Bootmanager in Windows 11 und Windows 10 öffnen

Bootmanager öffnen in Windows 11 und Windows 10: Erfahren Sie, wie Sie das Boot-Menü mit verschiedenen Methoden schnell und zuverlässig aufrufen können.

Bootmanager öffnen: So geht’s in Windows 11 und Windows 10

Der Bootmanager steuert, welches Betriebssystem oder welche Startoption beim Hochfahren Ihres Computers geladen wird. Möchten Sie in den erweiterten Startoptionen ein Problem beheben, Windows reparieren oder von einem USB-Stick starten, müssen Sie zunächst den Bootmanager öffnen.

In diesem Artikel erfahren Sie alle zuverlässigen Methoden – Schritt für Schritt – für Windows 11 und Windows 10.

Was ist der Bootmanager und wozu brauchen Sie ihn?

Der Windows Boot Manager (auch: BOOTMGR) ist eine systemnahe Softwarekomponente, die unmittelbar nach dem Einschalten des Rechners aktiv wird. Er liest die Startinformationen aus dem Bootsektor und entscheidet, welches System geladen wird. Zusätzlich ermöglicht er den Zugriff auf wichtige Diagnose- und Reparaturwerkzeuge, die sich hinter dem Begriff „Erweiterte Startoptionen“ verbergen.

Technisch gesehen ist der Bootmanager in der BCD-Datenbank (Boot Configuration Data) hinterlegt – einer strukturierten Datenbank, die auf der Systempartition gespeichert wird. Auf UEFI-Systemen befindet sich diese Partition in der Regel auf der EFI-Systempartition (ESP). Auf älteren Legacy-BIOS-Systemen mit MBR-Partitionierung liegt die BCD-Datei im Ordner \Boot auf der aktiven Partition.

Den Bootmanager benötigen Sie insbesondere in folgenden Situationen:

Dual-Boot-Systeme: Sie haben Windows 11 und Windows 10 – oder ein anderes Betriebssystem wie Ubuntu Linux – nebeneinander installiert und möchten beim Start zwischen ihnen wählen. Ohne sichtbaren Bootmanager startet immer dasselbe System, deshalb ist die korrekte Konfiguration hier entscheidend.

Systemreparatur: Windows startet nicht mehr korrekt, und Sie möchten die automatische Reparatur, die Systemwiederherstellung oder die Eingabeaufforderung in der Windows-Wiederherstellungsumgebung (WinRE) aufrufen. WinRE ist dabei eine separate, abgespeckte Windows-Umgebung, die unabhängig vom Hauptsystem funktioniert.

Abgesicherter Modus: Sie möchten Windows im abgesicherten Modus starten, um Treiber- oder Softwareprobleme zu isolieren. Im abgesicherten Modus lädt Windows nur grundlegende Treiber und Dienste, sodass fehlerhafte Drittanbieter-Software ausgeschlossen wird.

Von externem Datenträger booten: Sie möchten einen bootfähigen USB-Stick oder eine DVD verwenden – etwa zur Neuinstallation, zur Nutzung von Diagnosewerkzeugen wie Memtest86 oder zur Anwendung von Systemsicherungs-Software wie Acronis True Image.

UEFI-Firmware-Einstellungen: Sie möchten in das BIOS/UEFI Ihres Systems gelangen, um die Startreihenfolge zu ändern, Secure Boot zu deaktivieren oder weitere Hardwareeinstellungen vorzunehmen.

Außerdem ist das Öffnen des Bootmanagers die Voraussetzung dafür, BitLocker, Secure Boot oder andere Sicherheitsfeatures zu konfigurieren. Deshalb lohnt es sich, die verschiedenen Methoden gut zu kennen.

Methode 1: Bootmanager über Shift + Neustart öffnen (empfohlene Vorgehensweise)

Die schnellste und zuverlässigste Methode, den Bootmanager in Windows 11 und Windows 10 zu öffnen, ist die Tastenkombination Shift + Neustart. Diese Methode funktioniert direkt vom laufenden System aus, erfordert keinerlei Vorkenntnisse und steht auf allen modernen Windows-Computern zur Verfügung.

So gehen Sie vor:

  1. Klicken Sie auf das Startmenü (Windows-Symbol in der Taskleiste).
  2. Wählen Sie das Ein/Aus-Symbol (Netztaste).
  3. Halten Sie dabei die Umschalttaste (Shift) gedrückt.
  4. Klicken Sie auf „Neu starten“, während Sie Shift gedrückt halten.
  5. Windows startet daraufhin neu und zeigt Ihnen automatisch das Menü „Option auswählen“ an.

Alternativ können Sie auch auf dem Anmeldebildschirm vorgehen: Klicken Sie rechts unten auf das Ein/Aus-Symbol, halten Sie Shift gedrückt und wählen Sie „Neu starten“. Beide Wege führen zuverlässig zum Bootmanager-Menü.

Im anschließend erscheinenden blauen Bildschirm haben Sie folgende Hauptoptionen:

  • „Weiter“: Normaler Start von Windows
  • „Problembehandlung“: Zugang zu Reparatur- und Diagnosewerkzeugen
  • „PC ausschalten“: Computer herunterfahren

Um in den eigentlichen Bootmanager mit allen Startoptionen zu gelangen, wählen Sie „Problembehandlung“„Erweiterte Optionen“. Dort finden Sie unter anderem den Eintrag „UEFI-Firmwareeinstellungen“ (= BIOS) sowie „Starteinstellungen“, „Systemstartreparatur“ und „Eingabeaufforderung“.

Methode 2: Bootmanager über die Windows-Einstellungen öffnen

Ebenso können Sie den Bootmanager komfortabel über die Windows-Einstellungen aufrufen. Diese Methode eignet sich besonders, wenn Sie planmäßig in den erweiterten Start wechseln möchten und dafür ausreichend Zeit haben.

Windows 11 – Schritt für Schritt:

  1. Öffnen Sie die Einstellungen mit der Tastenkombination Windows + I.
  2. Navigieren Sie zu „System“„Wiederherstellung“.
  3. Scrollen Sie zum Abschnitt „Erweiterter Start“.
  4. Klicken Sie auf die Schaltfläche „Jetzt neu starten“.
  5. Bestätigen Sie den Dialog mit „Jetzt neu starten“.

Windows 10 – Schritt für Schritt:

  1. Öffnen Sie die Einstellungen mit Windows + I.
  2. Wechseln Sie zu „Update und Sicherheit“.
  3. Klicken Sie links auf „Wiederherstellung“.
  4. Unter dem Abschnitt „Erweiterter Start“ klicken Sie auf „Jetzt neu starten“.
  5. Bestätigen Sie den Neustart im erscheinenden Dialog.

Zudem zeigt Windows 10 nach dem Neustart denselben blauen Auswahlbildschirm wie Windows 11. Deshalb ist der weitere Ablauf auf beiden Systemen identisch. Außerdem eignet sich dieser Weg hervorragend für Einsteiger, da er keine Tastenkürzel erfordert und klar beschriftet ist.

Methode 3: Bootmanager über die Eingabeaufforderung öffnen

Besonders erfahrene Nutzer oder Systemadministratoren öffnen den Bootmanager häufig über die Eingabeaufforderung (CMD) oder Windows PowerShell. Diese Methode ist außerdem nützlich, wenn die grafische Oberfläche nicht reagiert oder Sie den Vorgang in ein Skript einbetten möchten.

So gehen Sie vor:

  1. Drücken Sie Windows + R, geben Sie cmd ein und bestätigen Sie mit Strg + Umschalt + Enter, um die Eingabeaufforderung als Administrator zu öffnen.
  2. Geben Sie folgenden Befehl ein und drücken Sie Enter:
shutdown /r /o /f /t 0

Erklärung der Parameter:

  • /r = Neustart
  • /o = Wechsel in die erweiterten Startoptionen
  • /f = Erzwingt das Schließen laufender Programme
  • /t 0 = Keine Wartezeit (sofortiger Neustart)

Windows startet daraufhin sofort neu und öffnet direkt das Bootmanager-Menü. Außerdem können Sie denselben Befehl in der Windows PowerShell (als Administrator) verwenden, da er dort identisch funktioniert.

Bootmanager per Task-Manager öffnen:

Zusätzlich können Sie den Task-Manager verwenden, um den Neustart mit Bootmanager auszulösen. Drücken Sie Strg + Umschalt + Esc, um den Task-Manager zu öffnen. Klicken Sie auf „Datei“„Neuen Task ausführen“, geben Sie shutdown /r /o /f /t 0 ein und bestätigen Sie mit OK. Dies ist besonders praktisch, wenn das Startmenü eingefroren ist.

Methode 4: Bootmanager über msconfig (Systemkonfiguration) verwalten

Das Tool msconfig – die Systemkonfiguration – ermöglicht es Ihnen, den Bootmanager dauerhaft anzupassen, ohne auf Kommandozeilenbefehle zurückgreifen zu müssen. Zudem können Sie damit den abgesicherten Modus oder weitere Startparameter für den nächsten Systemstart vorauswählen.

So öffnen Sie msconfig:

  1. Drücken Sie Windows + R und geben Sie msconfig ein.
  2. Bestätigen Sie mit Enter oder OK.
  3. Wechseln Sie in das Register „Start“.

Dort sehen Sie alle auf Ihrem System installierten Starteinträge aufgelistet. Außerdem stehen Ihnen folgende Optionen zur Verfügung:

  • „Standardeinstellung“: Legt fest, welches System standardmäßig gestartet wird.
  • „Zeitlimit“: Bestimmt, wie viele Sekunden der Bootmanager auf eine Auswahl wartet (Standard: 30 Sekunden).
  • „Abgesicherter Start“: Aktiviert den abgesicherten Modus für den nächsten Neustart – mit den Unteroptionen „Minimal“, „Shell“, „Active Directory-Reparatur“ und „Netzwerk“.
  • „Kein GUI-Start“: Unterdrückt den Windows-Begrüßungsbildschirm beim Starten.
  • „Startprotokoll“: Erstellt beim Start eine Protokolldatei (ntbtlog.txt), die alle geladenen Treiber auflistet – nützlich bei Treiberproblemen.
  • „Basisvideo“: Startet Windows mit dem Standard-VGA-Treiber, falls ein Grafiktreiber Probleme verursacht.

Klicken Sie nach Ihren Anpassungen auf „Übernehmen“ und anschließend auf „OK“. Windows fordert Sie dann auf, den Computer neu zu starten. Deshalb sollten Sie alle offenen Dateien vorher speichern. Außerdem zeigt msconfig nach einem abgesicherten Neustart beim nächsten regulären Start einen Hinweis, dass die Systemkonfiguration noch verändert ist – vergessen Sie nicht, die Einstellungen danach zurückzusetzen.

Methode 5: Bootmanager über bcdedit in der Eingabeaufforderung konfigurieren

Das Kommandozeilenwerkzeug bcdedit (Boot Configuration Data Editor) ist das mächtigste Werkzeug zur Verwaltung des Bootmanagers. Damit können Sie Starteinträge hinzufügen, bearbeiten und löschen sowie den Bootmanager präzise konfigurieren. Ebenso erlaubt bcdedit die vollständige Analyse der BCD-Datenbank.

Wichtig: Fehler bei der Verwendung von bcdedit können dazu führen, dass Windows nicht mehr startet. Deshalb empfehlen wir, zunächst ausschließlich folgende Lesebefehle zu verwenden, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Alle Starteinträge anzeigen:

bcdedit /enum all

Dieser Befehl zeigt alle vorhandenen Starteinträge an und gibt jedem Eintrag einen eindeutigen Bezeichner (Identifier) wie {current}, {default} oder eine GUID-Zeichenkette.

Zeitlimit des Bootmanagers ändern:

bcdedit /timeout 10

Dieser Befehl setzt die Wartezeit auf 10 Sekunden. Dadurch bleibt das Auswahlmenü bei jedem Start für 10 Sekunden sichtbar.

Standard-Starteintrag ändern:

bcdedit /default {identifier}

Dabei ersetzen Sie {identifier} durch den entsprechenden Bezeichner aus der bcdedit /enum-Ausgabe, zum Beispiel {current}.

Beschreibung eines Starteintrags ändern:

bcdedit /set {current} description "Windows 11 Pro"

Dieser Befehl benennt den aktuellen Starteintrag um, sodass er im Bootmanager-Menü klar beschriftet erscheint. Ebenso können Sie über bcdedit /set weitere Parameter wie den abgesicherten Start (safeboot minimal) oder den Debugmodus (debug on) aktivieren.

Methode 6: F8-Taste beim Start drücken (Windows 10 – Legacy-Methode)

In älteren Windows-Versionen war es möglich, durch wiederholtes Drücken der F8-Taste beim Start die erweiterten Startoptionen aufzurufen. In Windows 10 und Windows 11 ist diese Methode standardmäßig deaktiviert, weil die Startsequenz durch schnelle SSDs zu kurz ist, um die Taste rechtzeitig zu erkennen.

Dennoch können Sie die F8-Funktion in Windows 10 manuell wieder aktivieren. Führen Sie dazu folgenden Befehl in einer Eingabeaufforderung als Administrator aus:

bcdedit /set {default} bootmenupolicy legacy

Danach können Sie beim nächsten Start die F8-Taste mehrmals schnell hintereinander drücken, sobald das BIOS-Logo verschwindet. Das System zeigt Ihnen dann das klassische, textbasierte Startmenü an. Beachten Sie jedoch: Diese Methode verlängert die Startzeit minimal, da Windows auf den Tastendruck warten muss. Zudem ist sie in Windows 11 nicht offiziell unterstützt und funktioniert dort möglicherweise nicht zuverlässig.

Um zur modernen Grafikdarstellung zurückzukehren, führen Sie aus:

bcdedit /set {default} bootmenupolicy standard

Methode 7: Bootmanager öffnen, wenn Windows nicht mehr startet

Startet Windows nicht mehr korrekt und gelangen Sie deshalb nicht mehr in das laufende Betriebssystem, gibt es zwei zuverlässige Wege, dennoch in den Bootmanager zu gelangen.

Weg 1: Drei erzwungene Neustarts

Windows 10 und Windows 11 erkennen automatisch, dass ein Startfehler vorliegt, wenn das System drei Mal hintereinander nicht korrekt hochfährt. In diesem Fall startet Windows automatisch die Windows-Wiederherstellungsumgebung (WinRE) mit dem Bootmanager-Menü.

So gehen Sie vor: Starten Sie den PC. Sobald das Windows-Logo erscheint, halten Sie den Ein-/Aus-Knopf ca. 4 Sekunden gedrückt, um den Computer hart auszuschalten. Wiederholen Sie diesen Vorgang zwei weitere Male. Beim vierten Start öffnet Windows automatisch das Wiederherstellungsmenü und bietet alle Diagnose- und Reparaturoptionen an.

Hinweis: Diese Methode sollte ausschließlich in echten Notfällen verwendet werden, da erzwungene Neustarts theoretisch zu Dateiinkonsistenzen führen können. Deshalb empfehlen wir, danach unbedingt chkdsk /f auf dem Systemlaufwerk auszuführen.

Weg 2: Bootfähigen USB-Stick verwenden

Zusätzlich können Sie einen Windows-Installationsdatenträger (USB-Stick oder DVD) verwenden:

  1. Laden Sie das Media Creation Tool von der offiziellen Microsoft-Website herunter (microsoft.com/de-de/software-download/windows11 bzw. /windows10).
  2. Schließen Sie einen USB-Stick mit mindestens 8 GB Speicherkapazität an Ihren anderen Computer an.
  3. Starten Sie das Media Creation Tool und folgen Sie den Anweisungen, um einen bootfähigen USB-Stick zu erstellen.
  4. Schließen Sie den fertigen USB-Stick an Ihren nicht startenden PC an.
  5. Rufen Sie das BIOS/UEFI auf und wählen Sie den USB-Stick als primäres Startlaufwerk.
  6. Beim Neustart erscheint die Windows-Installationsumgebung. Klicken Sie auf „Computerreparaturoptionen“ (links unten – nicht auf „Jetzt installieren“).
  7. Wählen Sie anschließend „Problembehandlung“„Erweiterte Optionen“, um alle Reparaturwerkzeuge zu erreichen.

BIOS/UEFI öffnen: Der Weg zur Firmware-Ebene

Viele Nutzer verwechseln den Bootmanager mit dem BIOS/UEFI. Tatsächlich handelt es sich um zwei unterschiedliche Ebenen: Das BIOS/UEFI ist die Firmware des Mainboards und wird noch vor dem Betriebssystem aktiv, während der Windows-Bootmanager auf Betriebssystemebene läuft.

Weg 1: Über die Erweiterten Startoptionen (empfohlen)

  1. Öffnen Sie das Bootmanager-Menü wie oben beschrieben (z. B. über Shift + Neustart).
  2. Wählen Sie „Problembehandlung“„Erweiterte Optionen“.
  3. Klicken Sie auf „UEFI-Firmwareeinstellungen“.
  4. Bestätigen Sie mit „Neu starten“.

Weg 2: Taste beim Systemstart drücken

Je nach Hersteller drücken Sie beim Einschalten des Computers eine bestimmte Taste, um direkt ins BIOS/UEFI zu gelangen. Die häufigsten Tasten sind:

HerstellerBIOS/UEFI-TasteBoot-Menü-Taste
LenovoF1 oder F2F12
HPF10 oder EscF9 oder F12
DellF2F12
ASUSF2 oder EntfF8
AcerF2 oder EntfF12
MSIEntfF11
GigabyteEntf oder F2F12
SamsungF2F10 oder F12
ToshibaF2F12

Drücken Sie die entsprechende Taste unmittelbar nach dem Einschalten, bevor das Windows-Logo erscheint. Außerdem zeigen viele Mainboards kurz nach dem Einschalten einen Hinweis, welche Taste für das BIOS/UEFI oder das One-Time Boot Menu zuständig ist. Das One-Time Boot Menu (häufig über F12 erreichbar) ist besonders praktisch: Es zeigt alle angeschlossenen bootfähigen Datenträger an, ohne dass Sie dauerhaft Einstellungen im BIOS ändern müssen.

Startoptionen im Bootmanager-Menü erklärt

Haben Sie das blaue Auswahlmenü erfolgreich geöffnet, stehen Ihnen unter „Problembehandlung“„Erweiterte Optionen“ folgende wichtige Werkzeuge zur Verfügung.

Starteinstellungen

Unter „Starteinstellungen“ können Sie Windows in verschiedenen Spezialmodi starten. Nach einem Klick auf „Neu starten“ erscheint eine nummerierte Liste. Drücken Sie die entsprechende Taste auf Ihrer Tastatur:

  • F4 / 4: Abgesicherter Modus
  • F5 / 5: Abgesicherter Modus mit Netzwerktreibern
  • F6 / 6: Abgesicherter Modus mit Eingabeaufforderung
  • F7 / 7: Treibersignaturerzwingung deaktivieren (für nicht signierte Treiber)
  • F8 / 8: Frühe Antischadprogramm-Ausführung deaktivieren
  • F9 / 9: Automatischen Neustart bei Fehler deaktivieren (nützlich zur Bluescreen-Analyse)

Systemstartreparatur

Die Systemstartreparatur analysiert Ihr System automatisch auf Startprobleme und versucht, diese zu beheben. Dabei überprüft Windows den Bootsektor, den Bootmanager, die BCD-Datenbank sowie kritische Systemdateien. Deshalb ist sie oft der erste Anlaufpunkt, wenn Windows nicht mehr korrekt bootet.

Systemwiederherstellung

Mit der Systemwiederherstellung setzen Sie Windows auf einen früheren Wiederherstellungspunkt zurück. Dabei bleiben Ihre persönlichen Dateien erhalten; jedoch werden kürzlich installierte Programme und Treiber entfernt. Ebenso können Sie in Windows 11 und 10 über Einstellungen → System → Wiederherstellung manuell Wiederherstellungspunkte erstellen, falls noch keiner vorhanden ist.

Eingabeaufforderung

Die Eingabeaufforderung in der Wiederherstellungsumgebung bietet vollständigen Zugriff auf Diagnosebefehle. Folgende Werkzeuge sind besonders nützlich:

  • sfc /scannow – Überprüft und repariert beschädigte Systemdateien
  • chkdsk C: /f /r – Prüft und repariert das Dateisystem auf Fehler
  • bootrec /fixmbr – Repariert den Master Boot Record
  • bootrec /fixboot – Repariert den Bootsektor
  • bootrec /rebuildbcd – Erstellt die BCD-Datenbank neu
  • diskpart – Partitionsverwaltung auf Kommandozeilenebene

Image-Wiederherstellung

Mit dieser Option stellen Sie Windows aus einem zuvor erstellten Systemabbild wieder her. Dabei wird die gesamte Systempartition aus dem Backup eingespielt. Deshalb ist es ratsam, regelmäßig ein Systemabbild zu erstellen – etwa mit der integrierten Windows-Sicherung oder mit Drittanbieter-Software wie Macrium Reflect Free.

Bootmanager unter Windows 11 und Windows 10: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Grundsätzlich ist der Bootmanager in Windows 11 und Windows 10 weitgehend identisch aufgebaut, da beide auf demselben UEFI-basierten Startprozess aufsetzen. Dennoch gibt es einige Unterschiede, die Sie kennen sollten.

Windows 11:

  • Erfordert offiziell UEFI und Secure Boot, weshalb das Bootmenü standardmäßig im modernen UEFI-Stil erscheint.
  • Die Einstellung für den erweiterten Start befindet sich unter Einstellungen → System → Wiederherstellung.
  • TPM 2.0 ist Pflicht, weshalb BitLocker-Einstellungen direkter über den Bootprozess zugänglich sind.
  • Die Benutzeroberfläche des Bootmanager-Menüs ist visuell leicht modernisiert und stärker auf Touch-Bedienung ausgelegt.

Windows 10:

  • Funktioniert auch auf Legacy-BIOS-Systemen mit MBR-Partitionierung.
  • Die Einstellung befindet sich unter Einstellungen → Update und Sicherheit → Wiederherstellung.
  • Unterstützt die reaktivierbare F8-Startoption (Legacy-Methode).
  • Auf sehr alten Systemen erscheint das Bootmenü möglicherweise noch als textbasierte Liste statt als grafisches Menü.

Außerdem ist die Funktionsweise der Windows-Wiederherstellungsumgebung (WinRE) auf beiden Systemen nahezu identisch. Deshalb können Sie alle beschriebenen Methoden auf beiden Plattformen anwenden – lediglich der Navigationspfad in den Einstellungen weicht geringfügig ab.

Bootmanager dauerhaft sichtbar machen bei Dual-Boot

Nutzen Sie ein Dual-Boot-System – beispielsweise Windows 11 und Ubuntu Linux oder Windows 11 und Windows 10 parallel –, möchten Sie den Bootmanager bei jedem Start automatisch anzeigen lassen, anstatt ihn manuell aufzurufen.

Methode über msconfig:

  1. Öffnen Sie msconfig (Windows + R → msconfig eingeben, Enter drücken).
  2. Wechseln Sie zum Register „Start“.
  3. Stellen Sie das „Zeitlimit“ auf mindestens 5 bis 10 Sekunden.
  4. Klicken Sie auf „Übernehmen“ und „OK“, dann starten Sie neu.

Ab sofort zeigt der Bootmanager bei jedem Systemstart die Auswahl für die konfigurierten Sekunden an, bevor er automatisch das Standardsystem startet.

Methode über bcdedit:

Alternativ führen Sie in einer Administrator-Eingabeaufforderung folgenden Befehl aus:

bcdedit /timeout 10

Damit setzen Sie das Zeitlimit auf 10 Sekunden. Außerdem können Sie mit folgendem Befehl die Anzeigereihenfolge der Einträge anpassen:

bcdedit /displayorder {identifier1} {identifier2}

Bootmanager-Darstellung anpassen:

In Windows 10 können Sie zudem zwischen der modernen grafischen und der klassischen textbasierten Darstellung wählen:

bcdedit /set {default} bootmenupolicy legacy

Dies schaltet auf die ältere, textbasierte Ansicht um. Für die moderne Grafik-Ansicht setzen Sie wieder:

bcdedit /set {default} bootmenupolicy standard

Bootmanager-Fehler beheben: Häufige Probleme und Lösungen

Gelegentlich treten beim Starten Fehlermeldungen im Zusammenhang mit dem Bootmanager auf. Deshalb erklären wir hier die häufigsten Szenarien und die passenden Lösungsansätze.

Fehler: „BOOTMGR is missing“

Diese Meldung erscheint, wenn die Bootmanager-Datei auf dem Systemlaufwerk beschädigt oder gelöscht wurde. Starten Sie in diesem Fall von einem Windows-Installationsdatenträger und führen Sie in der Eingabeaufforderung der Wiederherstellungsumgebung folgende Befehle aus:

bootrec /fixmbr
bootrec /fixboot
bootrec /rebuildbcd

Starten Sie danach den Computer neu, ohne den USB-Stick zu entfernen – falls der Fehler weiterhin besteht, können Sie zusätzlich bcdboot C:\Windows /s C: /f ALL ausführen.

Fehler: „Boot Configuration Data file is missing“

Dieser Fehler weist auf eine beschädigte oder fehlende BCD-Datenbank hin. Zusätzlich zu den obigen bootrec-Befehlen können Sie mit folgendem Befehl die BCD-Datenbank vollständig neu erstellen:

bcdboot C:\Windows /s C: /f ALL

Dabei ersetzen Sie C: durch den tatsächlichen Laufwerksbuchstaben Ihrer Windows-Partition.

Bootmanager erscheint nicht mehr nach Linux-Installation

Häufig überschreibt ein Linux-Bootloader (z. B. GRUB2) beim Installieren den Windows-Bootmanager. In diesem Fall empfehlen wir die Verwendung des Windows-Installationsdatenträgers und die Ausführung von bootrec /fixmbr sowie bootrec /fixboot. Alternativ können Sie Windows zu GRUB2 hinzufügen, indem Sie in der Linux-Eingabeaufforderung sudo update-grub ausführen – GRUB erkennt dann automatisch alle installierten Betriebssysteme und bietet sie beim Start zur Auswahl an.

Startmenü zeigt falsche oder doppelte Einträge

Doppelte oder veraltete Starteinträge lassen sich mit bcdedit bereinigen. Zeigen Sie zunächst alle Einträge mit bcdedit /enum all an. Anschließend löschen Sie nicht mehr benötigte Einträge mit:

bcdedit /delete {identifier} /cleanup

Das Parameter /cleanup stellt dabei sicher, dass auch verwaiste Einträge vollständig aus der Anzeige entfernt werden.

Secure Boot und Bootmanager: Was Sie wissen müssen

Secure Boot ist eine UEFI-Funktion, die verhindert, dass beim Systemstart nicht signierter Code ausgeführt wird. In Kombination mit dem Windows-Bootmanager sorgt Secure Boot dafür, dass ausschließlich vertrauenswürdige Betriebssysteme und Bootloader gestartet werden können.

In Windows 11 ist Secure Boot Pflichtvoraussetzung. Deshalb ist es wichtig zu wissen: Möchten Sie ein alternatives Betriebssystem neben Windows 11 installieren (z. B. Linux), muss dieses entweder Secure Boot unterstützen (wie aktuelle Ubuntu-Versionen mit Shim-Bootloader) oder Sie deaktivieren Secure Boot vorübergehend im UEFI. Außerdem sollten Sie bei der Deaktivierung von Secure Boot beachten, dass BitLocker-Schutzmaßnahmen angepasst werden müssen – andernfalls verlangt Windows bei jedem Start den BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel.

Um den Secure-Boot-Status unter Windows zu prüfen, drücken Sie Windows + R, geben Sie msinfo32 ein und suchen Sie in der Systeminformationsübersicht nach dem Eintrag „Sicherer Startzustand“. Steht dort „Aktiviert“, ist Secure Boot eingeschaltet.

Mario
Mario

Mario schreibt bei Tippsling.de über Technik, Spiele, DIY und digitale Alltagsthemen. Sein Schwerpunkt liegt auf verständlichen Anleitungen zu Sicherheit, Windows, Apps und praktischen Problemlösungen – ergänzt um Ratgeber zu Gaming- und DIY-Themen.

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