV erfolgt die Installation üblicherweise direkt über den jeweiligen App Store, wodurch sich der Aufwand nochmals reduziert.

Empfohlene Vorgehensweisen für den Einstieg

  • Offizielle Quelle nutzen: Laden Sie Kodi ausschließlich über kodi.tv oder die offiziellen App Stores herunter, um manipulierte Versionen zu vermeiden.
  • Regelmäßig aktualisieren: Prüfen Sie in regelmäßigen Abständen, ob eine neue Kodi-Version verfügbar ist, da Updates Stabilität und Sicherheit verbessern.
  • Nur offizielle Add-ons installieren: Beziehen Sie Erweiterungen ausschließlich aus dem offiziellen Repository, um rechtliche und technische Risiken zu vermeiden.
  • Bibliothek sauber strukturieren: Ordnen Sie Ihre Mediendateien in klar benannten Ordnern, damit Kodi Metadaten korrekt zuordnen kann.
  • Backup erstellen: Sichern Sie Ihre Einstellungen und Add-on-Konfigurationen, bevor Sie größere Änderungen vornehmen.

Häufig gestellte Fragen rund um Kodi

Was genau ist Kodi in einfachen Worten?

Kodi ist eine kostenlose Software, mit der Sie Filme, Serien, Musik und Fotos an einem zentralen Ort verwalten und abspielen können. Die Software läuft dabei auf nahezu jedem Gerät, vom PC bis zur Streaming-Box.

Ist Kodi legal zu nutzen?

Ja, Kodi selbst ist vollkommen legal, da die Software keine geschützten Inhalte bereitstellt. Illegal wird es lediglich dann, wenn inoffizielle Add-ons zum Zugriff auf urheberrechtlich geschützte Inhalte genutzt werden.

Was bedeutet die Abkürzung XBMC?

XBMC steht für Xbox Media Center und war der ursprüngliche Name von Kodi, bevor die Software im Jahr 2014 umbenannt wurde. Ebenso davor hieß das Projekt zunächst Xbox Media Player.

Auf welchen Geräten läuft Kodi?

Kodi ist unter anderem für Windows, macOS, Linux, Android, iOS, Fire TV, Raspberry Pi und Xbox verfügbar. Somit deckt die Software praktisch alle gängigen Plattformen ab.

Kostet Kodi etwas?

Nein, Kodi ist zu 100 Prozent kostenlos und finanziert sich ausschließlich über Spenden. Zudem fallen keine versteckten Kosten oder Abonnements an.

Was ist der Unterschied zwischen Kodi und Plex?

Kodi läuft in erster Linie lokal auf dem Gerät und bietet eine höhere Anpassbarkeit, während Plex stärker auf ein zentrales Server-Modell mit einfacherem Fernzugriff setzt. Deshalb eignet sich Kodi eher für technikaffine Nutzer.

Benötigt Kodi eine Internetverbindung?

Nein, lokale Mediendateien lassen sich auch offline abspielen. Für Metadaten, Streaming-Add-ons und Updates ist jedoch eine Internetverbindung erforderlich.

Was sind Add-ons bei Kodi?

Add-ons sind Erweiterungen, mit denen sich der Funktionsumfang von Kodi ausbauen lässt, beispielsweise um Streaming-Dienste, Wetter-Widgets oder Podcast-Zugriffe. Zudem sollten Add-ons ausschließlich aus offiziellen Quellen stammen.

Wie aktuell ist die neueste Kodi-Version?

Aktuell ist die stabile Version 21.3 Omega, während parallel bereits an Kodi 22 in einer Beta-Version gearbeitet wird. Die Kodi Foundation versorgt die Software regelmäßig mit Wartungsupdates.

Kann ich Kodi auf dem Raspberry Pi nutzen?

Ja, über Distributionen wie LibreELEC oder OSMC läuft Kodi hervorragend auf dem Raspberry Pi. Dadurch lässt sich zudem ein besonders energiesparender und kostengünstiger HTPC realisieren.

Mario
Mario

Mario schreibt bei Tippsling.de über Technik, Spiele, DIY und digitale Alltagsthemen. Sein Schwerpunkt liegt auf verständlichen Anleitungen zu Windows, Apps und praktischen Problemlösungen – ergänzt um Ratgeber zu Gaming- und DIY-Themen.

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